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Oberhavel Ideen auf dem Tischtuch
Lokales Oberhavel Ideen auf dem Tischtuch
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18:54 02.03.2016
Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (M.) bei der Vorstellung der Teamleiter an den insgesamt sieben Diskussionstischen. Quelle: Heike Bergt
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Oranienburg

Es kam am Mittwochnachmittag alles aufs Tapet, was einer Inklusion noch im Wege steht. Was Menschen mit einer Behinderung, gleich welcher Art, vom Leben und Alltag in ihrer Stadt, von Möglichkeiten der Bildung oder der Arbeit ausschließt. Und sie kamen nicht nur aus Oranienburg, sondern auch aus Nauen, Neuruppin und Rheinsberg, die Frauen und Männer, die Menschen mit Handicap betreuen oder selbst betroffen sind. Mehr als 100 Teilnehmer vereinte der Inklusions-Dialog in der Havelgrundschule.

Dazu eingeladen hatte Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze. Grund: Das erste „Behindertenpolitische Maßnahmepaket“ stammt aus dem Jahr 2011. Bis Ende 2016 will die Landesregierung nun Nummer zwei schnüren. „Und das wollen wir nicht vom Grünen Tisch aus, sondern sie sind die Experten vor Ort.“ Dabei solle Gutes weitergeführt, Neues aufgenommen werden“, so Golze. Inklusion bleibe eine Herausforderung, die für jeden im Kopf beginne. „Ob nicht barrierefreie Arztpraxis oder Wohnung – wir sehen täglich, wie weit der Weg noch ist.“

Nach Foren in Potsdam, Cottbus, Frankfurt/O. und Eberswalde nun das 5. Inklusionsforum in Oranienburg. Missstände und Vorschläge, wie was besser zu machen geht, wurden an sieben Tischen zu den Themen Erziehung und Bildung, Arbeit und Beschäftigung, Gesundheit und Pflege, Mobilität, Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen, Selbstbestimmung und Freizeit und Wohnen zusammengetragen. Und das bei Kaffee und Kuchen in einem „World-Café“, in dem jeder an jedem Tisch wechseln und mitreden konnte. Das Festhalten von Ideen auf dem Tischtüchern aus Papier war dabei ausdrücklich erwünscht.

Und so sehen einige der angesprochenen Kritikpunkte aus: Dass es zum Beispiel zwar gesetzliche Vorgaben beim Straßenbau zur Höhe der Bordsteinkanten gebe, sich aber keiner dran halte. Zudem könne es nicht sein, dass Denkmalschutz über Behindertenrecht gestellt werden: „Nur weil da vor 100 Jahren Kopfsteinpflaster war, kommt da wieder welches hin“.

An einem anderen Tisch wurden „mehr angemessene Arbeitsplätze für psychisch Kranke“ gefordert. Rollstuhlfahrer kritisierten, dass Verwaltung oder Wahlbüros für sie vielerorts nicht erreichbar sind. Forderungen nach einer „Vielfalt des Wohnens“ und nach einer „Städteplanung für alle“ wurden laut. Hortnerinnen beklagten, dass Einzelfallhilfe für schwierige Kinder nach dem Unterricht ende. Aber warum? Und Kinder wünschten sich mehr Sozialarbeiter, weil die Streit besser schlichten könnten als Lehrer oder Freunde.

Jeder hat jetzt noch die Möglichkeit, seine Anregung unter inklusionsforum@masgf.brandenburg.de nachzureichen.

Von Heike Bergt

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