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„Ich komme an meine Grenzen"“

Jahrhundertregen in Leegebruch „Ich komme an meine Grenzen"“

Die alleinerziehende Daria Zupke aus Leegebruch kämpft mit den Wassermassen im Keller, die inzwischen auch für gesundheitliche Probleme bei der 35-Jährigen sorgen.

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Daria Zupke versucht, der Wassermassen Herr zu werden.

Quelle: Privat

Leegebruch. Daria Zupke muss erst einmal tief durchatmen, bevor sie berichtet. Die 35-jährige Leegebrucherin weiß seit Tagen nicht mehr, wo ihr „der Kopf steht“. Der Jahrhundertregen über der 7000-Einwohner-Gemeinde füllte vor einer Woche auch den Keller der alleinerziehenden Mutter eines 19 Monate alten Sohnes. „Der Keller befindet sich genau unter dem Schlafzimmer. Ich leide unter Asthma, mein Husten wurde plötzlich immer schlimmer, ich konnte keine Minute mehr schlafen. Ich habe mich gewundert und als ich dann die Kellerluke geöffnet habe, sah ich das Unglück: Das Wasser stand am Sonntag bei 30 Zentimetern“, berichtet die junge Frau, deren Haus in der Veltener Straße steht. „Die Feuerwehr hat den Keller dann bis nachts um 3 Uhr ausgepumpt, als ich am nächsten Morgen nachschaute, stand das Wasser wieder genauso hoch wie vorher.“ Die examinierte Krankenschwester, die derzeit aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation krankgeschrieben ist, klingt verzweifelt: „Bis Freitag war der Wasserstand auf neun Zentimeter zurückgegangen. Da habe ich schon leise aufgeatmet. Doch dann kam am späten Nachmittag der Starkregen. Erst schwamm mein Grundstück und als ich in den Keller schaute, war der Wasserstand wieder bei 22 Zentimetern.“

Fast kniehoch steht das Wasser im Keller von Daria Zupke inzwischen wieder

Fast kniehoch steht das Wasser im Keller von Daria Zupke inzwischen wieder.

Quelle: Privat

Zupkes Stimme zittert, als sie ihre Situation schildert: "Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst anpacken soll. Zum Einen muss mein Sohn betreut werden, die Kitas konnten aufgrund der Überschwemmung ja gar nicht öffnen. Dort haben wir mit angepackt, um das wieder zum Laufen zu bekommen. Auch untereinander hat jeder angepackt, wo es ging. Mehrere Räume in meinem Haus sind durchnässt, im Moment sind nur Kinderzimmer, Wohnstube und Bad benutzbar. Ich stoße an meine Grenzen, vor allem auch finanziell. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich das Problem des nassen Kellers handwerklich lösen soll, kenne mich da doch gar nicht aus. Ich habe seit vergangener Woche, als die Überschwemmung losging, keine Nacht mehr durchgeschlafen.“ Erschwerend für die junge Mutter – ihre Schlafsituation: „Der Boden im Schlafzimmer besteht komplett aus Holzdielen, die sich inzwischen mit Feuchtigkeit vollgezogen haben und diese weitergeben. Ich lüfte schon ununterbrochen, trotzdem habe ich jetzt Angst, dass ich als nächstes ein Problem mit Schimmel bekomme.“ Momentan schläft die 35-Jährige, die seit 2004 in Leegebruch lebt, in der Wohnstube. „Im Grunde müsste man den Keller wohl rund um die Uhr abpumpen. Das Wasser läuft sofort wieder nach. Nachdem es zwischenzeitlich schon deutlich besser aussah, hat der Regen am Freitagabend die Situation wieder komplett verschärft.“ Inzwischen fürchte man sich vor jedem Regentropfen, der vom Himmel komme.

Die Hilfsbereitschaft in Leegebruch gab Daria Zupke in den vergangenen Tagen Kraft. „Die Nachbarn haben sich untereinander Geräte ausgetauscht, jeder packt mit an, wo er kann. Der Starkregen am Freitagabend hat uns wieder zurückgeworfen, jeder ist jetzt erst einmal damit beschäftigt, sein Haus wieder zu sichern. Die 35-Jährige würde sich vor allem über hilfreiche Ratschläge freuen, „was ich mit meiner Kellersituation jetzt am besten mache. Ich weiß es einfach nicht, gerade deshalb fühle ich mich so hilflos.“ Man merkt der jungen Mutter an, dass sie Ende ihrer Kräfte ist. Hoffnungsschimmer am Horizont: „Nachdem es am Samstagvormittag leicht geregnet hat, haben wir jetzt am Nachmittag strahlenden Sonnenschein.“

Von Nadine Bieneck

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