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Hohen Neuendorf Wo man singt, da lass dich ruhig nieder
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05:50 06.11.2018
Kirchenchor Borgsdorf unter Leitung von Heike Sander Quelle: Ulrike Gawande
Borgsdorf

Es ist Montagabend und in Borgsdorf sind im hinteren Teil der evangelischen Kirche die Fenster im Gemeinderaum hell erleuchtet. Öffnet man die Türen erschallt dem Besucher fröhlich Manfred Schlenkers Kanon „Wo man singt da lass dich ruhig nieder“ entgegen. Und schon hat man einen Stuhl angeboten bekommen, Noten in der Hand, verbunden mit der herzlichen Einladung, mitsingen zu dürfen.

Montags wird geprobt

Es ist Probenzeit des Kirchenchores (ab 19.30 Uhr), der seit 22 Jahren von Heike Sander geleitet wird. Bis vor sechs Jahren probten die über 20 Sängerinnen und Sänger im Alter von 40 bis über 70 Jahren noch gemeinsam mit den Chorsängern aus Birkenwerder, doch dann wagte man eigene Wege. Wege, zu denen neben den regelmäßigen Auftritten zu Gottesdiensten und anderen kirchlichen Anlässen auch stets zwei eigene Chorkonzerte gehören.

Kirchenchor Borgsdorf Quelle: privat

Schließlich gehören zur Gemeinde ja auch zwei Kirchen. „Im Sommer singen wir in Pinnow und im Advent in Borgsdorf“, erklärt Heike Sander, die ihren Chorleiterjob nur ehrenamtlich absolviert. Eigentlich ist sie Richterin am Amtsgericht in Berlin-Mitte. Doch die engagierte Frau, die auch noch Saxophon spielt und Orgeldienste in der Gemeinde übernimmt, hat schon als Schülerin die Ausbildung als nebenberufliche Kirchenmusikerin – den sogenannten C-Schein – absolviert. Dazu gehörte neben dem Orgelspiel auch das Leiten eines Chores.

Erst einmal wird die Stimme warm gemacht

Doch bevor es mit dem Singen losgehen kann, wird erst einmal die Stimme warm gemacht. Eine Übung für das Zwerchfell, die nächste zum Vokalausgleich, eine mit Bewegungen und dann noch eine, bei dem mit den Händen an den Ohren mal der Kopf- und dann wieder der Raumklang wahrgenommen und auf die hohen Frequenzen geachtet werden soll, bis zuletzt ein Kanon zur Probe überleitet.

Kirchenchor Borgsdorf unter Leitung von Heike Sander Quelle: Ulrike Gawande

In der wird bereits auf das Weihnachtskonzert hingearbeitet, schließlich ist das Konzert am 2. Dezember um 16 Uhr nicht mehr weit. Das Programm ist vielfältig und reicht von modernen Titel wie „This little light of mine“, „Virgin Mary“ oder dem poppig klingenden und ins Ohr gehendem „Star Child“ von Carlton R. Young bis hin zum bekannten „Transeamus“ und beliebten Weihnachtsliedern wie „Tochter Zion“ und „O Freude“.

Komponist in den eigenen Reihen

Manch einer der Titel stammt sogar aus Borgsdorfer Feder. „Wir sind glücklich mit Dietrich Stolle nicht nur eine tolle und sichere Bassstimme, sondern sogar einen Komponisten in den eigenen Reihen zu haben“, verrät Chorsängerin Elke Gensicke stolz. Er hat ebenso die „Kartoffelkantate“ verfasst, wie einen vierstimmigen Satz zu „Fuchs du hast die Gans gestohlen“. Gensicke selbst ist seit elf Jahren Chormitglied. Zuvor sang sie in einem 120 Sänger starken Gospelchor in Berlin. Ihr gefallen sowohl die Volkslieder, die geistlichen Titel, als auch die anspruchsvolleren wie Händels „Halleluja“, das zum 150. Geburtstag der Pinnower Kirche 2012 zusammen mit dem Brandenburgischen Sinfonieorchester aufgeführt wurde. „Das war ein schönes Erlebnis“, erinnert sich die Borgsdorferin, die gerne singt. „Singen macht frei und hilft gut gegen Depressionen.“

Auswendig singen hilft gegen Demenz

Ihrer Mitsängerin Anett Stephan gefällt vor allem die Gemeinschaft in der Gruppe, auch hinterher noch miteinander klönen zu können. „Das ist etwas tolles.“ Im Sommer hat die Pinnowerin sogar zusammen mit 1200 anderen Sängern in Paris den kompletten „Messias“ aufgeführt. „Das war beeindruckend.“ Sie könne beim Singen gut vom Alltag abschalten, verrät Anett Stephan. „Ich vergesse dann alles andere, und auswendig zu singen, hilft gut gegen Demenz.“

Kirchenchor Borgsdorf Quelle: privat

Denn genau solche kleinen Herausforderungen stellt Chorleiterin Heike Sander gern ihren Sängern. Sei es mal das Singen ohne Noten oder ein anspruchsvolleres Werk, wie Hans Leo Hasslers „Missa Secunda“, die der Kirchenchor Borgsdorf im Sommer aufgeführt hat. „Das hat dem Chor gut getan“, lacht sie. Einzelne Teile der Messe werden nun als Teil des Repertoires zu anderen Gelegenheiten – wie das „Agnus dei“ zum Ewigkeitssonntag – wieder aufgeführt.

2019 ist ein Gospel-Workshop geplant

Im kommenden Jahr ist ein offener Workshop zum Thema Gospel & Spiritual geplant – auch um neue Chorsänger zu gewinnen. Zwar sind die Männerstimmen mit vier Bässen und drei Tenören recht gut bestückt, aber vor allem über jüngere Stimmen würde man sich freuen. Die kamen auch, als man vor zwei Jahren einen Shanty-Workshop vor dem Sommerkonzert anbot. Denn das Konzert wird gern mit einem weltlichen und weniger kirchlichen Programm gestaltet. Die eingenommenen Spenden kommen zudem der Renovierung der Pinnower Kirche zugute. Und manch Besucher geht mit einem Ohrwurm nach Hause. „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder“ – selbst Schlenkers Einsingekanon kann sich im Ohr festsetzen.

Von Ulrike Gawande

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