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Oberhavel Hustenattacken am Abend
Lokales Oberhavel Hustenattacken am Abend
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22:35 17.05.2017
Körbe, Schalen und Grills zu befeuern, ist genehmigungsfrei. Quelle: Privat
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Bergfelde/Birkenwerder

Regelmäßig überkommt Dora Opitz aus der Winklerstraße in Bergfelde der Hustenreiz. Die 75-Jährige hat die Ursache schon seit längerer Zeit ausgemacht: Feuerschalen und Grills. „Manchmal wird hier in der Nachbarschaft an jedem Abend irgendwo Feuer gemacht“, beschwert sich die Seniorin. Mindestens aber freitags und sonnabends. In der ganzen Wohnung lege sich schon nach kurzer Zeit ein Rußfilm auf die Einrichtung. Mehrfach hatte sie sich bereits an die Stadtverwaltung gewandt. Ohne Ergebnis. Betroffen sei aus ihrer Sicht das ganze Umfeld. Speziell aber die Stolperstraße, Winklerstraße und insbesondere die Clara-Zetkin-Straße.

Beim Feuer gilt übergeordnetes Recht

„Gemütlichkeitsfeuer sind in Birkenwerder genehmigungsfrei“, sagt Bürgermeister Stephan Zimniok. Alles darüber hinaus sei anzumelden. „Unter Einhaltung der Regeln und Gesetze sind diese Feuer erlaubt“, heißt es dazu auch aus dem Rathaus Hohen Neuendorf. In der Stadt gebe es dazu kein „lokales Recht“. Vielmehr gelten die übergeordneten Grundlagen wie das Landesimmissionsschutzgesetz, informierte Pressesprecherin Ariane Fäscher auf Nachfrage. Und dort heißt es im Paragrafen 7: „Das Verbrennen sowie Abbrennen von Stoffen im Freien ist untersagt, soweit die Nachbarschaft oder die Allgemeinheit hierdurch gefährdet oder belästigt werden können.“

Das Holz muss trocken sein

Bei kleinen Holzfeuern seien solche Gefährdungen und Belästigungen in der Regel aber nicht zu erwarten. Jedoch wird in einem diesbezüglichen Faltblatt auch auf die Ausnahmen verwiesen, nämlich „Nachbarbeschwerden oder Verbrennung im Gebiet mit der Gefahr von Grenzwertüberschreitungen in der Luft.“ Für ein Feuer im Freien darf danach nur naturbelassenes, trockenes Holz verwendet werden: Holzscheite, kurze Äste, Reisig, Zapfen oder auch Holzbriketts.

Laut Abfallkompost- und Verbrennungsverordnung ist darüber hinaus „das Verbrennen pflanzlicher Abfälle aus Haushaltungen und Gärten nicht zulässig“. Das private Verbrennen von Gartenabfällen ist also ausnahmslos verboten.

Geldbußen bis 20.000 Euro möglich

Laut Waldgesetz des Landes Brandenburg wiederum sind Feuer oder der Umgang mit glimmenden Gegenständen sowie das Rauchen in einem Abstand von weniger als 50 Metern zum Wald verboten.
Verstöße gegen die genannten Gesetze können mit Geldbußen geahndet werden, nach Landesrecht von bis zu 20 000 Euro. Darüber hinaus sind Satzung der Kleingartenverbände sowie Miet- und Pachtverträge zu beachten, lauten die Hinweise im Faltblatt.

Es könne sein, dass der Gesetzgeber nicht alle Möglichkeiten detailliert erfasst hat, sagt Ariane Fäscher. Doch die Grundlage einer guten Nachbarschaft sei immer gegenseitige Rücksichtnahme.

Von Helge Treichel

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