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Oberhavel Legehennenanlage bei Oranienburg – ein Überblick
Lokales Oberhavel Legehennenanlage bei Oranienburg – ein Überblick
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01:16 13.01.2019
Eine Legehennenanlage (Archivbild) plant ein Investor nahe der Oranienburger Ortsteile Zehlendorf und Wensickendorf. Quelle: Julian Stratenschulte/picture alliance/dpa
Oranienburg

2016 – die Anwohner in Zehlendorf und Wensickendorf sind beunruhigt: Ein Investor stellte Pläne für eine Legehennenhaltung unweit der Oranienburger Ortsteile vor. Nach ersten Informationen sollen vor Ort Ställe für bis zu 84000 Hühner entstehen. Eine Bürgerinitiative, inzwischen zu einem Verein („Contra Eierfabrik“, www.contra-eierfabrik.de) umgewandelt, engagiert sich seit 2016 gegen die Errichtung der Anlage. Nachfolgend ein Überblick, was seitdem geschah:

Worum geht es?: „Anwohner kämpfen gegen Eierfabrik

Die Bürgerinitiative startet eine Petition gegen die geplante Anlage: „Petition gegen geplante „Eierfabrik“ (MAZ vom 24. Juni 2016)

Rund 300 Menschen demonstrieren in der Zehlendorfer Siedlung Ausbau gegen Massentierhaltung in Oranienburg. Ein Fernsehteam der ARD ist vor Ort und dreht einen Beitrag für die Reihe „ARD exklusiv“: „Demo gegen geplante „Eierfabrik“ (MAZ vom 1. Juni 2017)

Mitglieder der Bürgerinitiative nahmen an der bundesweit organisierten Demo „Wir haben es satt“ in Berlin teil. Sie wünschen sich gesundes Essen, eine bäuerliche Landwirtschaft und fairen Handel – und protestierten gegen die geplanten “Eierfabriken“ in den Ortsteilen von Oranienburg: „BI „Contra Eierfabrik“ demonstriert in Berlin

Im September 2017 wird aus der Bürgerinitiative ein Verein: „„Contra Eierfabrik“ gründet Verein“ (MAZ vom 22. September 2017)

Am 20. September 2017 gründet sich der Verein "Contra Eierfabrik Oranienburg“. Quelle: Verein "Contra Eierfabrik Oranienburg"

Die Antragsunterlagen für die Anlage werden im Januar/Februar 2018 für einen Monat ausgelegt. Die Bürgerinitiative „Stoppt den Megastall“ bittet um rege Beteiligung, um sich gegen das Projekt auszusprechen: „Initiative schlägt Alarm“ (MAZ vom 14. Januar 2018)

Ab 24. Januar 2018 liegen die Planungsanträge der Anlage aus. Was genau plant der Investor? „Fakten zur Eierfabrik“ (MAZ vom 22. Februar 2018)

Die CDU Oranienburg unterstützt das Anliegen der Bürgerinitiative: “Oranienburger CDU kritisiert Eierfabrik-Pläne“ (MAZ vom 22. Februar 2018)

Mit einer Podiumsdiskussion informiert die Bürgerinitiative zum Thema Massentierhaltung und ihre Alternativen. Kernaussage des Abends: Der Begriff Bio-Eier ist – gerade auch im Land Brandenburg – eine große Mogelpackung: „Landwirtschaft: Bio ist der einzig richtige Weg“ (MAZ vom 26. Februar 2018)

Oranienburgs Bürgermeister Alex Laesicke nimmt im März 2018 einen Teil der Bürgereinwendungen gegen die Anlage entgegen. Quelle: Enrico Kugler

Vierstellige Anzahl an Bürgereinwendungen: Zahlreiche Bürger machen von ihrem Recht Gebrauch, beim Landesumweltamt ihre Einwendung gegen die Investorenpläne zu äußern. Insgesamt geht bis 23. März 2018 eine Zahl von 2888 beim Landesumweltamt Einwendungen ein. Axel Wunsch, Vorstandsmitglied des Vereins „Contra Eierfabrik“ dazu: „Diese Zahl ist ein absoluter Erfolg und wurde bei vergleichsweisen Anlagen noch nie erreicht.“ – „1411 Mal „Nein““ (MAZ vom 23. März 2018)

Nach den Bürgereinwendungen folgt ein Erörterungstermin, bei dem die Bürgerhinweise besprochen werden. Der für Mai 2018 geplante Termin verstrich, ein neuer Termin wurde in diesem Zusammenhang nicht bekanntgegeben: „Erörterungstermin für Eierfabrik verschoben“ (MAZ vom 11. Mai 2018)

Im Sommer 2018 wird aufgrund der Witterungsbedingungen zwischenzeitlich das Wasser zum Sprengen der Gärten in der Region knapp, der Abwasserzweckverband erlässt ein Gartensprengverbot. Der Verein Contra Eierfabrik Oranienburg weist auf Probleme mit der Wasserversorgung in Zehlendorf und Wensickendorf hin, sollte dort eine Eierfabrik entstehen: „Eierfabrik bei Wasserversorgung problematisch“ (MAZ vom 5. Juni 2018)

Forschungsergebnisse der Universität Kassel zur Legehennenhaltung sowie darauf aufbauend eine rechtliche Bewertung der Ergebnisse durch einen Berliner Fachanwalt im Auftrag des BUND ergeben: Die Freilandhaltung von Hühnern verstößt laut BUND gegen geltendes Recht. „Aus den zwei Modellbetrieben der Universität Kassel ziehen wir den Schluss, dass alle Freilandanlagen in Brandenburg illegal sind“, sagt BUND-Landesgeschäftsführer Axel Kruschat: „Freilandhaltung von Hühnern verletzt Bodenschutzgesetz“ (MAZ vom 10. Januar 2019)

Von Nadine Bieneck

Vier Monate nach dem Anschlag auf Kühe der Gut Hammer Liebenwalde GmbH sind noch keine Täter ermittelt. Unbekannte hatten im September 2018 alle Ställe der Anlage geöffnet und damit den Tod etlicher Tiere verschuldet.

10.01.2019

Metalldiebe in Oranienburg, eine Leitplankenkollision in Nassenheide, ein Unfall auf der A10 – die aktuellen Meldungen aus Oberhavel gibt es im Polizeiüberblick vom 10. Januar 2019.

10.01.2019

Aufgepasst: Die Polizei in Oberhavel ist am Freitag wieder mit dem Radarmessgerät unterwegs und kontrolliert die Einhaltung der Geschwindigkeitsvorschriften.

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