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Hohen Neuendorf Wenn das Glück in der Ferne liegt
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18:25 06.07.2018
Charlotte „Charly“ Garske mit ihrem Freund Andrew während ihrer Weltreise in den USA. Derzeit macht sie zwei Wochen Urlaub in Birkenwerder und besucht Verwandte und Freunde. Quelle: Privat
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Birkenwerder

Das Reisen liegt Charlotte Garske im Blut. Gern erinnert sich die 27-Jährige aus Birkenwerder an die Urlaube im Ferienhaus an der Ostsee. Doch Sonne, Meer und Sand allein reichten ihr irgendwann nicht mehr: Vor acht Jahren zog es sie für ein Jahr nach Australien. Während einer Work-and-Travel-Tour wollte sie als Au Pair arbeiten und vor allem ihre Sprachkenntnisse verbessern. Doch aus dem einen Jahr wurde mehr.

Da werden Kindheitserinnerungen wach: Charlotte Garske dieser Tage im Garten ihres Elternhauses in Birkenwerder. Quelle: Helge Treichel

Bis zur vierten Klasse besuchte sie die Pestalozzi-Grundschule, danach die Katholische Schule Salvator. Im Juli 2009 hielt sie ihr Abschlusszeugnis in den Händen, Ende August war der Abflug Richtung Down Under. Das Ziel: Sydney. Dort wurde Charlotte Garske bereits von einer Familie mit drei Kindern erwartet, einem Mädchen (5) und zwei Jungs (7, 8). Mit einem Praktikum in der Kita „Birkenpilz“ hatte sie sich auf die Kinderbetreuung vorbereitet. Da aber die Kleine sechs Monate später zur Schule kam, war der Rückflug bereits gebucht. Da sie den Nachwuchs nur im Zwei-Wochen-Rhythmus betreuen musste, war viel Zeit für Ausflüge innerhalb des Südkontinents. Melbourne, Uluru alias Ayers Rock, Brisbane. Dabei lernte sie ein anderes Au-pair-Mädchen aus Deutschland kennen. „Wir haben die gesamte Ostküste abgeklappert“, sagt Charlotte Garske. Gemeinsam haben sie gesurft, geschnorchelt und die Geschichte der Ureinwohner erforscht.

Über ihren Reiseanbieter iSt (Internationale Sprach- und Studienreisen) fand die Birkenwerderanerin eine zweite Familie, diesmal mit vier Kindern (2 – 8) und einem fünften auf dem Weg. Die Jüngste wurde ihre Namensvetterin. Der Spitzname von beiden: Charly.

Charlotte Garske (27) aus Birkenwerder zog mit 19 Jahren in die Welt hinaus und fand in Australien ihr Glück. Trotz ausgedehnter Reisen kehrt sie immer wieder nach Hause zurück – Birkenwerder bleibt ihr Nabel der Welt.

„Nach acht Monaten in Australien habe ich meinen Freund Andrew kennengelernt“, sagt Charlotte Garske. Um so schwerer fiel ihr der Abschied, nachdem der Flug noch zweimal umgebucht war. In der Heimat studierte sie ab 2010 Tourismus- und Eventmanagement an der bbw Hochschule, frischte die Finanzen an der Kaufland-Kasse auf. Obwohl Andrew über Weihnachten zum ersten Mal nach Deutschland kam und zweimal mehrmonatige Praktika bei einer australischen Tourismusfirma möglich waren, blieb den beiden nur eine Skype-Fernbeziehung. Anders wurde das ab 2013: Charlotte Garske bekam eine Vollzeitstelle beim Reiseveranstalter Ultimate Travel und beantragte ein Partnervisum. Im April 2014 wanderte sie endgültig aus und hat Ende 2016 eine permanente Aufenthaltsgenehmigung bekommen. Bei Ultimate Travel betreute sie junge Leute auf der ganzen Welt, die wie sie selbst zum Arbeiten und Reisen ins Land kamen. Die Tätigkeit als Program Manager führte Charlotte Garske bis nach Neuseeland und Fidschi.

Aber auch privat ging sie im Dezember 2016 mit Andrew auf große Rucksack-Tour um die Welt. San Francisco, New York, Lima. Sie bereisten neben Peru auch Bolivien und Argentinien. Sie sind tagelang zur Ruinenstadt Machu Picchu gewandert. Weitere Reisen führten sie nach Bali, Thailand und quer durch Europa: London, Venedig, Prag, München. Nach einem knappen Jahr kehrten sie nach Australien zurück. „Charly“ ist jetzt für eine Hotelkette tätig, unter anderem als Travel Agent.

Manchmal müsse sie sich kneifen, gesteht Charlotte Garske, die das Leben und Reisen sichtlich genießt. Sprachprobleme, Ungewissheit? „Einfach drauflos, keine Angst haben“, lautet ihre Empfehlung an Zauderer und Neider. Sie selbst wolle all die gewonnenen Erlebnisse nicht missen. Ihr Eintrag aus dem Abi-Buch, wo sie sich in zehn Jahren sieht, hat sich erfüllt: in Australien in einem Strandhaus.

Von Helge Treichel

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