Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Ideen auf dem Tischtuch

Inklusions-Dialog in Oranienburg Ideen auf dem Tischtuch

Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze hatte am Mittwochnachmittag zum Inklusions-Forum nach Oranienburg eingeladen. Denn die Landesregierung will bis Jahresende nach 2011 ein weiteres „Behindertenpoltisches Maßnahmepaket“ schnüren und fragte an der Basis, was den Betroffenen wichtig ist.

Voriger Artikel
Zoll stoppte Zigarettenhändler
Nächster Artikel
Teenager wollen Karriere, Ehe und Familie

Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (M.) bei der Vorstellung der Teamleiter an den insgesamt sieben Diskussionstischen.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Es kam am Mittwochnachmittag alles aufs Tapet, was einer Inklusion noch im Wege steht. Was Menschen mit einer Behinderung, gleich welcher Art, vom Leben und Alltag in ihrer Stadt, von Möglichkeiten der Bildung oder der Arbeit ausschließt. Und sie kamen nicht nur aus Oranienburg, sondern auch aus Nauen, Neuruppin und Rheinsberg, die Frauen und Männer, die Menschen mit Handicap betreuen oder selbst betroffen sind. Mehr als 100 Teilnehmer vereinte der Inklusions-Dialog in der Havelgrundschule.

Dazu eingeladen hatte Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze. Grund: Das erste „Behindertenpolitische Maßnahmepaket“ stammt aus dem Jahr 2011. Bis Ende 2016 will die Landesregierung nun Nummer zwei schnüren. „Und das wollen wir nicht vom Grünen Tisch aus, sondern sie sind die Experten vor Ort.“ Dabei solle Gutes weitergeführt, Neues aufgenommen werden“, so Golze. Inklusion bleibe eine Herausforderung, die für jeden im Kopf beginne. „Ob nicht barrierefreie Arztpraxis oder Wohnung – wir sehen täglich, wie weit der Weg noch ist.“

Nach Foren in Potsdam, Cottbus, Frankfurt/O. und Eberswalde nun das 5. Inklusionsforum in Oranienburg. Missstände und Vorschläge, wie was besser zu machen geht, wurden an sieben Tischen zu den Themen Erziehung und Bildung, Arbeit und Beschäftigung, Gesundheit und Pflege, Mobilität, Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen, Selbstbestimmung und Freizeit und Wohnen zusammengetragen. Und das bei Kaffee und Kuchen in einem „World-Café“, in dem jeder an jedem Tisch wechseln und mitreden konnte. Das Festhalten von Ideen auf dem Tischtüchern aus Papier war dabei ausdrücklich erwünscht.

Und so sehen einige der angesprochenen Kritikpunkte aus: Dass es zum Beispiel zwar gesetzliche Vorgaben beim Straßenbau zur Höhe der Bordsteinkanten gebe, sich aber keiner dran halte. Zudem könne es nicht sein, dass Denkmalschutz über Behindertenrecht gestellt werden: „Nur weil da vor 100 Jahren Kopfsteinpflaster war, kommt da wieder welches hin“.

An einem anderen Tisch wurden „mehr angemessene Arbeitsplätze für psychisch Kranke“ gefordert. Rollstuhlfahrer kritisierten, dass Verwaltung oder Wahlbüros für sie vielerorts nicht erreichbar sind. Forderungen nach einer „Vielfalt des Wohnens“ und nach einer „Städteplanung für alle“ wurden laut. Hortnerinnen beklagten, dass Einzelfallhilfe für schwierige Kinder nach dem Unterricht ende. Aber warum? Und Kinder wünschten sich mehr Sozialarbeiter, weil die Streit besser schlichten könnten als Lehrer oder Freunde.

Jeder hat jetzt noch die Möglichkeit, seine Anregung unter inklusionsforum@masgf.brandenburg.de nachzureichen.

Von Heike Bergt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg