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Im Moment kein Zimmer frei

Die Oranienburger Wohnungsbaugenossenschaft ist seit einem Jahr ausgebucht Im Moment kein Zimmer frei

Seit einem Jahr sind alle Wohnungen vergeben, die Oranienburger Wohnungsbaugenossenschaft ist komplett ausgebucht. Sie hat rund 3000 Wohnungen unter ihren Fittichen. Dabei wird die Philosophie der Gemeinsamkeit, des pfleglichen Umgangs und der bezahlbaren Mieten hochgehalten.

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Die Genossenschaftsvorstände Bernd Küken (l.) und Lutz Lachmann.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Die Neubauten an der Lehnitzstraße waren das jüngste Großprojekt der Oranienburger Wohnungsbaugenossenschaft (OWG). 43 Wohnungen, die 2014 ruckzuck ihre Mieter gefunden hatten. Und das gilt inzwischen nicht nur für den Neubau: „Seit einem Jahr sind wir zu 100 Prozent ausgebucht“, so Genossenschaftsvorstand Lutz Lachmann. Inzwischen gibt es eine Warteliste „und es ist schwer, etwas zu finden“. Umgezogen werde dennoch: „Zehn Prozent der Mieter sind innerhalb der Genossenschaft in Bewegung.“

Mitglied einer Genossenschaft zu sein, ist kein Auslaufmodell, so Bernd Küken: „Das war jahrelang out, erfährt aber wieder mehr Anerkennung, wir haben wieder Nachfragen junger Leute.“

Im vergangenen Jahr habe man kleinere Brötchen gebacken, aber trotzdem stattliche 2,5 Millionen Euro in die Instandhaltung und Sanierung der Genossenschaftshäuser gesteckt: Bezahlt wurde damit zum Beispiel die neue Fassade samt Balkonen im Haus im Lindenring 1 bis 2. Das Gebäude war bei der Bombensprengung im Dezember 2013 direkt neben dem Haus arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Folge: drastische Rissen im Mauerwerk. Während die Wohnungen schnell instand gesetzt wurden, „haben wir wegen möglicher Setzungen am Haus nach den massiven Grundwasserabsenkung und der Verfüllung der Krater erst einmal abgewartet“, erklärt Bernd Küken. Auch die Bodenplatten der alten Balkons waren instabil geworden. Sie wurden kurzerhand abgesägt, neue Balkons vorgesetzt.

Zwei der langgestreckten Häuser haben in der Hammer Straße 17 bis 33 und 20 bis 36 im letzten Jahr Farbe bekommen. Die Weiße Stadt wird bunter. Im Haus in der Walther-Bothe-Straße 57 A bis E haben 60 der 75 Wohnungen nun statt einem Miniaustritt einen geräumigen Balkon zum drauf sitzen.

Im Moment sind sie zwar abgebaut, um sie über den Winter zu schonen, aber im Karree Poleskystraße/ Bothestraße/Berliner Straße ist ein Spielplatz entstanden, die OWG kam damit einem Wunsch nach, der bei einem Mieterfest geäußert worden war. Maßgeschneiderte Fahrradhäuser sind 2015 in der Elisabethstraße und in der Kanalstraße für die Mieter aufgestellt worden, die ihr Rad altersbedingt nicht mehr in den Keller schleppen können. Und last but not least wurde aus den Treppenhäuser der Häuser im Lindenring der OWG der 60er-Jahr-Charme endgültig vertrieben.

„Unsere Philosophie bleibt es, verlässliche Partner zu sein“, betont Küken. Dazu gehöre eben auch, dass man einerseits „die Bestandsmieten seit 18 Jahren nicht angehoben“ hat, was jedoch auch damit einhergeht: „dass wir uns bei allen Investitionen nur im bezahlbaren Rahmen bewegen können“. Gemeinsames Denken und Handeln bliebe wichtig: Mal den Vorgarten zu gießen, den Müll richtig zu sortieren, mit den Einrichtung pfleglich umzugehen. „Natürlich bleibt es selbstverständlich, wenn etwas kaputt ist, reicht ein Anruf bei uns“, so Lutz Lachmann: „Das macht eine Genossenschaft aus.“

2016 werden in Treppenhäusern von OWG-Häuser an der Lehnitzstraße renoviert und Vorgärten in der Mittelstraße gestaltet. Ansonsten steht die OWG in den Startlöchern für Neubauten auf dem eigenen Grundstück entlang der Walther-Bothe-Straße. Und wartet auf die Genehmigung des „B-Plan 100“, den die Stadt für die unbebauten Areale entlang der Straße zwischen Berliner Straße und Kanal auf den Weg gebracht hat. Das Wiener Büro Superblock ZT hatte 2013 den Architekturwettbewerb gewonnen. „Wir wollen dieses Jahr Baurecht schaffen“, macht Baustadtrat Frank Oltersdorf Hoffnung. „Wir stellen uns mehrgeschossigen Wohnungsbau dort vor“, so Lachmann. Allerdings fehlten für das Bauen unter zehn Euro pro Quadratmeter die Voraussetzungen. Hier sei die Politik gefordert, „vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen“, ob Förderung oder Vorschriften für Isolierung und Schallschutz, „damit bauen bezahlbar ist“.

Von Heike Bergt

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