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Hohen Neuendorf Viele Themen beim MAZ-Stammtisch
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01:16 02.09.2018
MAZ-Stammtisch in Hohen Neuendorf im Sportlerheim vom SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf in der Niederheide. Quelle: Enrico Kugler
Hohen Neuendorf

Zum Abschluss der Serie „MAZ zu Hause in Hohen Neuendorf und Birkenwerder“ fand am Mittwoch im Sportcasino vom SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf in der Niederheide der mittlerweile traditionelle MAZ-Stammtisch statt.

Müllprobleme, mangelnde Zusammenarbeit der Kommunen, fehlende Kunsträume und unsoziale Kitagebühren – die Themenvielfalt beim MAZ-Stammtisch war groß.

Klaus Fichter und Hans-Georg Greiner aus Borgsdorf hatte die Sorge um eine Drainageleitung in Borgsdorf zum Stammtisch getrieben. Die Leitung sei 1982 von der Reichsbahn in der Siedlung aus den 30er-Jahren gelegt worden. Damals hatten nach dem Autobahnbau alle Anwohner Wasser im Keller. Das war auch im letzten Jahr beim Starkregen wieder so. „Zu DDR-Zeiten haben wir die Schächte gereinigt, auch wenn die Laubenpieper ihr Unkraut hineingeworfen haben“, erinnerte sich Greiner. Nun seien sie zu alt, um die Arbeiten auszuführen, außerdem habe man zuletzt ja viele trockene Jahre gehabt. Doch der Regen und der nasse Keller machte nicht nur auf die nicht gepflegte Drainageleitung aufmerksam, sondern auch auf die mangelnde Zusammenarbeit der Kommunen. Er sei von Pontius zu Pilatus gelaufen. Keiner habe Bescheid gewusst, da die Leitung zwar auf dem Gelände von Borgsdorf liege, aber der Abwasserzweckverband Fließtal zuständig ist. Nach einem Brief an beide Bürgermeister im Oktober 2017 sei jetzt aber Bewegung in die Sache gekommen, so Greiner. „Mich ärgert, dass die Kommunen nicht miteinander reden, sondern auf den nächsten Regen warten.“

MAZ-Stammtisch in Hohen Neuendorf im Sportlerheim Niederheide Quelle: Enrico Kugler

Über mangelnde Kommunikation ärgern sich auch Guido Fahrendholz und Janette Budke aus Borgsdorf, die seit langer Zeit darum kämpfen, dass ein Streetworker in der Stadt eingestellt wird, der sich um die Erwachsenen, die auf der Straße leben, kümmert. Budke: „Streetworker kosten Geld, warum können Hohen Neuendorf und Birkenwerder dafür nicht zusammenlegen?“ Auch in Bezug auf eine Immobilie als mögliche Notunterkunft habe sich trotz gemeinsamer Sitzung des Sozialausschusses nichts getan, so Fahrendholz enttäuscht.

MAZ-Stammtisch in Hohen Neuendorf im Sportlerheim Niederheide Quelle: Enrico Kugler

Budke wurmt zudem, dass sie mittlerweile zu jeder Tages- und Nachtszeit angerufen werde, wenn es irgendwo Probleme mit Obdachlosen gebe. Sogar Ämter würden unter dem Motto „die hat alles im Griff und kümmert sich drum“ an sie verweisen. „Ich gehöre zwar zu den Charity Banditen, aber ich bin keine Sozialarbeiterin, sondern Mutter und Friseurmeisterin. Wir brauchen professionell ausgebildete Kräfte.“ Schließlich gehe es um Menschen, das werde oft vergessen, betonte Fahrendholz. „Die Zahnräder von Städten und Landkreis müssen greifen.“ Es helfe nichts, wenn Politiker die Schuld auf Berlin schieben, so der Borgsdorfer. In den letzten Jahren sei die Zahl der Wohnungslosen von 16 000 auf 54 000 gestiegen.

MAZ-Stammtisch in Hohen Neuendorf im Sportlerheim Niederheide Quelle: Enrico Kugler

Völlig andere Sorgen hat Dort Scherz aus Bergfelde: Die junge Zwillingsmama beschäftigen die hohen Kitabeiträge der Stadt. „400 Euro im U3-Bereich sind der Höchstsatz. Bei zwei Kleinkindern summiert sich das.“ Für manche Mama lohne es sich da nicht mehr, arbeiten zu gehen. Dabei sei die Kitabetreuung mehr als die Möglichkeit für Eltern, Geld verdienen zu gehen. „Es geht auch um frühkindliche Bildung. Warum sind Schule und Unis, bis auf den Semesterbeitrag, kostenlos und Kitas nicht?“, fragte die junge Mutter in die Runde. Drei Viertel ihres Einkommens müsse sie für die Kinderbetreuung investieren, obwohl sie so noch nicht einmal einen Vollzeitarbeitsvertrag in Berlin abdecken könne. „Ja, es sei ein großer Fehler gewesen, dass die Stadt die Kitas weggegeben habe“, bestätigte Manfred Hick, der selbst noch immer für eine Alternative für den Borgsdorfer Bahnübergang kämpft.

MAZ-Stammtisch in Hohen Neuendorf im Sportlerheim Niederheide Quelle: Enrico Kugler

Für Lutz Kiehne von Blau-Weiß Hohen Neuendorf, ist die Unterversorgung mit Sportplätzen in Hohen Neuendorf ein Problem und dass in der Stadt die aktuelle Bundesimmissionsschutzverordnung, die Training bis 22 Uhr erlaube, nicht umgesetzt wird. Unter dem Motto: „Was dem Fußballer der Sportplatz, sei dem bildenden Künstler die Galerie“, warb der Hohen Neuendorfer Gerd Siecksmeyer um Ausstellungsflächen in der Stadt. „Ich habe das Gefühle, dass es nicht gewollt wird.“ Dabei seien die Ergebnisse der Kunst Zeitzeugnis und in den beiden Orten gebe es viel Potenzial. Hick gab Siecksmeyer den Tipp, es mit fraktionsübergreifenden Anträgen zu versuchen. „So macht man Politik.“

MAZ-Stammtisch in Hohen Neuendorf im Sportlerheim Niederheide Quelle: Enrico Kugler

Nicht über Politik, sondern über Menschen ärgert sich Matthias Schulz. Genauer über Artgenossen, die Einwurfstationen für Glas und Papier zur Hausmüllentsorgung nutzen und über Gewerbetreibende, die mit ihren Verpackungen die Tonnen verstopfen. „Ratten laufen jetzt am helllichten Tage auf der Straße. Wir werden mit dem Problem alleine gelassen.“

Von Ulrike Gawande

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