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Hohen Neuendorf Wasser ist nicht gleich Wasser
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Wasser ist nicht gleich Wasser
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02:20 19.04.2018
Rebecca Schönknecht (18), Josephine Wernicke (17) und Henriette Bäßler (16) mit ihrem Lehrer und Betreuer Andreas Scheuermann (v.l.). Quelle: Helge Treichel
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Hohen Neuendorf

Dass Leitungswasser am Morgen abgestanden schmecken kann, hat wahrscheinlich jeder schon einmal festgestellt. Was aber übers Wochenende oder während der Ferien mit dem stehenden Wasser in der Hauswasserleitung passiert, das haben drei Schülerinnen des Marie-Curie-Gymnasiums ganz genau untersucht. Dafür haben sie beim bundesweiten Wettbewerb „Jugend forscht“ Preise abgeräumt: Sieg beim Regionalfinale Anfang März und 2. Platz beim Landesausscheid am 10./11. April in Schwarzheide. „Da es aber auf Landesebene keinen Sieger gab, waren wir trotzdem die Besten“, bilanziert Betreuer und Physiklehrer Andreas Scheuermann. Er selbst erhielt einen Sonderpreis, verbunden mit einem fünftägigen Studienseminar im Kerschensteiner Kolleg des Deutschen Museums in München.

Präsentationsstand beim Landesausscheid in Schwarzheide. Quelle: privat

Nach ihrem Regionalsieg haben die Mädchen ihren Schnelltest-Untersuchungen des Stagnationswassers noch einige Messreihen hinzugefügt und sie in einem professionellen Institut untersuchen lassen. Dabei stellte sich heraus, dass die Wasserqualität zwischen dem Hausanschluss im Keller und dem dritten Obergeschoss ihres Schulgebäudes stark abnimmt. Während der Blei-, Nickel- und Kupfergehalt zunahm, sank der des Eisens. Das selbe Ergebnis bei der mikrobiologischen Untersuchung: Bei der Wasserprobe aus dem Keller vermehrten sich keine Keime auf dem Nährboden, sechs große Kolonien waren bereits bei der Probe aus dem Erdgeschoss sichtbar, 200 kleine Kolonien waren es beim im dritten Obergeschoss gezapften Wasser. Ebenso bunt blühten die Keime auf Waschbecken, Wasserhahngriffen (15 Kolonien) und insbesondere in den verkalkten Perlatoren der Wasserhähne (16 Kolonien).

Beim Vorbereiten der mikrobiologischen Proben. Die Flamme dient der Desinfektion. Quelle: Helge Treichel

Henriette Bäßler hat deshalb ein Merkblatt für einen Wasserschnelltest entworfen – mit Sichtprobe, Geruchstest, Temperaturmessung, pH-Wert-Ermittlung und am Ende der Geschmacksprobe. Der daraus abgeleitete Tipp: Wer Leitungswasser trinkt, sollte es ablaufen lassen, bis es merklich kühler wird. Perlatoren sollten regelmäßig gewechselt oder gereinigt werden.

Brutkasten Marke Eigenbau: Rotlichtlampe mit Filmdosendeckel und Computerlüfter sorgten für ein optimales Klima beim Züchten der Keime. Quelle: Helge Treichel

Um die Keime überhaupt nachweisen zu können, mussten sich die Schülerinnen etwas einfallen lassen. Aus Brühwürfeln, Zucker und Agar-Agar haben sie eigene Agarplatten hergestellt. Weil die mit den Wasserproben beimpften Petrischalen dann bei 34 bis 37 Grad Celsius „reifen“ mussten, wurde auch dafür ein eigener Wärmeschrank samt Temperaturfühlern und Umwälzung entwickelt.

Josephine Wernicke mit den gezüchteten Keimen. Quelle: Helge Treichel

Die drei Schülerinnen, von denen zwei Ärztinnen werden wollen und eine sich noch nicht festgelegt hat, haben sich im Rahmen des Seminarkurses „Extreme Lebensbedingungen“ mit den wissenschaftlichen Analysen befasst. Vor einem Jahr hatten sie Mängel bei der Abfallentsorgung an ihrer Schule festgestellt und einen Dreifach-Behälter zur Mülltrennung entwickelt. Diese neuen Mülleimer sind am Marie-Curie-Gymnasium inzwischen erfolgreich in Praxis eingeführt worden. Unterstützt wurde die junge Forschungsgruppe von Sponsoren wie Harbauer und Sixt sowie dem Labor der Oranienburger Eurofins-Niederlassung. Gemeldet hat sich übrigens auch die Wasser Nord GmbH & Co KG. Der hiesige Wasserversorger hat die Schüler zu einem Laborbesuch bei den Berliner Wasserbetrieben eingeladen.

Der selbst gebaute „Brutkasten“ mit den Temperaturmessgeräten. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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