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Im Paddenkrug sang eine Brasilianerin

Borgsdorf Im Paddenkrug sang eine Brasilianerin

Mit ihrem Programm „Best of Bossa Nova“ stellte sich die bildhübsche brasilianische Sängerin Priscila Guimaraes im Paddenkrug in Borgsdorf, eine ehemalige umgebaute Scheune, vor. Diese Musik entstand in den 1960er-Jahren in Brasilien aus einer Mischung von Samba und Cooljazz, vornehmlich von jungen avantgardistischen Musikern kreiert.

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Priscila Guimaraes wurde am Klavier von dem Opernsänger Tobias Hagge begleitet.

Quelle: Helmut Schneider

Borgsdorf. Ob die Veranstalter einen Vorgeschmack auf die Olympischen Spiele in Rio schon geben wollten oder ob es Zufall war, sei dahingestellt. In jedem Fall ging es am Samstagabend echt brasilianisch im Pinnower Paddenkrug in Borgsdorf zu.

Mit ihrem Programm „Best of Bossa Nova“ stellte sich Priscila Guimaraes einem aufmerksamen Publikum in der voll besetzen ehemaligen Scheune des Anwesens vor. Die bildhübsche brasilianische Sängerin wurde am Klavier von dem Opernsänger Tobias Hagge sicher begleitet, der auch mehrfach im Duett mit ihr sang. Ein nicht nur optischer, sondern auch klanglich reizvoller Gegensatz. Er groß gewachsen mit tragendem Bassbariton, sie zierlich mit zarter mädchenhafter Stimme, die bestens zur Bossa Nova (Neue Welle) passte.

Diese Musik entstand in den 1960er-Jahren in Brasilien aus einer Mischung von Samba und Cooljazz, vornehmlich von jungen avantgardistischen Musikern kreiert. Einer der bekanntesten sei Carlos Jobim, erklärte Tobias Hagge einleitend den Zuhörern. „In senza satez“ folgte als erster Titel von diesem Komponisten, der zum Beispiel mit den „Girls from Ipenema“ oder „Samba uma nota so“ Welthits hervor gebracht hat, die jeder Jazzmusiker in seinem Repertoire haben muss. So selbstverständlich auch die beiden Akteure.

Neben diesen fröhlichen Songs erklangen jedoch auch mit „Corovado“, dabei geht es um ein Zwiegespräch mit dem Gekreuzigten, der über Rio wacht, oder „A`gua de beber“ – die Liebe ist für das Leben so wichtig wie das Wasser – oder „Upa Neginho“ – ein Sklavenjunge lernt laufen – melancholisch zu.

Im zweiten Teil des Programms verließ Priscila Guimaraes die Bossa Nova und wandte sich mehr der brasilianischen Folkmusik zu. Ein fröhliches Lied aus dem Amazonasgebiet über die Berimbau – ein primitives Volksinstrument mit nur einer Saite oder „Boi bumba“ ein Song aus einem in Brasilien sehr bekanntem Singspiel, in dem es um einen Ochsen (Boi) geht. Für die Aufführung dieses Werkes wurde in der Amazonasregion extra ein Stadion gebaut, erzählte die Sängerin in einem gut zu verstehenden mit charmantem Akzent gesprochenem Deutsch.

Zwei Stunden waren unterhaltsam vergangen. Mit Blumen und nicht ohne Zugabe wurden die beiden sympathischen Künstler herzlich vom Publikum entlassen.

Der Paddenkrug, eine ehemalige Ausflugsgaststätte, wurde 1974 von vier jungen Berliner Ehepaaren gekauft und so vor dem Verfall gerettet. Es ist eine gute Tradition, die Öffentlichkeit zu Veranstaltungen einzuladen, heißt es nicht nur seitdem, sondern ist längst erfolgreiche Wirklichkeit geworden.

Von Helmut Schneider

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