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Hohen Neuendorf Zuhörerin und Helferin aus Raum 17
Lokales Oberhavel Hohen Neuendorf Zuhörerin und Helferin aus Raum 17
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09:47 30.08.2018
Schulsozialarbeiterin Denise Uhlig ist seit zwei Jahren an der Ahorngrundschule Bergfelde tätig. Quelle: Foto: Helge Treichel
Bergfelde

Raum 17 ist seit zwei Jahren eine wichtige Anlaufstelle für Kinder, Lehrer und Eltern, wenn irgendwo an der Ahorngrundschule Bergfelde soziale Spannungen oder Probleme auftreten. Hier kann jeder sein Herz ausschütten, hier wird geholfen – oder Hilfe organisiert.

Es ist das Büro von Sozialpädagogin Denise Uhlig. Für die 43-Jährige hat gerade das dritte Schuljahr in Bergfelde begonnen, ebenso wie für ihre Kollegin Silvia Engl, die an der Grundschule in Borgsdorf tätig ist. Beide waren in einem anderthalbjährigen Pilotprojekt der Stadt Hohen Neuendorf als Schulsozialarbeiterinnen angetreten. Inzwischen steht fest, dass sich dieses freiwillige Angebot bewährt hat und auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung auf die beiden anderen Grundschulen ausgeweitet werden soll. Mit Schuljahresbeginn trat bereits Peter Krauthäuser seinen Dienst in der Niederheide an. Ab Februar soll auch die Stelle an der Waldgrundschule Hohen Neuendorf besetzt sein, sagt Fachbereichsleiterin Ariane Fäscher. Die Stadt bringt dafür in diesem Jahr gut 260.000 Euro auf, im kommenden Jahr sogar 375.000 Euro.

Vertrauen ist eine wichtige Währung

In Raum 17 gibt es Spielzeug und Spiele, Utensilien zum Malen und zum Musizieren. Schließlich gehe es bei Sozialarbeit um Vertrauen und Beziehungen, erklärt Denise Uhlig. Überall im Raum sind Fotografien von bisherigen Aktivitäten zu sehen, darunter Klassenfahrten. Gemeinsam mit den Streitschlichtern zum Beispiel wird zum Schuljahresende ein Ausflug organisiert (Klettern, Filmpark). Insgesamt 23 Mädchen und Jungen aus der vierten bis sechsten Klassenstufe sind aktuell als Schul-Streitschlichter ausgebildet – mit Zertifikat.

Im Raum 17 zeigt Denise Uhlig Fotos von den jüngsten Aktivitäten mit ihren Kids. Quelle: Helge Treichel

Dafür hat Denise Uhlig einen externen Trainer als Mentor angeheuert und das nötige Geld vom Landkreis organisiert. Seit sie an der Schule ist, gibt es dieses Projekt. Das gilt auch für die Klassenräte, die ab der zweiten Klassenstufe gebildet werden. Es gibt Ämter wie Vorsitzende, Protokollanten sowie Zeit- und Regelwächter. Demokratisch wird über anstehende Themen entschieden. „Wichtig ist, miteinander zu reden und sich auch mal Komplimente zu machen“, sagt Denise Uhlig. Dabei sei ihr aufgefallen, wie schwer es vielen Kindern fällt, mal etwas Nettes zu sagen. Es werde trainiert, sich für die Gefühle anderer zu sensibilisieren, Verständnis aufzubringen, sich aber auch selbst zu öffnen. Für die Kinder sei es ein Aha-Erlebnis, wenn Mitschüler auf die angesprochenen Sorgen reagieren und versuchen, Störendes abzustellen.

Mit Eltern, Kindern und Lehrern ins Gespräch kommen

Raum 17 dient aber auch dazu, mit den Eltern niedrigschwellig ins Gespräch zu kommen, sagt Denise Uhlig. Das sei ausdrücklich sogar erwünscht, „wenn der Lehrer mal das Problem ist“. Andererseits hätten Lehrer oft nicht die Zeit, sich mit den familiären Nöten von Kindern zu befassen. Sie selbst habe sich mit zahlreichen Partnern vernetzt – von Beratungsstellen, über Einzelfallhelfer, Psychologen und Kollegen bis hin zum Jugendamt.

Die 43-jährige Mutter eines Sohnes (7) hat sechs Jahre in Spanien gelebt, bevor sie ihr Abitur nachholte und sich zum Studium einschrieb. Seit 2009 wohnt die gebürtige Oranienburgerin in Hohen Neuendorf. Sie kümmerte sich zuvor am Berufsförderungswerk Oranienburg, für den Träger ALEP und an der Gesamtschule Mühlenbeck um Jugendliche. Es sei jedoch am effektivsten, möglichst früh mit der Hilfestellung hinsichtlich der Förderung und der Kommunikation in den Familien anzusetzen, so ihre Erkenntnis. Deshalb habe sie sich ganz bewusst an einer Grundschule beworben und begrüßt das anhaltende freiwillige Engagement der Stadt in der Schulsozialarbeit. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viel zu tun ist“, resümiert Denise Uhlig die vergangenen Jahre.

Von Helge Treichel

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