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Hommage an Hedwig Bollhagen

Neues Museum in Velten Hommage an Hedwig Bollhagen

Velten ist um eine Attraktion reicher: Am Donnerstag ist das Hedwig-Bollhagen-Museum eröffnet worden, in dem der künstlerische Nachlass der weit über den Landkreis Oberhavel hinaus und im Jahr 2001 verstorbenen Keramikkünstlerin zu sehen ist. Die Sammlung umfasst insgesamt rund 1600 Exponate.

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Beste Laune bei der Eröffnung (v.l.): Bürgermeisterin Ines Hübner, Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter, Bildungsministerin Johanna Wanka, Ehepaar Resch (Bollhagen Stiftung), Patricia Werner von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung
 

Quelle: Ulrike Gawande

Velten.  „Es war mein Bestreben, keine modischen Sachen, sondern einfache, zeitlose Dinge zu machen.“ Mit diesem Credo der 2001 verstorbenen Keramikkünstlerin wird der Besucher auf den Rundgang im neuen Hedwig-Bollhagen-Museum in Velten (Oberhavel) eingestimmt. Hier werde eine herausragende Sammlung zeitlos schöner Keramik dem Publikum dauerhaft zugänglich gemacht, erklärte die brandenburgische Kulturministerin Sabine Kunst, die Donnerstagnachmittag die Ausstellung eröffnete.

Hedwig Bollhagen

Hedwig Bollhagen

Quelle: dpa-Zentralbild

Das Museum präsentiert den künstlerischen Nachlass von Hedwig Bollhagen, die von 1934 bis zu ihrem Tod die HB-Werkstätten im benachbarten Marwitz leitete. Etwa ein Viertel der rund 1600 Exponate, vor allem Unikate, Muster und Entwürfe werden in Velten als Dauerleihgabe der Hedwig-Bollhagen-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gezeigt. Der schriftliche Nachlass der Künstlerin wird im Landeshauptarchiv in Potsdam verwahrt.

„Wir wollen die unbekannte Hedwig Bollhagen zeigen“ sagt Museumschefin Nicole Seydewitz, die auch das Veltener Ofen- und Keramikmuseum leitet. Neben dem bekannten blau-weißen oder schwarz-grünen Geschirr sind Entwürfe für Vasen oder Teller zu sehen, die den Weg in die Serienproduktion nicht gefunden haben. Das Besondere am HB-Museum sind die zahlreichen Bänke entlang der Wände. Der Besucher erhält so, die Möglichkeit, die in der Mitte stehenden Vitrinen von allen Seiten zu betrachten. Durch das Oberlicht entsteht zudem eine Atmospäre, die dem natürlichen Licht der Keramikwerkstätten entspricht.

An sogenannten Mitmachstationen können die Besucher erfahren, wie aus Ton beispielsweise jene kleinen Sahnekännchen entstehen, die in verschiedenen Dekors von 1938 bis heute in den HB-Werkstätten gefertigt werden. Die Ausstellungsmacher haben auch die Umstände des Erwerbs der Marwitzer Werkstätten 1934 von der in die Emigration gedrängten jüdischen Keramikerin Heymann-Lobenstein nicht ausgeklammert.

 Mit dem Hedwig-Bollhagen-Museum erhält Velten ein zweites Museum von bundesweiter Ausstrahlung. Auch im benachbarten Ofen- und Keramikmuseum, das in der noch produzierenden Ofenfabrik Schmidt, Lehmann zu finden ist und das an diesem Wochenende sein 110-jähriges Bestehen feiert, werden keramische Kunstwerke präsentiert.

Im Foyer des neuen Museums sind jetzt der gemeinsame Kassenbereich und der Museumsshop untergekommen. Dort kann zwar Literatur erworben werden, die bekannten Keramiken von HB wird der Museumsbesucher dort nicht finden. Verwiesen wird darauf, dass die HB-Werkstätten in Marwitz kaum drei Kilometer entfernt sind.

Die Suche nach einem Standort für die HB-Sammlung gestaltete sich schwierig. Zunächst wurde Potsdam favorisiert, doch 2010 stand fest, dass das neue Museum in einem Neubau und der ehemaligen Remise der Veltener Ofenfabrik sein Domizil finden soll. Mit finanzieller Förderung von Bund, Land, dem Kreis Oberhavel und der Stadt Velten. Rund 1,8 Millionen Euro wurden in den Neubau investiert. Beide Museen werden jetzt gemeinsam vom Förderverein des Ofenmuseums betrieben. Dessen Vorsitzender Udo Arndt resümiert: „Es war nicht ganz leicht, dem Nachlass von HB eine Heimstatt zu verschaffen. Doch jetzt ist er angekommen.“

Von den Bänken aus haben Besucher einen guten Blick auf die Vitrinen, in denen sich die Exponate befinden

Von den Bänken aus haben Besucher einen guten Blick auf die Vitrinen, in denen sich die Exponate befinden.

Quelle: Ulrich Bergt

Von Ulrich Bergt

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