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Hohen Neuendorf „Größenwahn“ in A-Form verpackt
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf „Größenwahn“ in A-Form verpackt
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18:40 06.08.2018
Bequem, atmungsaktiv und dehnbar – so ist die Mode von Susen Hothmer, die sie in ihrem Büro in Hohen Neuendorf entwirft und in Berlin verkauft. Quelle: privat
Hohen Neuendorf

Immer, wenn Susen Hothmer neue Leute trifft, teilt sie sie in eine A- oder eine V-Form ein. Denn Susen Hothmer (50) betreibt eine Boutique für Mollige – „Größen Wahnsinn“ hat sie ihr Geschäft genannt. Die Schnitte dafür entwirft sie auch bei sich zu Hause in Hohen Neudorf in ihrem kleinen Büro. „Bei der A-Form haben die Leute eher schmale Schultern und ein breites Becken. Bei der V-Form ist es genau umgekehrt. Dann kann das Becken super schmal sein, dafür aber das Kreuz und die Oberweite eher üppig“, sagt Susen Hothmer, die sich selbst in die A-Form einteilt.

„Ich weiß selbst, wie schwer es ist, gute Mode für Mollige zu finden.“

Vor sieben Jahren kam die gelernte Speditionskauffrau auf die Idee, eine eigene Boutique für Mollige zu eröffnen. „Meine Mutti ist auch stark übergewichtig. Vor Jahren ließ sie sich darum den Magen verkleinern. Und mit einem mal haben ihr dann all die hochwertigen Sachen nicht mehr gepasst.“ Susen Hothmer soll die Sachen bei eBay verticken. Doch stattdessen mietet sich in der Marie-Elisabeth-Lüders-Straße 4 in Berlin einen Laden und bietet dort anfangs Second-Hand-Sachen für Mollige an – auch die von ihrer Mutti wandern über den Ladentisch. Das lief so gut, dass sie inzwischen selbst Mode entwirft – von der Badehose bis zur Jacke. Dabei gehen in ihrer Boutique die Größen bei den Frauen statt bis 56 bis 70 und bei den Männern sogar bis Größe 100. „Unsere 10-XL-Hosen haben einen Umfang von zwei Meter“, sagt Susen Hothmer.

Vorteilhaftes zeigen, Pölsterchen dagegen kaschieren

Alle Sache seien atmungsaktiv, dehnbar und meistens bügelfrei. Denn die Mutter von zwei Kindern weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es für Leute mit mehr Kilos ist, schicke Klamotten zu finden. „Nach der Geburt meiner zweiten Tochter Franziska war mein Gewicht um 30 Kilo angewachsen. Ich trug damals die Größe 54 und habe kaum passende Sachen gefunden und wenn, habe ich mich wie in einem Kartoffelsack gefühlt.“ Also greift sie zum Maßband und wandelt Schnitte selbst ab – um die Brust oder um den Po wird es ein bisschen breiter, aber in der Taille etwas schmaler. Ihr Motto: Polsterchen werden verborgen, Vorteilhaftes wie ein schönes Dekoltet wird gezeigt. „Ich habe es tatsächlich erlebt, dass Frauen in der Kabine geweint haben, weil ihnen endlich mal etwas passt, das auch schick und pflegeleicht ist“, sagt Susen Hothmer, die bei der Einrichtung ihrer Boutique auch darauf geachtet hat, dass die Umkleidekabinen und die Sitzmöbel auch zehnmal XXL sind. „So ein Stuhl muss schon mal einen Menschen um die 200 Kilo aushalten“, sagt die Designerin.

Klamotten müssen schick, atmungsaktiv und dehnbar sein

Inzwischen hat sie sich schon längst einen Kundenstamm aufgebaut, sowohl bei den Stoff- und Nähfirmen als auch bei den „Konsumenten“. Viele ihrer Kunden aus dem In- und Ausland wie aus Dubai, Indien oder der Schweiz sollen einen Berlin-Besuch mit einem Abstecher bei „Größen Wahnsinn“ verbinden. Und wenn die Kunden dann mit einem Lächeln den Laden verlassen und denken, „Wahnsinn, dass ich hier endlich mal was gefunden habe“, ist das Susen Hothmers schönster Lohn.

Von Jeannette Hix

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