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Oberhavel „Ich lasse mich nicht unterkriegen“
Lokales Oberhavel „Ich lasse mich nicht unterkriegen“
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13:19 04.07.2017
Der Leegebrucher Herbert Zolchow holt die völlig durchnässten Teppiche aus seinem von Starkregen und Überschwemmung in Mitleidenschaft gezogenen Haus. Quelle: Hohenhaus
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Leegebruch

Alles ist pitschnass im Haus von Herbert Zolchow in der Karl-Marx-Straße in Leegebruch. die Luft ist modrig. „Das Wasser ist in alle Zimmer im Erdgeschoss gelaufen“, sagt der Leegebrucher. An den Wänden zeichnen sich die Wasserränder ab, das Wasser stand im Haus schließlich etwa 40 Zen­timeter hoch. Alle Teppiche sind eingeweicht, die Töpfe in den unteren Schubfächern sind voller Wasser.

Nur noch mit leichtem Schrecken erinnert sich der humorvolle Ruheständler an den Stromschlag, den er im Wasser stehend bekam: „Es hat überall gekribbelt.“ Zum Glück sei seine Musikanlage und vor allem sein geliebtes Keyboard trotz der Kurzschlüsse nicht hinüber. Zolchow tritt hin und wieder als Alleinunterhalter auf.

„Die Wassermassen konnte man nicht aufhalten. Da war nichts zu machen“, sagt der Leegebrucher. Etwas Vergleichbares habe es im Ort noch nicht gegeben.

Zolchow weiß, dass jetzt viel Arbeit auf ihn zukommt. „Ich lasse mich nicht unterkriegen. Das meiste bekomme ich selbst hin, ich bin Maler und Fußbodenleger“, erklärt er. In seinem Haus in der Karl-Marx-Straße, an dem sein Herzblut hängt, ist er 1950 auch geboren worden. „Die Entbindungsstation gab es erst ein Jahr später“, berichtet der 67-Jährige.

Zolchows drei Söhne wollten schon am Wochenende das Haus radikal ausräumen. Das ging ihm aber zu schnell. „Das wäre eine Gewaltaktion geworden“, schätzt er ein. Er wolle die Sachschäden lieber nach und nach beseitigen. „Haut bloß ab, ich mache das in Ruhe!“, habe er gesagt. Manche würden sich wundern, dass er immer noch so gelassen sei. Herbert Zolchow findet, dass es auch Schlimmeres gibt als das Hochwasser.

Er befürchtet aber, dass er auf den Kosten wohl sitzen bleiben wird. 50 000 Euro könnten das sein, hat er überschlagen. Da er für das Gebäude keine Elementarschadenversicherung abgeschlossen habe, seien die Aussichten aber wohl nicht gut.

Erleichtert war Herbert Zolchow am Montag, dass das kleine Bistro in der Birkenallee wieder geöffnet hatte, obwohl in der Straße überall noch Schläuche liegen und gepumpt wird. So konnte der Ruheständler dort den Vormittag wieder mit einem Brötchen und einem Kaffee beginnen – wie fast jeden Tag.

Von Heiko Hohenhaus

Finanzielle Unterstützung für die von Starkregen und Überschwemmung betroffenen Gemeinden in Oberhavel ist auf dem Weg. Der Kreis Oberhavel machte den Anfang und richtet einen Hilfsfonds über 250.000 Euro ein. Am Dienstagnachmittag gab das Land die Zusage, 150.000 Euro beizusteuern.

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