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Oberhavel Immer mehr wilde Müllberge
Lokales Oberhavel Immer mehr wilde Müllberge
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16:10 27.11.2017
Revierleiter Martin Krummel vermutet, dass hier ein Unternehmen Abrissmaterial eines alten Bungalows entsorgt hat. Im Wald bei Bernöwe. Hier dürfte der Entsorgungsnachweis fehlen. Quelle: Heike Bergt
Oranienburg

Martin Krummel war gleich am Montagmorgen auf 180, als er die vier Kisten im Wald nahe Zehlendorf entdeckte. Vollgepackt mit Keramik, Vasen, einem alten Leuchter – was eben so übrig ist, wenn man einen Schrank ausmistet. „Am Freitag war das noch nicht da.“ So etwas macht ihn wütend. „Dabei haben wir doch ein gutes Entsorgungssystem. Man kann Sperrmüll abholen lassen oder es in die Tonne werfen.“ So muss nun die Allgemeinheit dafür berappen.

Autotür auf und fix rausgeschmissen – die eher kleineren Müllhaufen an Straßen- oder Waldrandern nähmen derzeit eher ab. Dafür wilde, große Bauschuttkippen dramatisch zu, „das ist eine neue Qualität“, so der Revierleiter, der Firmen hinter dem Frevel vermutet, die ganze Transporterladungen im Wald abkippen. So wie bei Bernöwe. Sechs bis sieben Kubikmeter DDR-Charme, massenweise alte Bretter, ein Fliesenspiegel, wie er hinter Waschbecken üblich ist, Gardinen mit markantem Blümchenmuster.

Die Forstbehörde ist generell zuständig für die Müllentsorgung im Wald, gleich, ob es sich um Privat-, Staats- oder Landeswald handelt, erklärt Krummel. Forstmitarbeiter bringen ihn in Containern in Sammelstellen wie in Lehnitz, die AWU holt den Müll von dort ab. Der Bauschuttberg wird noch eine Weile liegen, denn „meine Mitarbeiter haben noch alle Hände mit der Beseitigung der Sturmfolgen zu tun“.

Martin Krummel bittet darum, die Augen verstärkt offen zu halten, ihm oder auch dem Ordnungsamt zu melden, wenn jemand Leute beim Müllabladen beobachtet: „Geben Sie uns bitte einen Hinweis, schreiben sich Uhrzeit und Nummernschild auf, auch ein Foto ist gut.“ Mit gut zureden erreiche man leider nichts. Er geht den Fällen nach, möchte sie vor Gericht bringen. Im Frühjahr war eine Frau auf frischer Tat von einem Jäger ertappt worden. Die Strafe für drei Kisten Hausrat kann 1500 Euro betragen, die für sechs Kubikmeter Bauschutt bis zu 20 000. Ist noch Asbest dazwischen, wird der Fall an die Polizei übergeben. Im Barnim, wo Krummel zu Hause ist, gibt es inzwischen eine „Müllstreife“ der Kreisbehörde. Das findet er eine gute Idee. Noch läuft aber die Testphase.

Martin Krummel fragt sich: Wie kann man dieses Risiko eingehen und alles auf die Allgemeinheit abladen? Ihm völlig unbegreiflich.

Das Revier von Martin Krummel umfasst 11 000 Hektar Wald und reicht von Lehnitz bis Liebenwalde. Seine fünf Forstmitarbeiter sind aktuell vor allem noch mit Sturmschäden befasst.

Waren 2015 165 Kubikmeter Hausmüll aus seinem Revier abzufahren, so kamen 2016 221 Kubikmeter und 2017 bis Oktober schon 167 zusammen.

Kontakt: 03301/57 53 34, martin.krummel@lfb.brandenburg.de.

Von Heike Bergt

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