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Im Preußischen Hof ist alles beim Alten

Gerüchte in Liebenwalde Im Preußischen Hof ist alles beim Alten

Die Gerüchte in Liebenwalde sind am Kochen. Das Hotel Preußischer Hof soll verkauft werden, Mitarbeiten seien schon entlassen worden, erzählt man sich in der Stadt. Alle Mitarbeiter sind an Bord, sagt der Hotelchef. Und das Haus wird weitergeführt wie bisher, meint der Betreiber. Landkreis und Innenministerium sprechen hingegen von ihrem Interesse an der Immobilie.

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Im Hotel war am Mittwoch die Rezeption besetzt, Gäste schlenderten übers Gelände.

Quelle: Andrea Kathert

Liebenwalde. In Liebenwalde brodelt die Gerüchteküche. Seit Tagen wird gemunkelt, die Betreiber des Hotels „Preußischer Hof“ sollen dem Landkreis oder dem Innenministerium die Immobile zur Unterbringung von Flüchtlingen angeboten haben. In dieser Voraussicht seien sogar schon Mitarbeiter entlassen worden, erzählen sich die Liebenwalder. Und Hotelzimmer könne man auch nicht mehr buchen.

„Es sind Herbstferien, wir haben ein volles Haus, 180  Gäste sind da“, sagte am Mittwoch Hoteldirektor Olaf Hirsch. Er räumt ein, dass vor etwa zwei Wochen keine Zimmer gebucht werden konnten. „Wir hatten einen Wasserschaden“, so der Hoteldirektor. Dass Mitarbeiter entlassen worden sind, kann er schon gar nicht bestätigen. „Alle unsere Mitarbeiter sind an Bord.“ Und in der Tat herrscht am Mittwoch Betrieb in der Hotelanlage. Die Zimmer sind auch übers Internet buchbar.

In der Kreisverwaltung Oberhavel ist allerdings zu erfahren, dass auf der Suche nach Flüchtlingsunterkünften auch das Hotel „Preußischer Hof“ in Betracht gezogen wurde. „Ja, es gab Gespräche mit dem Verwalter zu einem Teil der Liegenschaft“, bestätigte Kreispressesprecherin Irina Schmidt. „Es gibt aber noch keine Entscheidung“, sagte sie weiter. Der Landkreis prüfe in allen Regionen Unterbringungsmöglichkeiten, sowohl kreiseigene Liegenschaften als auch andere. Wenn das Hotel für den Landkreis zur Flüchtlingsunterbringung in Frage käme, „wollen wir aber nicht das ganze Objekt nutzen.“

Im brandenburgischen Innenministerium kann Pressesprecher Wolfgang Brandt bestätigen, dass sich auch Mitarbeiter des Ministeriums mit dem Hotel „Preußischer Hof“ beschäftigt haben. Ein Team seines Hauses hätte sich das Hotel angesehen und mit dem Eigentümer und Betreiber gesprochen, so Brandt. Allerdings seien die Hoteliers auf das Ministerium zugekommen und nicht umgekehrt. „Es ist uns vom Hotel etwas angeboten worden“, sagte der Pressesprecher. Die Immobilie sei sehr interessant gewesen. Das Ministerium habe vom Hotel einen Vertragsentwurf erbeten, der bisher aber nicht eingegangen ist. Erst später habe das Innenministerium erfahren, dass auch der Landkreis dort zur Unterbringung von Flüchtlingen Interesse gezeigt hat. „Wir sind im engen Gespräch mit dem Landkreis“, sagte Brandt. Zu den Gerüchten, es seien Mitarbeiter entlassen worden, weil das Ministerium das Haus übernehmen will, kann er nur so viel sagen: „Es gibt keinen Vertrag, wir übernehmen das Hotel nicht.“

Bei der Verteilung von Flüchtlingen auf die Kommunen hatte der Landkreis für Liebenwalde 135 Plätze vorgesehen. Allerdings befinden sich weder in der Stadt noch in den Ortsteilen kreiseigene Liegenschaften. Auch die Stadt selbst sieht keine Möglichkeiten zu einer Unterbringung. Leerstehende Immobilien, die in Frage kämen, gibt es nicht. Der ehemals amtierende Landrat Egmont Hamelow war in Liebenwalde auch nicht fündig geworden, als er alle Kommunen systematisch abgefahren hatte.

Von den Gesprächen mit dem Kreis und dem Ministerium ist Hoteldirektor Olaf Hirsch nichts bekannt. Er verweist an den Betreiber, die GCH Hotel Group mit Sitz am Ku’damm in Berlin, die im Namen des Eigentümers auftritt. „Aus unserer Sicht gibt es keine Veränderungen“, sagte am Mittwoch Bart Beerkens, der Pressesprecher von GCH. Das Thema Verkauf sein nicht relevant. „Wir werden das Hotel ganz normal weiter betreiben“, so Beerkens. „Wir haben keine Kenntnis davon, dass sich in irgendeiner Form etwas verändern soll.“

Ein geschichtsträchtiger Hof

Von 1789 bis 1791 ließ König Friedrich Wilhelm II in Bischofswerder ein Pferdegestüt bauen. Es blieb bis 1806 ein Hengstdepot mit zeitweise mehr als Hundert Hengsten.

Bis 1881 wurde das Anwesen militärisch als Lazarett und Truppenunterkunft genutzt. 1898 erwarb der Kaufmann Fritz Stackfleth den Hof und betrieb eine Champignonzucht.

1937 wurde eine Reichsfachschule eröffnet. Nach Kriegsende nutzte es die Rote Armee. 1946 wurde die SED-Parteihochschule gegründet.

1956 bis 1989 war es das „Institut zur Ausbildung von Funktionären für die sozialistische Landwirtschaft“.

1991 wurde das Hotel Preußischer Hof eröffnet. Seit 2013 ist das Drei-Sterne-Haus ein Days Hotel.

 

Von Andrea Kathert

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