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Hohen Neuendorer stimmen ab

Bürgerhaushalt 2016 Hohen Neuendorer stimmen ab

Mehr als 620 Interessenten aller Altersgruppen kamen in die Hohen Neuendorfer Stadthalle, um für ihr Lieblingsbürgerprojekt abzustimmen. Mit 806 Punkten erhielt der Vorschlag der Ving Tsun Kampfkunstschule, die Sanitäranlagen im ehemaligen Arbeitslehrezentrum zu sanieren, die meisten Punkte.

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Die Gäste verteilen ihre Klebepunkte.

Quelle: Stadtverwaltung

Hohen Neuendorf. „Wir haben gewonnen!“‘ Bei den Kampfsportlern der Ving Tsun Kampfkunstschule war der Jubel vor der Stadthalle am Mittwochabend groß. Vor den Abstimmungstafeln hatten sich zuvor lange Schlangen gebildet, damit alle Interessierten ihre diesmal fünf gelben Klebepunkte bei dem Vorschlag platzieren konnten, die Sanitäranlagen im ehemaligen Arbeitslehrezentrum zu sanieren. Dort trainieren die vor allem jugendlichen Sportler im zur Kampfsportschule ausgebauten Dachgeschoss neben Selbstverteidigung Haltung, Konzentration und Respekt.

Es handelt sich um schöne Räume, die allerdings in dem unsanierten DDR-Altbau verbesserungsfähige Rahmenbedingungen haben. Das betrifft eben auch die Toiletten. „Wenn es das Budget der Stadt nicht hergibt, dann bewerben wir uns eben um das Bürgerbudget“, so der pfiffige Gedanke. Der mobilisierte Vereinsmitglieder und Freunde, immerhin 806 Punkte zu kleben – von insgesamt mehr als 3100 abgegebenen Stimmen in diesem Jahr. Mit Blick auf die 620 Einwohner, die in die Stadthalle strömten, bezeichnete Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) den Bürgerhaushalt am Abend als Erfolgsgeschichte und bedankte sich für das Engagement und die Kreativität der Bürgerschaft. Im dritten Jahr hatte sich die Zahl der eingereichten Vorschläge ebenso nahezu verdoppelt wie die Anzahl der Abstimmenden.

Paul Henke aus Bergfelde, 9 Jahre, ist einer der jungen Vorschlagseinreicher

Paul Henke aus Bergfelde, 9 Jahre, ist einer der jungen Vorschlagseinreicher. Er wird interviewt von Dorothea Heuer-Kretzschmann, Sachbearbeiterin für den Bürgerhaushalt.

Quelle: Stadtverwaltung

Von den insgesamt 208 zur Abstimmung stehenden Vorschlägen setzte sich auf dem zweiten Platz mit 283 Punkten der Wunsch nach einem zweiten Fußballtor für den Schulhof der Grundschule Borgsdorf durch. Platz drei erreichte mit 188 Stimmen eine elektronische Anzeigetafel für den Rudolf-Harbig-Sportplatz für den Punktestand bei Schul- und Sportwettkämpfen. Dass die Renaturierung der Rotpfuhle der Bürgerschaft ein Anliegen ist, zeigt das Abstimmungsergebnis mit 139 Zählern. Ohne ein sachkundiges Entwicklungs- und Pflegekonzept und die Zustimmung der übergeordneten Umweltbehörden ist die Umsetzung jedoch nicht möglich, so die Einschätzung des Fachamtes. Immerhin könnte dieses Sachverständigengutachten im Wert von rund 35.000 Euro aus dem Bürgerhaushalt bezahlt werden. Die eigentliche Maßnahme würde weit über 100.000 Euro kosten und müsste von den Stadtverordneten für den regulären Haushalt vorgesehen werden.

„Kulturbeutel“ für Geflüchtete

Ein neues Netz für die das Fußball-Kleinfeld in der Niederheide wurde mit 132 Stimmen gewünscht. 110 Stimmen erhielt der Vorschlag, für die im September erwarteten Flüchtlinge einen „Kulturbeutel“ mit Stadtplan, Unterrichtsmaterialien zum Deutschlernen sowie Schreib- und Malutensilien bereit zu stellen.

Auf den nächsten Plätzen folgen ein Bolzplatz für Borgsdorf, eine Technikausstattung für Open-Air-Kino für Jugendliche, eine Flussbadestelle, ein Radweg von Pinnow zum Bernsteinsee, eine Skate- und BMX-Anlage, kostenlose Laubentsorgung, ein Mehrgenerationentreffpunkt, ein öffentlicher Bücherschrank für Bergfelde, Blühinseln statt Rasenflächen und ein Bürgergarten. „Wir werden die gesamte Liste in den nächsten Tagen aufarbeiten und im Netz veröffentlichen“, verspricht Dorothea Heuer-Kretzschmann, die in der Stadt für den Bürgerhaushalt verantwortlich ist.

Am Mittwoch konnte von 18 bis 20 Uhr in der Stadthalle abgestimmt werden

Am Mittwoch konnte von 18 bis 20 Uhr in der Stadthalle abgestimmt werden. 620 Hohen Neuendorfer nutzten die Gelegenheit.

Quelle: Stadtverwaltung

Welche Projekte nun schließlich umgesetzt werden, bestimmen im Juni die Gremien der Stadtverordnetenversammlung. Dabei spielen neben den Abstimmungsergebnissen auch rechtliche Rahmenbedingungen, die Punktsiege in den einzelnen Kategorien oder die Kosten eine Rolle. „Somit bleibt es weiter spannend, welche und wie viele Projekte es schließlich in die Umsetzung schaffen“, resümiert Steffen Apelt.

Hohen Neuendorf ist in Oberhavel Vorreiter für den Bürgerhaushalt. Glienicke will nun nachziehen und auch in Velten und Oranienburg wird über einen Bürgerhaushalt diskutiert.

Von MAZ-online

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