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Hohen Neuendorf Ein geschichtsträchtiger Spaziergang
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Ein geschichtsträchtiger Spaziergang
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19:29 18.02.2019
Mit alten Fotos und Zeitungsartikeln ließ Marian Przybilla die Geschichte lebendig werden. Auch über die Aufforstung informierte er. Quelle: Robert Roeske
Hohen Neuendorf

Am 17. Februar 1990 kamen trotz des kalten Winters, rund 120 000 Menschen, um an der B 96 zwischen Hohen Neuendorf und dem Berliner Stadtteil Frohnau die Wiedereröffnung der Straße mit einem großen Fest zu feiern. Schon 1952, lange vor dem Mauerbau 1961 war die B 96 unterbrochen worden.

Wanderung entlang der alten Zonengrenze Quelle: Robert Roeske

Die Wiederöffnung ist jetzt 29 Jahre her. Doch mit einem historischen Spaziergang unter dem Motto „Mauer weg – Straße frei“ ließ am Sonntag Marian Przybilla von der „Deutschen Waldjugend Naturschutzturm“ diesen besonderen Tag lebendig werden. 50 Interessierte hatten sich bei frühlingshaften Temperaturen am Treffpunkt an der B 96 zwischen Hohen Neuendorf und Frohnau eingefunden. Dort wo eine große, braune Tafel, wie inzwischen an vielen anderen Stellen an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, auf die damaligen Ereignisse aufmerksam macht. „Das Datum soll nicht vergessen werden“, so Przybilla, der bereits 2010 eine erste Tour an einem 17. Februar veranstaltete. „Am Tag des Mauerfalls, am 9. November war ja nichts passiert in Hohen Neuendorf.“

Wanderung entlang der alten Zonengrenze . Quelle: Robert Roeske

Doch beim Spaziergang am Sonntag wagte Marian Przybilla noch einen weiterreichenden Exkurs in die Geschichte des ehemaligen Grenzwaldes, der seit 1989 als Gartendenkmal eingetragen ist und seit 2006 als sogenannter Urwald nicht mehr bewirtschaftet und bebaut werden darf. Noch bis in die 1970er Jahre hinein sei das anders gewesen, so der Fachmann. Und 1975 kaufte Berlin den Wald für damals 128 Millionen D-Mark zurück. „Es ist der teuerste Wald Berlins, denn damals galt noch Baurecht für die Fläche“, weiß Przybilla.

Wanderung entlang der alten Zonengrenze. Quelle: Robert Roeske

Denn ursprünglich sollten einmal rund 30 000 Menschen in dem Gebiet leben. Noch heute findet man im Wald gepflasterte Straßen mit Bordsteinen, die den natürlichen Gegebenheiten angepasst wurden, und die von den großen Plänen zeugen. 1907/08 hatte Guido Graf Henckel Fürst von Donnersmarck, damals einer der reichsten Männer seiner Zeit und Urgroßvater des bekannten Oscar-Preisträgers und Regisseurs von „Das Leben der Anderen“, Teile der Stolper Heide von Baron Werner von Veltheim gekauft. Es sollte eine Gartenstadt entstehen. 1910 wurde der Ort Frohnau gegründet, und die Straßen angelegt, doch der Krieg beendete die Bautätigkeit. 1920 wurde Frohnau dann nach Berlin eingemeindet.

Wanderung entlang der alten Zonengrenze . Quelle: Robert Roeske

Am ehemaligen Bahnhof Stolpe – dort wo heute die Tankstelle an der B 96 steht – befand sich einst an der Stadtgrenze im Wald ein kleiner Verkaufspavillon. Dort kamen die Berliner mit der Bahn an und kauften sich ihr Grundstück in Frohnau, weiß Przybilla zu berichten. Heute zeugt nur noch eine Treppe mitten im Wald von dem ältesten Haus Frohnaus, das von 1960 bis 1986 vom Westberliner Zoll als Grenzaufsichtsstelle genutzt wurde. Danach verfiel das mittlerweile denkmalgeschützte Gebäude, das 2002 abgebaut und im Künstlerhof Frohnau wieder aufgebaut wurde.

Wanderung entlang der alten Zonengrenze. Quelle: Robert Roeske

„Das war viel Neues, auch wenn ich täglich die B 96 lang fahre“, lobt Hans Schmidt aus Hohen Neuendorf den informativen zweistündigen Spaziergang. Besonders der Künstlerhof, der einst als Lazarett gebaut, als Lungenstätte, Außenstelle der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik und Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde, hat bei ihm Eindruck hinterlassen. Es sei nie langweilig geworden und die Zeit sei wie im Fluge vergangen, so Schmidt. Przybilla berichtete auch, dass der Architekt des Pavillons, Paul Poser zudem das Glienicker Rathaus und die alte Post in Birkenwerder sowie die Friedhofskapellen in beiden Orten entworfen hatte.

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