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Hohen Neuendorf Vor Gericht: Herunterladen von kinderpornografischen Videos
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Vor Gericht: Herunterladen von kinderpornografischen Videos
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20:40 25.10.2018
Vor dem Amtsgericht in Oranienburg wurde am Donnerstag gegen einen Hohen Neuendorfer verhandelt, der von 2012 bis 2015 kinderpornografische Videos heruntergeladen hat. Quelle: dpa/Uli Deck (Symbolbild)
Oranienburg

„Es geht hier um schwersten Missbrauch von Kindern“, redete die Staatsanwältin dem Angeklagten ins Gewissen und ob er pädophil sei, wollte sie wissen. Als Antwort kam von Alexander S. ein schüchternes „Ja, ich habe mir das gern angesehen“. Er habe sich deshalb jetzt um eine Sexualtherapie an der Berliner Charité bemüht, fügte der 31-Jährige hinzu. „Weshalb jetzt erst? Die Taten liegen doch schon drei bis sechs Jahre zurück“, bohrte die Anklägerin weiter, ohne jedoch von dem Angeklagten eine Antwort zu bekommen.

Der Hohen Neuendorfer hatte im Zeitraum von März 2012 bis Mai 2015 insgesamt 49-mal kinderpornografische Dateien (Videos) auf seinen PC heruntergeladen, die Kinder deutlich unter 14 Jahren zeigen. Beispielsweise wurde abgebildet, wie männliche Personen mit ihnen den Geschlechts- oder Oralverkehr vollziehen. An anderer Stelle wurden Kinder gezwungen, mit Tieren sexual zu verkehren. Auch direkte gewalttätige Handlungen waren Inhalt dieser schmutzigen Darstellungen. „Das liegt schon im Hardcore-Bereich“, unterstrich der Richter am Donnerstag bei der Urteilsbegründung im Amtsgericht Oranienburg. Und sinngemäß weiter, wer sich so etwas besorgt, bei dem ist die Gefahr groß, solche Fantasien auch auszuleben. „Mein Mandant ist ja deshalb therapiewillig“, betonte der Verteidiger in diesem Zusammenhang. „Ich schäme mich und tue alles, was das Gericht von mir verlangt“, fügte der Angeklagte reumütig hinzu, der vorher ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte.

Das Gericht verurteilte Alexander S. zu einem Jahr und neun Monaten Freiheitsstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Er bekommt einen Bewährungshelfer und muss sich einer Sexualtherapie unterziehen und diese erfolgreich beenden. In diesem Fall ist eine Behandlung besser, als den Angeklagten ins Gefängnis zu stecken, waren sich die Verfahrensbeteiligten einig.

Mildernd berücksichtigte das Gericht, dass der ledige Mann nicht vorbestraft ist, in einem festen Arbeitsverhältnis steht und die Taten lange zurückliegen. Die lange Zeit bis zur Anklage erklärt sich aus der Tatsache, dass der Verurteilte erst nach großflächigen Interpol-Ermittlungen ins Netz gegangen ist. Das Urteil ist rechtskräftig.

Von Helmut Schneider

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