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Hohen Neuendorf Sternsinger sammeln für Peru
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Sternsinger sammeln für Peru
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01:15 06.01.2019
Die Sternsinger machen am Donnerstag im Rathaus in Hohen Neuendorf Station und segnen erstmals den Neubau. Quelle: Enrico Kugler
Hohen Neuendorf

Joshua Makowski ist mit seinen 17 Jahren bereits ein alter Hase: Seit zehn Jahren bereits zieht er als Sternsinger von Haus zu Haus, diesmal als Caspar. Am Donnerstag machten er und seine Begleiter im neuen Hohen Neuendorfer Rathausanbau Station, wo sie vom Ersten Beigeordneten Alexander Tönnies (SPD) empfangen wurden.

Er freue sich sehr, dass nun erstmals auch der neu errichtete Rathausanbau mit dem Segen der heiligen drei Könige versehen wird, sagte Tönnies mit Blick auf die Zeremonie im Vorjahr, die noch im Altbau stattfand. Er dankte den Jugendlichen für ihre Zeit und dafür, dass sie sich mit ihrer Spendensammlung über jene Menschen Gedanken machen, denen es nicht so gut geht. Der Beigeordnete schlug vor, den Haussegen über dem Zugang zum Einwohnermeldeamt zu platzieren, denn hier kämen die meisten Leute durch. Der jüngere Bruder von Joshua übernahm diese Aufgabe, Julius Makowski (14), ebenfalls aus Hohen Neuendorf. Er verkörperte den Stern, der die drei heiligen Könige führte.

Der Beigeordnete Alexander Tönnies empfing die Sternsinger und spendete – aus privaten Mitteln. Quelle: Enrico Kugler

Mit Kreide beschrieb er den schwarzen Aufkleber: „20*C+M+B+19“. Das C+M+B wird dabei entweder als die Anfangsbuchstaben der Namen Caspar, Melchior und Balthasar gedeutet, öfter aber als Segensbitte: Christus Mansionem Benedicat – „Christus segne dieses Haus“. Für letztere Version entschieden sich auch die Hohen Neuendorfer Sternsinger.

Zur Zeremonie gehörten ebenso das gemeinsame Singen christlicher Lieder („Frohe Botschaft bringen wir“) sowie ein Segensgebet. Das sprach Mama Jutta Makowski: „Erfülle alle, die hier Verantwortung tragen und beraten, mit Klugheit, Einsicht, Tatkraft und Mitmenschlichkeit. Sende ihnen deinen Geist, dass sie gerecht und hilfsbereit handeln. Lass alle Einwohner unserer Stadt erkennen, dass sie mitverantwortlich sind für das Wohl der Gemeinschaft und schenke ihnen Achtung vor dem Nächsten.“

Julius Makowski übernimmt es als „Stern“, mit Kreide den Segensspruch über der Tür des Einwohnermeldeamtes anzubringen. Quelle: Enrico Kugler

Aber die Mutter hatte auch noch eine profanere Aufgabe übernommen. „Ich mache das Kamel“, sagte sie mit einem Augenzwinkern und verwies auf das Fahrzeug vor der Tür. Immerhin sieben bis acht Termine absolviere sie mit ihren Mitstreitern und Kindern zwischen Ende Dezember und Anfang Januar – nicht nur in Hohen Neuendorf, sondern auch in Schildow, Mühlenbeck, Schönfließ und Zühlsdorf. Bis zu drei Gruppen der Katholischen Kirchengemeinde St. Franziskus seien gleichzeitig im Einsatz. An diesem Donnerstag zum Beispiel auch bei mehreren Familien sowie im Seniorenzentrum Elisabeth in Bergfelde.

Die Katholische Kirchengemeinde St. Franziskus

Die Katholische Kirchengemeinde St. Franziskus in Berlin-Frohnau, die auch für den südlichen Zipfel des Oberhavelkreises zuständig ist, entsendet seit Ende Dezember bis zu drei Gruppen von Sternsingern in ihrem Einzugsbereich.

Noch bis zum 13. Januar werden die Kinder und Jugendlichen unterwegs sein, informierte Koordinator Raimund Weiland. Er fungiert außerdem als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung Hohen Neuendorf. Dass bereits jetzt der Haussegen verteilt wird, habe ausschließlich organisatorische Gründe: „Die Kinder haben Ferien“, so Weiland.

Ziel der Sternsinger sind Privathaushalte, öffentliche Einrichtungen sowie Pflegeeinrichtungen.  

Sie singen, segnen das jeweilige Haus und sammeln Spenden für rund 1600 Projekte weltweit.

Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr Projekte in Peru, wo Kinder mit Behinderungen besser in die Gesellschaft integriert werden sollen. Dazu werden Häuser geschaffen, in denen Pädagogen und Physiotherapeuten tätig sind.

Mit dabei sind nicht nur die beiden Makowski-Brüder, sondern auch Jana Bruckmoser als Melchior und Jette Jonientz als Balthasar. Die beiden 14-jährigen Mädchen sind in Hohen Neuendorf zu Hause und tragen einige Verse vor. Den wichtigsten Part allerdings übernimmt Joshua Makowski. Er erklärt vor versammelter Runde, wofür ganz konkret die Spenden gesammelt werden. Es gehe dabei um Kinder mit Behinderungen in den Armenvierteln von Lima, die von ihren Familien versteckt gehalten oder sogar ausgestoßen werden. Mit dem gesammelten Geld werde eine Einrichtung unterstützt, wo Pädagogen und Physiotherapeuten tätig sind. Diese sollen den Gehandicapten ein normales Alltagsleben ermöglichen. Dafür spendete Alexander Tönnies, der einen Umschlag in die Sammelbox steckte – aus seiner privaten Schatulle, wie er betonte.

Auch das hat lange Tradition und wurde in Hohen Neuendorf praktiziert: das gemeinsame Singen von christlichen Liedern. Quelle: Enrico Kugler

Von Helge Treichel

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