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Hohen Neuendorf Dackel „Pokalinski“ schnappt sich Preis um Preis
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Dackel „Pokalinski“ schnappt sich Preis um Preis
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00:24 16.09.2018
Monique Pangowski kuschelt mit Ginto. Quelle: PRIVAT
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Hohen Neuendorf

Dackel Ginto (4) schnappt sich nicht nur einen Pokal nach dem anderen, weil er so schön ist und müsste eigentlich Ginto Pokalinski heißen. Der kleine Kerl hat auch einen Job als eine Art Therapiehund und ist somit Seelentröster für viele Studenten vom Bard College in Berlin.

Die Einrichtung war kürzlich in den Medien, weil die dort studierende Sara Mardini aus Syrien in Griechenland verhaftet wurde, weil ihr als Fluchthelferin angeblich Menschenhandel vorgeworfen wird. Mit Sara hatte Ginto bisher noch keinen Kontakt, aber zig andere Studenten vom College können sich den tristen Schulalltag ohne Ginto gar nicht mehr vorstellen. Dreimal in der Woche begleitet der Dackel sein Frauchen Monique Pangowski (44) zum College.

Dreimal in der Woche tröstet Ginto die Studenten

Und während Monique fleißig als Cleanerin die Gänge und Räume putzt, genießt Ginto die Streicheleinheiten der Studenten. Mit einigen schnarcht er im Bett um die Wette, mit anderen macht er Kunststücke und andere wiederum tröstet er. „Einige haben Ginto sogar eine Ehrentafel gemalt und in den Räumen aufgehangen“, sagt Monique. „Im College studieren ja Leute aus 40 Nationen und viele haben Heimweh. Es gibt auch Studenten, die sogar Depressionen haben, wie eine junge Frau, die einfach nicht mehr aus ihrem Bett vor Trauer kam. Doch dann habe ich sie mit Ginto in ihrem Zimmer besucht und jedes Mal war sie ein bisschen mehr aufgeblüht und hat sogar wieder ein Fest der Studenten besucht“, sagt Monique.

Dackel Ginto schnappt sich einen Pokal nach dem anderen. Quelle: Hix

Auch für sein Frauchen war und ist der Dackel Seelentröster. Obwohl Monique aufgrund ihres Jobs eigentlich gar keinen Hund mehr wollte. Darum reagierte sie auch nicht, als Bilder von niedlichen Dackelwelpen im Stall gezeigt wurden, in dem die Pferdepflegerin damals arbeitete. „Doch dann verstarb meine Pflegemama und ich hörte mich eines Tages plötzlich fragen, ob doch noch Welpen da sind“, erzählt Monique. Und als sie kurz darauf beim Züchter die letzten zwei Welpen besuchte, war auch schon Ginto zur Stelle. „Er hat sich gleich an mich gekuschelt und das tat so gut. Mit dem Tod meiner Pflegemama war mir das Liebste genommen worden und mit Gino gleichzeitig wiedergegeben worden“, sagt Monique, die ihr Leben lang schon Hunde hatte.

Mit Kunststücken verzaubert der kleine Kerl seine Fans

Und seitdem ist Ginto fast ständig an ihrer Seite. Monique bringt Ginto auch diverse Kunststücke bei – vom Totstellen bis zur Rolle. „Eine Zeit lang hatte ich überlegt, mit Gino in Altenheime zu gehen, um anderen Menschen eine Freude zu machen. Darum habe ich ihm so viele Tricks beigebracht. Doch dann habe ich den Job als Reinigungskraft im College bekommen. Und – na ja – jetzt ist Ginto auch eine Art Therapiehund.“

Ginto relaxt mit einer Studentin. Quelle: privat

Wenn er Monique nicht gerade zum College begleitet, ist er bei einer Freundin. Dort kann er einfach nur Hund sein und das machen, was er am liebsten tut. Bälle „töten“, schlafen, jagen und futtern.

Und dass ihr Ginto schön ist, das wusste Monique natürlich schon immer. Aber, dass er als kastrierter Dackel sogar bei einer Rassehundeausstellung zum Champion 2018 gekürt wurde, das hat selbst Monique überrascht. „Wir haben vorher einfach aus Spaß an diversen Ausstellungen teilgenommen und fast jedes mal hat Gino einen Preis abgeräumt. Diese Preise waren die Vor­aussetzung, dass wir überhaupt an dem Championat teilnehmen durften“, sagt Monique. Insgesamt wurde der kleine Kerl viermal mit dem Richter-Urteil „Vorzüglich 1“ nach Hause geschickt, das das Aussehen des Hundes bewertet. Darüber hin­aus sahnt er zweimal den Titel „Best of Show“ ab, bei dem sich Ginto und Monique als Team gut präsentieren müssen. Schließlich „erschwänzelt“ er sich neben zahlreichen Urkunden insgesamt acht Pokale. Und wäre bei der Beantragung der Zucht-Papiere damals beim Züchter nicht etwas schief gegangen, würde Ginto jetzt den „Adelsnamen“ Amor aus der Fischerhütte tragen.

Ihm selbst ist das vermutlich schnauz-egal. Hauptsache, er kann auch Hund mit ganzem Herzen sein und seine kleine Dackelnase in jedes Kaninchenloch stecken, das seinen Weg kreuzt. Und dafür sorgt sein Frauchen auch mit ganzem Herzen. Denn für sie ist Ginto sowieso ein kleiner Amor-Liebesgott.

Von Jeannette Hix

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