Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Hohen Neuendorf Das denken die Hohen Neuendorfer über ihre Stadt
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Das denken die Hohen Neuendorfer über ihre Stadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 14.03.2019
Was denken die Menschen in hohen Neuendorf über ihren Ort? Quelle: Jeannette Hix
Hohen Neuendorf

Sie hat gut 25 000 Einwohner, liegt direkt an der Havel und erfreut sich regen Zuzugs – die Stadt Hohen Neuendorf. Seit den 1990ern zählt sie zu den am stärksten wachsenden Orten im Berliner Speckgürtel. Doch wie zufrieden sind die Bürger mit ihrer Stadt? Was können die Stadtväter noch verbessern? Was lieben die Hohen Neuendorfer an ihrem Kiez?

Verkäuferin Nancy Hoffmann mag den dörflichen Charakter. Der Neubau am Rathaus dagegen passe nicht so ins Ambiente, findet sie. Quelle: Jeannette Hix

„Ich bin erst vor einem Jahr von Berlin nach Hohen Neuendorf gezogen, weil mich die Stadt und die Natur drumherum angesprochen hat“, sagt Wiebke Rössler (32). Die Grundschullehrerin ist viel mit dem Rad unterwegs, zum Beispiel in Briesethal. Toll findet die junge Mutter auch den neuen Spielplatz hinter der Kirche. „Trotzdem würde ich mir wünschen, dass es ein Café für Familien gibt. Das fehlt mir echt in Hohen Neuendorf.“

Claudia Bade ist in Hohen Neuendorf geboren und hat die Stadt wachsen sehen. Die zunehmend enge Bebauung sieht sie mit Sorge. Quelle: Jeannette Hix

Christina Straube (41) aus der Margerittenstraße sieht die zunehmende Zahl von Neubauten mit Sorge. „Ich hoffe, dass der Charakter des Märchenviertels trotz Bauboom erhalten bleibt“, sagt die selbstständige Filzerin, die auch viel mit Kindern arbeitet.

Grundschullehrerin Wiebke Rössler ist viel mit dem Rad in Hohen Neuendorf unterwegs. Sie wünscht sich ein Familien-Café. Quelle: Jeannette Hix

Am Müllheimer Platz schiebt sich plötzlich aus einem Brunnenschacht ein Kopf mit Hut. Er gehört Uwe Klinke (61) vom gleichnamigen Dienstleistungsunternehmen, das für die Stadt tätig ist. „Ich habe gerade den Brunnen Am Müllplatz wieder angestellt“, erklärt er seine ungewöhnliche Position im Schacht. Am 3. Oktober 2018 hatte er das Wasser abgestellt.

Uwe Klinke vom gleichnamigen Dienstleistungsunternehmen hat gerade den Brunnen am Müllplatz angestellt, wünscht sich mehr Sauberkeit. Quelle: Jeannette Hix

Was ihn nervt ist, dass viele Leute ihren Müll überall hinschmeißen. „Statt das zur Deponie zu bringen, landet der auf der Straße“, ärgert er sich. Auch die fast immer rappelvollen Müllcontainer am Bahnhof nerven ihn. Was ihn aber freut ist, wie sich die Stadt positiv entwickelt hat. „Ich wurde in Hohen Neuendorf 1958 geboren und hab’ miterlebt, wie sich die Stadt verändert hat. Das fängt mit der Gestaltung der Häuser an und hört bei den Geh- und Radwegen auf. Ich kann mit nicht vorstellen, woanders zu leben“, sagt er.

Anwonerin Christina Straube (41). Quelle: Jeannette Hix

Ruth Meißner (82) sieht den stetig wachsenden Autoverkehr mit Sorge. Wundern tut es sie aber nicht. „Die S-Bahn fährt ja nur alle 20 Minuten. Im 10-Minuten-Takt würden bestimmt einige auf das Auto verzichten“, sagt die Rentnerin.

Margarete Fieting (65) aus Borgsdorf. Quelle: Jeannette Hix

Am S-Bahnhof hält auch Claudia Bade (62) aus Hohen Neuendorf Ausschau. Aber nicht nach der S-Bahn, sondern nach ihrer Freundin Margarete Fieting (65) aus Bergfelde. Die zwei wollen es sich gemütlich machen. Während die Hohen Neuendorfer Anwohnerin die zunehmende Bebauung und Versiegelung in der Stadt mit Skepsis sieht, würde sich die Bergfelderin zum Beispiel am Friedensplatz mehr Bänke und Plätzchen zum Verweilen wünschen. „Es wäre schön, wenn bunte Blühpflanzen den Ort verschönern würden. Mir fehlt das Bunte in der Stadt“, sagt Margarete Fieting. Mit einem sind sich die zwei Frauen aber einig. „Wenn man am Wochenende mal in Berlin im Theater oder bei einer Feier war, kommt man vom Bahnhof hier nicht weg. Es fährt kein Bus. Und ein Taxi ist auch schwer zu bekommen. Es wäre schön, wenn ein Nachtbus fahren würde“, sagen sie.

Verkäuferin Ines Schwarz hofft, dass die Stadtväter etwas gegen die angespannte Parkplatz-Situation unternehmen. Quelle: Jeannette Hix

Im Gemüseladen an der Ruhwaldstraße in Bahnhofsnähe arbeitet Ines Schwarz (48). Wegen der Liebe ist sie vor 4,5 Jahren von Mecklenburg-Vorpommern nach Hohen Neuendorf gezogen. „Ich fühle mich hier sehr wohl. Allerdings ist ja im Laufe des Tages kaum ein Parkplatz zu finden.“ Schade findet sie es, dass sich der SPD-Vorschlag nicht durchgesetzt hat, am Bahnhof einen Parkwürfel zu errichten.

Svenja Pietzner schätzt die Nähe zu Berlin und ist mit Hund Lotte viel in der Natur unterwegs. Quelle: Jeannette Hix

Die Nähe zu Berlin hat auch Svenja Pietzner (52) vor 14 Jahren nach Hohen Neuendorf ziehen lassen. „Ich bin gerne mal in Berlin, aber immer wieder froh, wieder in Hohen Neuendorf zu sein“, sagt die Krankenschwester, die mit Hund Lotte gerne in der Natur rund um Hohen Neuendorf unterwegs ist.

Genau wie Bäckersfrau Nancy Hoffmann (28). „Ehrlich gesagt finde ich, dass der neue Rathausanbau gar nicht ins Ambiente passt. Alt- und Neubau bilden einen ziemlichen Cut. Dafür mag ich aber, dass sich Hohen Neuendorf ansonsten den dörflichen Flair erhalten hat. Ich kann mir nicht vorstellen, hier wegzuziehen.“

Von Jeannette Hix

Stadtentwicklungsausschuss favorisiert 5126-Quadratmeter-Grundstück als Bau-Objekt.

13.03.2019
Hennigsdorf Polizeibericht Oberhavel vom 7. März 2019 - Polizeiüberblick: Räder in Hennigsdorf entwendet

Blaue Farbe in einer Glienicker Wohnung, Unfallflucht auf der Autobahn und gestohlene Airbags in Stolpe – diese und weitere Meldungen der Polizei Oberhavel lesen Sie im Polizeibericht vom 7. März.

07.03.2019

Viele Karnevals-Jecken, Kultur vom Louise-Henriette-Gymnasium in Oranienburg und sportliche Unterstützung gibt es diese Woche bei Oberhavels Motivauswahl zum „Foto der Woche“.

05.03.2019