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Oberhavel Die Schönheit des Alters
Lokales Oberhavel Die Schönheit des Alters
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00:38 23.07.2015
Die Sultaninen aus Hohen Neuendorf halten sich mit Tanztraining fit und jung. Quelle: Müller
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Hohen Neuendorf

Die Hüften kreisen, Arme schlängeln sich in die Höhe, bunte Tücher umschmeicheln die Körper, der Perlenschmuck an Hals und Lenden wippt klingelnd und klackend im Takt orientalischer Musik. Die Sultaninen – acht Hohen Neuendorfer Frauen jenseits der 60 – proben ihr Tanzrepertoire für ihren nächsten Auftritt Ende des Monats in einem Seniorenheim in Glienicke.

Zwischen ihren Bauch-, Schleier-, Fächer- und Stocktänzen tupfen sie sich lachend und scherzend gegenseitig die Schweißperlen von der Stirn. „Es ist schon anstrengend und anspruchsvoll für uns, sich so zu bewegen. Alle Muskeln werden beansprucht“, sagt Tanzlehrerin Sigrun Nowack in einer Übungspause. „Aber die Bewegungen setzen einfach Glückshormone frei. Wir genießen es, uns zu verkleiden, geschmeidig zu sein und einfach schön auszusehen.“

Den Körper fit zu halten und dabei zugleich soziale Kontakte zu pflegen – das stand bei allen Frauen zunächst am Anfang ihrer späten „Tanzkarriere“. Dank einer eher zufälligen Begegnung mit der heute 66jährigen Tanzlehrerin während einer Weihnachtsfeier im Frauen-Fitness-Studio Delia in Hohen Neuendorf kam es schließlich zur Bildung einer regelmäßigen Übungs- und Tanzgruppe. Sigrun Nowack hatte den orientalischen Tanz schon für sich entdeckt, als sie noch im Berufsleben als Modedesignerin stand und sich Schritt für Schritt zur Übungsleiterin weiter qualifiziert. „Jetzt sind wir schon seit zehn Jahren zusammen, die Älteste von uns ist mittlerweile über 80 Jahre alt“, sagt die Sprecherin der Gruppe Hanna Kunke, die wie alle anderen von Anfang an dabei ist. „Wir haben also ein richtiges Jubiläum zu feiern. Das macht uns schon sehr stolz.“

Jede Woche treffen sich die Frauen im Fitnessstudio, um an ihren Choreographien zu feilen oder sich neuen Herausforderungen zu stellen. Gerade wird an einem neuen arabischen Kreistanz mit komplizierten Kreuzschritten, Schulter- und Hüftdrehungen gearbeitet, der schon zum nächsten Auftritt in Glienicke sitzen soll. „Das soll ein richtiger Feger, ein rauschender Abgang zum Programmschluss werden“, motiviert die Lehrerin Sigrun Nowack ihre Mitstreiterinnen, die sich konzentriert ans Werk machen „Stepp touch, stepp touch, kreuzen, kreuzen ....“ Es klappt nicht alles auf Anhieb. Aber das wirft Subaia, die kleine Löwin, Aiyana, die ewige Rose, oder Akila, die Vornehme, nicht um. Die Frauen haben sich – mit einem Augenzwinkern natürlich – nicht nur Namen gegeben. Die Farbe ihrer Kostüme soll zugleich den individuellen Wesenszug einer jeden unterstreichen: Das Rot steht für die besonders Aktive, das Grün für die eher Kühle und das Gelb für den munter drauflos flatternden Schmetterling. Es versteht sich, dass graue oder gar dunkle Farb- und Klangtöne bei dieser Truppe keinen Platz haben.

Von Torsten Müller

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