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Hohen Neuendorf Arne ist jetzt ein Schulkind
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Arne ist jetzt ein Schulkind
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20:37 29.10.2018
Maria und Sven Neuenfeld mit ihrem Sohn Arne-William. (Archivbild) Quelle: Helge Treichel
Hohen Neuendorf

Ein bewegtes Jahr liegt hinter Familie Neuenfeld aus Hohen Neuendorf, deren Sohn Arne-William (7) seit mittlerweile fünf Jahren nach einem Badeunfall im Wachkoma liegt. Für großes Aufsehen und Anteilnahme sorgte zu Jahresbeginn der Diebstahl des Familienwagens direkt vor der Haustür. „Das nimmt uns jegliche Mobilität“, waren Maria und Sven Neuenfeld am 5. Januar verzweifelt. Bis heute ist das Fahrzeug nicht wieder aufgetaucht. Ein TV-Sender war zwischenzeitlich auf die Situation der Familie aufmerksam geworden und hatte den Neuenfelds für einige Wochen einen behindertengerechten Kleinbus vermittelt, denn: „Sechs Wochen muss abgewartet werden, ob das Auto noch auffindbar ist. Erst dann kann die Versicherung zahlen“, berichtet Sven Neuenfeld. Inzwischen ist die Familie wieder mobil, nach langem Suchen fand sich ein „passender, gebrauchter Bus. Da die Rampe leider auch geklaut wurde, mussten wir hier ebenfalls eine neue kaufen“, berichtet der Familienvater. Die kürzlich festgelegten Dieselfahrverbote für die Hauptstadt bereiten ihm Sorgen, denn regelmäßig muss Arne zur medizinischen Behandlung nach Berlin gebracht werden. „Wir hoffen, dass es da Sondergenehmigungen gibt“, sagt er.

Gemeinsamer Familienurlaub am Chiemsee

Kraft tankten die Neuenfelds im im gemeinsamen Familienurlaub im Juni. Für Arnes Betreuung mit dabei: zwei Pflegeintensivkrankenschwestern. In Bayern am Chiemsee ließ die vierköpfige Familie – dazu gehört auch der jüngere Sohn Sören – die Seele auf einem behindertengerechten Dreiseitenhof der Björn-Schulz-Stiftung für Familien mit schwerstkranken Kindern baumeln. „Die Umgebung war auch für Rollifahrer geeignet. Wir konnten sogar mit der Gondel bis auf den Berg hinauf fahren“, freute sich Maria Neuenfeld.

Einschulung an der Regenbogenschule – bauliche Widrigkeiten sorgen noch für Kummer

Die Auszeit tat der Familie gut und sie schöpfte Kraft für den nächsten großen Schritt in Arnes Leben: Die Einschulung in die Regenbogenschule in Hennigsdorf im August. Richtig glücklich ist Maria Neuenfeld mit der aktuellen Situation an der Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ indes noch nicht, obgleich „der Schulleiter und Arnes Lehrkräfte alles ermöglichen, was im Rahmen von Platzmangel und baulichen Widrigkeiten geht“. Letztere machen sie wütend: „Es ist eine Frechheit, was sich Architekten dort erlaubt haben und dass dies nach der Fertigstellung abgenommen wurde“, findet sie. So wurden „Gelder mehr für Schönheit und architektonisches Prestige ausgegeben statt für Sinn und Zweck“, findet sie. An Beispielen dafür mangelt es ihr nicht: „Wir haben für Arne ein eigens von der Krankenkasse gebautes und teuer bezahltes Pflegebett für die Schule angeschafft. Das Bett mussten wir nun wieder zurückgeben, weil der Unterrichtsraum dafür zu klein ist und das Bett auch nicht in andere Räume gebracht werden kann, da die Türen in dieser behindertengerechten Schule zu schmal sind.“ Auch Brandschutzvorschriften würden dadurch nicht erfüllt. „Diese Pflegebetten sind gängig und werden seit eh und je von den Krankenkassen für Schule und Häuslichkeit zur Verfügung gestellt“, versteht Maria Neuenfeld nicht, warum dies bei der Bauplanung offenbar nicht berücksichtigt wurde. Erst im August 2018 war die Schule nach Umbauarbeiten neu eröffnet worden. Durch die engen Türen passe man schon mit einem Rollstuhl, der mehr Equipment benötigt, kaum hindurch. „Und Arne wird noch größer werden!“ Eine weitere Gefahr, „vor allem für Kinder mit Gehbehinderungen“, sieht sie zudem „in den spitzkantigen Fensterbänken, die sich genau auf Fallhöhe befinden“. Sie würde sich wünschen, „dass die Verantwortlichen aus dem Landkreis sich bei diesen Punkten angesprochen fühlen und hier Abhilfe schaffen“.

Therapiereise in die Slowakei im April 2019 geplant

Abgesehen von den baulichen Schwierigkeiten „ist die Schule super. Seien es die Lehrer, Erzieher, Heilpädagogen oder auch die Küche. Arne fühlt sich unter den Kindern wohl“, freuen sich Maria und Sven Neuenfeld. Beide setzen zudem neue Hoffnung auf eine vierwöchige Therapiereise in die Slowakei, die sie im April und Mai 2019 planen. In einer anerkannten Neuro-Reha-Klinik wollen sie dann mit Arne die „Adeli Therapie“ beginnen, die auch die Hyperbare Sauerstofftherapie für Kinder mit Hirnschädigungen umfasst. Teils über Spenden, teils selbst finanziert die Familie die Therapiereise, die rund 8000 Euro kostet. Aktuell befinden sich die Eltern in der Klärung der Kostenabdeckung für die regulären Therapien wie Ergo-, Logo- oder Physiotherapie, durch die Krankenkasse, die Arne in diesem Zeitraum auch zu Hause erhalten würde. „Laut deutschen Patientenrecht müsste die Kasse das übernehmen“, hofft Maria Neuenfeld, dass diesmal keine neuen Steine den Weg zum Ziel versperren.

Von Nadine Bieneck

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