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Oberhavel Hund frisst Wurst mit Stecknadel
Lokales Oberhavel Hund frisst Wurst mit Stecknadel
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00:21 11.02.2018
Matthias Wiegandt mit dem viereinhalb Jahre alten „Charly“, einer Husky-Pinscher-Mischung. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Es war ein riesiger Schreck in der Abendstunde für Matthias Wiegandt und Cathleen Kerkel. Beide waren am Montag gegen 21.20 Uhr auf ihrer abendlichen Gassi-Runde mit Hund Charly unterwegs. In der Weißen Stadt. Plötzlich hatte der Rüde etwas im Maul und verhielt sich ungewöhnlich. Besitzerein Cathleen Kerkel griff ihrem Vierbeiner beherzt ins Maul und holte einen ganz bösartigen Happen heraus: Ein Stück Mettwurst, gespickt mit einer großen Stecknadel mit buntem Kopf.

Panik erfasst Hund und Besitzer. Was, wenn der Vierbeiner schon etwas herunter geschluckt und sich dabei verletzt hat? Sie fuhren umgehend zur Tierklinik nach Schönfließ, ließen ihren geliebten Charly röntgen. „Zum Glück ist nichts passiert“, war Matthias Wiegandt erleichtert. Gegen Mitternacht waren sie wieder zurück.

Weiteres präpariertes Wurststück

Damit sie irgendwie Ruhe finden konnten und um andere vor dieser Erfahrung zu bewahren, gingen sie den Fundort in der Artur-Becker-Straße 12 noch einmal ab. Und wurden fündig. Wiegandt entdeckte ein weiteres präpariertes Wurststück mit Nadel im Schein der Taschenlampe, Cathleen Kerkel am Dienstagmorgen ebenso. „Alle waren gezielt hingelegt, ins Laub vor den Hausnummern 8, 10 und 12“, ist der Oranienburger überzeugt.

Am Dienstag erstattete Wiegandt, der als Projektmanager bei Takeda arbeitet, bei der Polizei Anzeige. Er und Cathleen Kerkel räumen ein, dass es auf den Straßen und den Wiesen der Weißen Stadt ziemlich dreckig ist. „Überall muss man aufpassen, nicht in Hundehaufen zu treten“. Doch solche Attacken könnten nun wirklich nicht die Lösung sein. „Die Tiere können doch am wenigsten dafür.“

Weiter Ausschau gehalten

Vielmehr sollten mehr Hundetoiletten aufgestellt werden. Gerade mal eine einzige steht an der Artur-Becker-Straße, gleich neben „Tatort“ Haus Nummer 12. Aber das ist einfach zu wenig, finden sie. Stundenlang mit einem vollen Hundebeutel rumzulaufen, ist auch nicht angenehm. Und dass die Tretminen für Unmut sorgen, sei verständlich.

Die Besitzer von Charly haben am Mittwoch noch einmal Ausschau nach möglichen Wurstködern gehalten: „Wir möchten alle warnen und sprechen natürlich auch Hundebesitzer auf der Straße an, aufmerksam zu sein.“

Nicht nur der Schreck sitzt ihnen in den Knochen. Auch eine Rechnung über 178 Euro haben sie nun zu begleichen für die nächtliche Röntgen-Aktion. „Wir hatten echt Angst.“ Aber Hauptsache, ihrem Charly ist nichts passiert.

Von Heike Bergt

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