Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Immer mit viel Promille kriminell
Lokales Oberhavel Immer mit viel Promille kriminell
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:35 26.03.2018
Die Straftaten des Angeklagten füllen ganze Ordner (Symbolbild). Quelle: picture alliance/Stephanie Pil
Anzeige
Oranienburg

Auch mit dem fünften Verhandlungstag ging der Prozess gegen Sergej P. vor dem Oranienburger Schöffengericht nicht zu Ende. Neun verschiedene Delikte umfasste die Anklageschrift. Dabei geht es vom Ladendiebstahl bis zur Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte quer durch die Jahre 2016/17. Ort des Geschehens war immer der Bereich der Berliner Straße im Umfeld von „Maxnat“ in Oranienburg. So schlug der angeklagte Deutschrusse beispielsweise seinen Vater, weil der kein Geld herausrückte. Einen anderen bedrohte er aus dem gleichem Grund mit einem Küchenmesser. Bei Kaufland klaute der 27-Jährige Whisky und Limonade. Ähnliche Taten füllten die Aktenordner auf dem Richtertisch. Die damit befassten Polizisten wurden ebenfalls von dem Angeklagten angegriffen. In allen Fällen stand Sergej P. unter Alkoholeinfluss. Die damit verbundenen Atemalkoholtests schwankten zwischen 2,39 und 3,45 Promille (MAZ berichtete).

Der Oranienburger, der zurzeit in U-Haft sitzt, ließ sich zu keinem der gegen ihn erhobenen Vorwürfe ein. Deshalb mussten viele Zeugen zur Sache aussagen. Daraus erklärt sich die Länge des Prozesses.

Am Donnerstag saß der Vater im Zeugenstand, der sichtlich unwohl als Geschädigter gegen seinen Sohn aussagte. Der hatte ihm in der elterlichen Wohnung ein „Veilchen“ verpasst. „Wenn er betrunken ist, ist er ganz anders – dann kennt er keinen Unterschied zwischen uns und Fremden“, beschrieb Eduard P. seinen Sohn. „Er ist Schweißer. Wir haben uns an zehn Stellen beworben, aber keiner wollte ihn haben“, beschwerte sich der 50-Jährige. Das hat bestimmt Gründe, hakte der Richter ein. „Weshalb spricht Ihr Sohn nach jahrelangem Aufenthalt nicht Deutsch?“, wollte der Vorsitzende wissen. „Was heißt jahrelang – er ist doch erst sieben Jahre hier“, ließ der Zeuge Verständnis heischend von der Dolmetscherin übersetzen und erntete dafür ein Kopfschütteln vom Richter und der Staatsanwältin.

Dass der Angeklagte ein Alkoholproblem hat, war dem Richter klar. Deshalb hatte er einen Sachverständigen einbezogen: Michael W. kam in seinem Gutachten zu der Schlussfolgerung, dass Sergej P. bei den Körperverletzungstaten aufgrund der Alkoholisierung vermindert schuldfähig war. Dagegen wusste er bei den Ladendiebstählen und anderen kleineren Delikten, was er tat. Der Diplompsychologe beklagte eine fehlende Motivation des Angeklagten, aus dem Alkoholdilemma herauszukommen. Sergej P. sehe sich in „Hoffnungslosigkeit als Lebenssituation, öffne sich nicht und ist misstrauisch“, schätzte der Berliner Gutachter ein. Er würde eine Unterbringung in eine Entziehungsanstalt nicht befürworten. Um dort Erfolg zu haben, müsste der Angeklagte den Willen aufbringen, abstinent zu leben. Das sei aber bisher nicht der Fall. Bei einer Verurteilung bleibt der andere Weg offen, mit Hilfe der sozialen und medizinischen Dienste in der Haftanstalt von der Alkoholsucht wegzukommen, endete der Experte seine Ausführungen. Die Beweisaufnahme dürfte damit beendet sein. So können nach Ostern die Plädoyers gehalten und ein Urteil gesprochen werden.

Von Helmut Schneider

Die 32-jährige Denise Deutsch übernimmt bei der Tourismus und Kultur Oranienburg gGmbH und dem Tourismusverein die Aufgaben von Ivonne Affeldt.

26.03.2018

Im Rahmen der Serie „MAZ zu Hause in...“ kommen auch die Ortsvorsteher der sechs Ortsteile von Liebenwalde zu Wort. Guido Pieterek, Ortsvorsteher von Hammer, spricht über die Sorgen und Nöte aber auch die Freuden der Bewohner.

26.03.2018

An der Grundschule „Am Weinberg“ in Liebenwalde gibt es die AG Spielbretthelden. Sascha El Khatib leitet sie, einmal in der Woche treffen sich Schüler der zweiten bis vierten Klasse, um gemeinsam miteinander zu knobeln und zu spielen.

26.03.2018
Anzeige