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Hohen Neuendorf Mit Katze, Lendenschurz und viel Humor
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Mit Katze, Lendenschurz und viel Humor
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00:18 12.02.2019
Hartmut Felber aus Hohen Neuendorf befasst sich mit Indianistik und hat sein erstes Buch geschrieben und herausgebracht. Titel: „Vom Gefühl eine Sektflasche zu sein“. Es handelt sich um einen Band mit 18 Kurzgeschichten. Auch Lesungen hat Felber bereits mehrfach gestaltet. Quelle: Helge Treichel
Hohen Neuendorf

 Was Hartmut Felber und sein neues Buch beschreibt? Es ist das Unerwartete und Unerwartbare, seine Fähigkeit, die Menschen zu überraschen.

Seit Jahrzehnten ist der Name des Hohen Neuendorfers mit seinem Hobby verbunden. Bereits seit 1980 befasst er sich intensiv mit Indianistik. In dem Jahr hatte er den Indianistikclub „Mohawk“ gegründet, dessen Vorsitzender er ist. Die Mitglieder beschäftigen sich mit den Kulturen der Ureinwohner Amerikas und mit deren Kampf um nationale Souveränität im Laufe ihrer Geschichte bis in die Gegenwart. Der Schwerpunkt des Interesses liegt auf dem Studium der Lebensweise und Weltanschauungen der Mohawk, einem Volk der Irokesen.

Federn und ein Bild von Federn in seinem Arbeitszimmer. Quelle: Helge Treichel

Wenn dieser Mann also nun ein Buch schreibt, wovon würde das erwartungsgemäß wohl handeln? Nein, es geht eben gerade nicht um Indianer! Der 60-Jährige, der noch immer bei Powwows (traditionelle Treffen) Tänze der Native Americans vorführt, zeigt in seinem Debüt als Autor eine ganz andere Facette seiner Persönlichkeit. In seinem kürzlich erschienenen Erzählband geht es um das Leben in Mitteleuropa im Hier und Jetzt. Meistens jedenfalls. Hartmut Felber skizziert mit seinen kurzen Geschichten die ganze Absurdität des Daseins. Manche Titel kommen mit philosophischer Schwere daher: „Gibt es intelligentes Leben auf der Erde?“, „Die Entwicklung der Menschheit“, „Das Leben“ oder „Weltuntergang“.

Aber Felber wäre wahrscheinlich nicht er selbst, würde er die Erwartungen und Assoziationen seiner Leser einfach so erfüllen. In den Geschichten bricht er die hochtrabenden Themen herunter bis in die kleinsten, profanen Verästelungen des Alltäglichen – und die verstecktesten Windungen seines Geistes. Dabei zeigt er mit Wortwitz und vielen absurden Wortschöpfungen gern die Grenzen von Schubladendenken und Vorurteilen.

Der Schatten von Hartmut Felber: Katze Momo. Quelle: Helge Treichel

Nur einmal geht es tatsächlich um seine andere Identität als Indianer. Er schildert, wie er bei einem Tanz vor hunderten Leuten seinen Lendenschurz verliert und die Leute nicht gleich merken, dass dies nicht zur Show gehört. Solche Geschichten enden bei ihm mit Sätzen wie in Stein gehauen: „Schließlich sind auch andere Ärsche schon groß rausgekommen.“

Was es übrigens mit dem Buchtitel auf sich hat, mag jeder selbst ergründen. „Vom Gefühl, eine Sektflasche zu sein“. Die Assoziationen, die einem durch den Kopf gehen, sind jedenfalls gar nicht so abwegig. In der Titelgeschichte geht es tatsächlich um doch recht männliche, testosterongesteuerte Erfahrungen. Das muss als Appetithäppchen reichen.

Hartmut Felber wuchs in Hohen Neuendorf auf. Nach seiner Ausbildung als Vermesser folgten alsbald drei Jahre Armee und zehn als Kreissportlehrer. Nach einem kurzen Abstecher als Ortschronist und Archivar ist er seit 1991 als Sachbearbeiter im Sozialamt des Landkreises tätig.

Seine inzwischen erwachsene Tochter war es, die ihn zum Schreiben inspirierte. „Ein Zufall“, wie er sagt. Es ging um eine Hausaufgabe der nunmehr angehenden Linguistin. Sie ist es auch, die als Ratgeber und kreativer Kompass dessen fungiert, was funktioniert und was eher nicht. „Die meisten Geschichten hab ich selber erlebt“, sagt er, „ganz wenige nur sind komplett ausgedacht.“ Seine schöpferische Heimat hat Felber aber bei der Autorengruppe „Wortart“ in Oranienburg gefunden.

Glückwunsch von „Mitic Gojko“ mit Foto von Hartmut Felber. Quelle: Helge Treichel

Und die Indianer? Felber winkt ab. Ihm ist nicht nur durch die persönlichen Glückwünsche von Gojko Mitic (Foto) bewusst geworden, dass er nun 60 Jahre alt ist. „Die Gelenke machen nicht mehr mit“, sagt er. Häufiger ist er nun in seinem engen Arbeitszimmer am Computer anzutreffen, wo die kohlrabenschwarze Momo regelmäßig um Aufmerksamkeit buhlt, während er die Tastatur streichelt und nur Augen für den Bildschirm hat.

Auch dieses Bild mit Katze sowie die Bücher- und Papierstapel scheinen so gar nicht zu dem Hohen Neuendorfer zu passen. Nur eines darf man bei Felber erwarten – einen an Albernheit grenzenden Humor.

Von Helge Treichel

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