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Hohen Neuendorf hat „eigene“ S-Bahn

Zugtaufe in Oranienburg Hohen Neuendorf hat „eigene“ S-Bahn

Ein S-Bahn-Zug der Baureihe 481 ist am Montag auf den Namen „Hohen Neuendorf“ getauft worden. S-Bahn-Chef Peter Buchner und Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung nahmen die Zeremonie in der Wagenhalle der Betriebswerkstatt Oranienburg vor. Die Hohen Neuendorfer Stadtverordneten hatten vor einem Jahr beschlossen, sich als Namenspaten zu bewerben.

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S-Bahn-Chef Peter Buchner (l.) und Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung taufen den Zug mit edlen Tropfen aus der Partnerstadt.

Quelle: Helge Treichel

Oranienburg/Hohen Neuendorf. Seit 1983 steuert Bernhard Guder S-Bahnen durch Berlin und das Umland. Als er aber erfuhr, dass ein Zug nach seiner Heimatstadt Hohen Neuendorf benannt wird, da wollte der 63-Jährige unbedingt dabei sein. Nach der Lehre im Lokomotivenbau in Hennigsdorf habe er schließlich sein „Hobby zum Beruf gemacht“, gesteht er. Und natürlich hofft er, vor seinem Ruhestand noch oft auf diesem Zug der Baureihe 481 eingesetzt zu werden. Am Montag um 12.12 Uhr ging der in der Sonne glänzende und gerade komplett erneuerte Zug erstmals unter neuem Namen auf der Linie S 1 in Richtung Wannsee auf die Strecke. Eine solche Wartung wird nur alle acht Jahre oder nach 1,35 Millionen Kilometern fällig. Eingesetzt wird der Zug „Hohen Neuendorf“ auf allen der insgesamt 15 Linien bei der Berliner S-Bahn.

MAZ-Leser lösten Tickets für den Sonderzug

Bevor allerdings der Alltagsbetrieb als einer von insgesamt 650 Viertelzügen begann, wurde die Taufe in der Wagenhalle der S-Bahn-Betriebswerkstatt Oranienburg zelebriert. Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin, hatte zum feierlichen Festakt geladen. Mit dabei: Beate Liebmann. Die Hohen Neuendorferin gehörte zu jenen MAZ-Lesern, die eine Fahrkarte für die Sonderfahrt dorthin gewonnen hatte. „Ich wollte einfach mal hinter die Kulissen schauen“, sagt sie. Eine solche Gelegenheit bekomme man schließlich nicht oft. Und die Ruheständlerin wurde nicht enttäuscht: Werkstattleiter Felix Degenkolbe stellte die Geschichte dieses Standortes mit seinen derzeit 51 Mitarbeitern vor. Die Betriebswerkstatt war 1926

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Fotoserie: Ein S-Bahn-Zug der Baureihe 481 ist am Montag auf den Namen „Hohen Neuendorf“ getauft worden. S-Bahn-Chef Peter Buchner und Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung nahmen die Zeremonie in der Wagenhalle der Betriebswerkstatt Oranienburg vor. Der Bürgermeister hatte dafür edle Tropfen mitgebracht: Bürgermeisterschnaps aus Fürstenau und Müllheimer Wasser. Jeweils ein Gläschen davon gossen die beiden Taufpaten über den Lack, nachdem sie den Namenschriftzug über der Tür des Fahrerstandes enthüllt hatten. Die Hohen Neuendorfer Stadtverordneten hatten vor einem Jahr beschlossen, sich als Namenspaten zu bewerben. Zugtaufen dieser Art gab es bereits für Erkner, Bernau, Teltow, Strausberg und Potsdam sowie die Bezirke Spandau, Mitte und Charlottenburg. Hinzu kommen die Züge „Brandenburg“ und „Berlin“.

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entstanden – mit Aufnahme des elektrischen Zugbetriebes nach Oranienburg. Die zahlreichen Fragen der Besucher beantwortete Gerd Mothes bei einer Betriebsführung. Die Gäste interessierten sich für die Bauteile unter den Zügen (sechs Motore mit je 136 PS), die Konstruktion und damit verbundene Probleme, das mehrere Bände umfassende Regelwerk für die Wartung und Reparatur sowie die Ultraschallmessung, mit der Materialfehler aufgespürt werden können. Dort erfuhr Hohen Neuendorfs Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung unter anderem, dass jede der drei in innerhalb dieser Woche auszutauschenden Frontscheiben allein 13 000 Euro kostet und durch Vandalismus jährlich Schäden von mehr als fünf Millionen Euro entstehen.

Edler Tropfen aus den Partnerstädten

Der Bürgermeister war es auch, der zwei Flaschen mit edlen Tropfen für die Taufe mitgebracht hatte. Bürgermeisterschnaps aus Fürstenau und Müllheimer Wasser. Jeweils ein Gläschen davon gossen die beiden Taufpaten über den frisch polierten Lack, nachdem sie den Namenschriftzug über der Tür des Fahrerstandes enthüllt hatten. Peter Buchner wünschte „Allzeit gute Fahrt in Rot-Gelb an 750 Volt“.

Nur wenige Minuten später nahm der Zug den Fahrplanbetrieb auf. Viele Züge schaffen übrigens gar nicht mehr den Acht-Jahres-Intervall, weil sie schon vorher die maximal zulässige Kilometerleistung erreichen.

Die S-Bahn Berlin auf einen blick

Die S-Bahn Berlin verfügt über 650 Viertelzüge (jeweils zwei fest zusammen gekuppelte Wagen). Im morgendlichen Berufsverkehr werden zeitgleich bis zu 531 Viertelzüge eingesetzt.

Auf einem Streckennetz von 331,5 Kilometern verkehren 15 Linien, die 166 Bahnhöfe bedienen. Davon davon befinden sich rund 75 Kilometer und 33 Bahnhöfe im Land Brandenburg.

Die insgesamt 3059 Mitarbeiter (Ende 2014) beförderten im vergangenen Jahr 413,9 Millionen Fahrgäste.

Berlin ist neben Hamburg die einzige Stadt mit einer oberirdischen Stromschienenbahn in Deutschland. In der Hauptstadt liegen allerdings 750 Volt Gleichspannung an (von unten bestrichen), in der Hansestadt 1200 Volt (seitlich bestrichen).

Von Helge Treichel

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