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Hunderte kamen zum Fest der Nationen

Begegnungen in Lehnitz Hunderte kamen zum Fest der Nationen

Es war ein Nachmittag der herzlichen Begegnungen. Auf dem Gelände des Lehnitzer Asylbewerberheimes fand am Sonnabendnachmittag das Fest der Nationen statt. Einheimische kamen mit Asylbewerbern ins Gespräch, es entstanden viele neue Kontakte.

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Martin und Donatha Rohde kamen mit Lama Abd Alhay aus Syrien ins Gespräch.

Quelle: Robert Roeske

Lehnitz. Das Fest der Nationen war ein voller Erfolg. Hunderte Menschen kamen am Sonnabendnachmittag auf das Areal neben der Turnhalle auf dem ehemaligen Lehnitzer Kasernengelände. Mehr als die Organisatoren von der Initiative „Willkommen in Oranienburg“ erwartet hatten. „Das zeigt uns, dass die Gesellschaft in Oranienburg funktioniert, und dass wir auf unsere Stadt stolz sein können“, sagte Arne Probandt, einer der Organisatoren des Festes. Daraufhin gab es vom Publikum großen Applaus.

„Ich befürchtete eine Selbstbeweihräucherung“, sagte Lukas Degenhardt, einer der Besucher. „Aber es ist ein buntes Publikum.“ Das war es in der Tat, Einheimische standen mit Asylbewerbern zusammen und tauschten sich aus. Auf Deutsch, Englisch oder mit Händen und Füßen. Beim „Fest der Nationen“ war genau das auch so gewollt. Es gab etwas zu essen, die Möglichkeit von gemeinsamen sportlichen Aktivitäten und viel Musik. Auch eine Kleidertauschbörse fand statt.

Es gab Leckeres vom Grill

Es gab Leckeres vom Grill

Quelle: Robert Roeske

Martin Rohde kam mit seiner Familie nach Lehnitz. „Um endlich mal Kontakt zu den Flüchtlingen zu bekommen.“ Er traf Lama Abd Alhay, die aus Syrien stammt, und kam mit ihr ins Gespräch. „Er sagte mir, dass er etwas für mein Baby hat“, erzählte sie auf Englisch. „Wir haben einen Kinderwagen, den wollten wir gleich noch vorbeibringen“, sagte Martin Rohde. „Das ist sehr schön“, freute sich die junge Frau aus Syrien und lächelte dabei.

Bei Brigitte Kellermann, Lehrerin an der Förderschule St. Johannesberg, konnten sich Asylbewerber für Deutschkurse einschreiben. „Sie wollen Deutsch lernen“, sagte sie. Allein am Sonnabend schrieben sich innerhalb der ersten Stunde des Festes 24 Leute ein. „Insgesamt haben wir 200 Schüler.“

Momentan leben im Lehnitzer Asylbewerberheim etwa 230 Menschen, sagte Arne Probandt von der Willkommensinitiative. Angesichts der anhaltenden Flüchtlingsströme könnten es sicherlich bald mehr werden.

Es entwickelten sich Gespräche

Es entwickelten sich Gespräche.

Quelle: Robert Tiesler

Das „Fest der Nationen“ fand das erste Mal in dieser Form statt. Arne Probrandt bedankte sich bei allen, die geholfen haben. Dazu gehörten die Verkehrswacht, das DRK, der Familien-Sport-Verein Oberhavel, die alle vor Ort waren.

Auch Gisela und Heinz Helas kamen nach Lehnitz. Sie sind seit 50 Jahren „Wochenendler“ im Ort. Eigentlich wohnen sie in Berlin. „Wir kennen dieses Gelände immer nur vom Vorbeifahren“, erzählte Gisela Helas. „Wir wollten sehen, wie es nun genutzt wird, man hat ja sonst keine Berührungspunkte.“ Man solle sich für Kriegsflüchtlinge engagieren, und Heinz Helas weiß, wovon er spricht: „Ich war 1945 selbst auf der Flucht, ich kann sehr gut nachvollziehen, was die Leute durchmachen.“

Interkultureller Meinungsaustausch

Interkultureller Meinungsaustausch.

Quelle: Robert Roeske

Auch Pfadfinder aus dem Mühlenbecker Land kamen am Sonnabend nach Lehnitz. „Nach unserer Gruppenstunde wollten wir herkommen und uns das ansehen“, sagte der 14-jährige Leon Schimanowski.

Auch in Borgsdorf soll, wie berichtet, demnächst ein Asylbewerberheim eröffnet werden. Deshalb besuchte auch Mathias Ahlrichs das Gelände. „Ich wollte mir ansehen, wie das hier läuft“, erzählte er. „Meine Kinder interessieren sich auch sehr dafür, und ich will das unterstützen.“

Ein Fest, von dem die allermeisten Gäste sehr angetan waren.

Von Robert Tiesler

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