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Hubschrauber-Einsatz kostet wertvolle Zeit

Kritik an Notfallrettung in Oberhavel Hubschrauber-Einsatz kostet wertvolle Zeit

Immer öfter werden im Landkreis Oberhavel Hubschrauber angefordert, wenn Menschen schwer verletzt sind. Der Veltener Stadtverordnete Frank Steinbock (SPD) kritisiert das. Aus seiner Sicht geht dadurch wertvolle Zeit verloren, die Leben kosten könnte. Es seien zu wenige Notarztwagen vorhanden, kritisiert Steinbock, der selbst regelmäßig mit der Feuerwehr unterwegs ist.

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Mitte März gab es auch in der Veltener Parkstadt einen Rettungseinsatz aus der Luft.

Quelle: Ulrike Gawande

Oberhavel. Eine 60-Jährige raste Mitte März auf der B 96 nahe des Abzweigs Meseberg gegen einen Baum. Ihr Auto überschlug sich nach dem Crash mehrfach und war an der Frontseite völlig zerquetscht. Für die Rettung der eingklemmten Schwerverletzten kam ein Hubschrauber aus dem 200 Kilometer entfernten Rostock, der sie ins Klinikum Berlin-Marzahn flog. „Solche Einsätze mit Hubschraubern nehmen zu, weil wir einfach zu wenige Notarztwagen im Landkreis haben“, sagt Frank Steinbock (SPD), Stadtverordneter und Vorsitzender des Veltener Ausschusses für Sicherheit und Ordnung. Ihm liegt das Thema am Herzen, Steinbock hat mit Rettungskräften aus dem Kreis darüber gesprochen.

Für die Ofenstadt Velten hat der SPD-Mann allein in diesem Jahr neun Rettungseinsätze aus der Luft beobachtet. Diese kämen immer, wenn gerade kein Notarzteinsatzwagen zur Verfügung stehe. „Oft müssen sogar zwei Hubschrauber in einen Ort fliegen, weil kein Einsatzwagen da ist. Da ist doch was faul im Kreis.“

Nach den Informationen der Oberhaveler Kreisverwaltung gibt es drei solcher Notarztfahrzeuge, die jeweils 24 Stunden besetzt sind. Sie sind in den Krankenhäusern in Hennigsdorf, Oranienburg und Gransee stationiert. Ein solcher Einsatzwagen ist im Südkreis innerhalb von fünf bis acht Minuten vor Ort. Nur kann er eben nicht überall gleichzeitig sein.

Die Hubschrauber als Alternativen seien zwar gut ausgestattet, hätten aber oft einen weiteren Weg als die Einsatzwagen, sagt Steinbock. Bei schweren Verkehrsunfällen oder Schlaganfällen könnte aber bei der Rettung aus der Luft wertvolle Zeit verstreichen. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Bevölkerung immer älter wird und die Einsätze auch deshalb eher zunehmen werden.

Frank Steinbock kritisiert auch die Hilfsfrist im Kreis. Demnach darf es bis zu 15 Minuten dauern darf, bis Rettungskräfte vor Ort sind. Für den SPD-Mann, der regelmäßig auf Einsätzen von Berliner Feuerwachen in Spandau-Süd und Wilmersdorf mitfährt, ist diese Frist zu lang bemessen. Zum Vergleich: In Berlin darf es maximal 9,5 Minuten dauern, bis Hilfe kommt. „Hilfefristen sollten zehn Minuten nicht übersteigen. Jede weitere Minute kann tödlich sein“, so Steinbock.

Ronny Wappler, Sprecher der Kreisverwaltung verweist darauf, dass in Angermünde im August 2015 ein neuer Hubschrauberstützpunkt eröffnet wurde, wodurch sich die Qualität der Versorgung verbessert habe. „Neben der schnellen und professionellen medizinischen Versorgung am Unfallort durch Notarzteinsatzfahrzeuge und Rettungswagen, können Patienten auf schnellstem Weg in ein Krankenhaus transportiert werden.“ Die Anzahl der Notarztfahrzeuge im Kreis indes gebe der Rettungsdienstbereichsplan 2013 vor. „Geht ein Notruf ein, so nimmt die Leitstelle in Eberswalde diesen entgegen. Durch die Mitarbeiter dort erfolgt eine standardisierte Abfrage, danach wird entschieden, welches Rettungsmittel zum Einsatz kommt“, so Wappler.

Zum Vergleich zieht er den Nachbarkreis Barnim heran, der „nur“ zwei Notarzteinsatzfahrzeuge unterhalte. Allerdings, räumt Ronny Wappler ein, könne man die Kreise hinsichtlich der Fläche, Bevölkerungsdichte und dem Alter der Bevölkerung nicht direkt vergleichen.

Von Marco Paetzel

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