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Immer neue Maschen

Zehdenick Immer neue Maschen

Einige tausend Euro sollte die Buchhalterin der Stadtwerke Zehdenick an ihren Chef überweisen. So wollte es der Verfasser einer E-Mail, die unter dem Namen des Geschäftsführers Uwe Mietrasch einging. Obwohl der im Urlaub war. Dass die ganze Sache ein Betrug war, kam später raus. Die Polizei spricht von einer „fiesen Masche“, mit der Unternehmen der Region attackiert werden.

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Immer öfter schleichen sich Kriminelle über das Internet in die Firmennetzwerke auch regionaler Unternehmer.

Quelle: dpa

Zehdenick. Cyber-Kriminalität wird auch für die Unternehmer der Region immer mehr zum Ärger-Thema. Einige Räubergeschichten wurden am Mittwochabend in der Mitgliederversammlung der Unternehmerrunde Nord-Oberhavel in Zehdenick zum Besten gegeben. Uwe Mietrasch, Geschäftsführer der Stadtwerke, sensibilisierte die Kollegen beispielsweise für eine neue E-Mail-Betrugsmasche, mit der auch sein Betrieb attackiert wurde. Während seines Urlaubs sei unter seinem Namen und augenscheinlich auch unter seiner Adresse eine E-Mail an Kollegen mit zweifelhaftem Inhalt versandt worden. Danach befände er sich in Schwierigkeiten und benötige dringend Geld. Die gezielt angeschriebene Kollegin wurde von dem Verfasser gebeten, mit niemandem sonst darüber zu reden. Weil ihr das aber komisch erschien, tat sie es doch. So kam der Betrug ans Licht. „Es wusste also Jemand, dass ich im Urlaub bin, wo ich arbeite und wie meine Kollegen heißen“, so Mietrasch.

Der Vorfall wurde zur Anzeige gebracht. Auch Bewerbungsverfahren werden offenbar von Kriminellen genutzt, um Geld zu erpressen. In Lebensläufen oder Anschreiben, die beispielsweise als Word-Datei geschickt werden, könnten sich laut Mietrasch Spionagedateien befinden, die sich beim Öffnen im System einnisten. Ist das passiert, melden sich die Verursacher und nutzen die Angst der Opfer aus. „Dann wird man erpresst, dass die Software erst deaktiviert wird, wenn man Geld überwiesen hat“. Laut Mietrasch sei es sicherer, mit PDF-Dokumenten zu arbeiten, weshalb er auch darum bat, die Einladungen für die Unternehmerrunde künftig nur noch in diesem Dateiformat zu versenden.

Nicht im virtuellen Bereich, sondern auf ganz klassische Weise wurde auch der Vorsitzende Norbert Gerth Opfer von Kriminellen. Die klauten seinem Betrieb eine neue Rüttelplatte, die in einem Lkw mit Fahrtrichtung Ukraine wieder auftauchte und nur dank seiner Anzeige auch zu ihm zurückkam. „Ich kann nur jedem raten, nicht auf die Anzeige zu verzichten, weil man denkt, es bringt eh nichts“, so Gerth. Die Unternehmerrunde möchte das Thema Internet-Betrug und Kriminalität in diesem Jahr vertiefen und eine Informationsveranstaltung dazu anbieten.

Weitere Schwerpunkte, die sich für den Jahresplan anböten, seien der Leerstand in der Innenstadt sowie die teilweise schleppende Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Auch dafür gibt es Beispiele aus der Praxis. Laut Mietrasch gebe es in seinem Unternehmen einen Flüchtling, der als Kandidat für eine Ausbildung zum Industriekaufmann in Frage käme: „Wir würden ihn gerne nehmen“, betonte Mietrasch. Dazu bedürfe e allerdings einer Entscheidung der Ausländerbehörde. Um diesen und mögliche andere Vorgänge zu beschleunigen, möchte Mietrasch im Namen der Unternehmerrunde einen Brief an den Landkreis verfassen. Bei der Wahlversammlung am Mittwoch wurde auch ein neuer Vorstand gewählt, dem nunmehr sechs Personen angehören: Norbert Gerth bleibt Vorsitzender, Stellvertreter Ulrich Komnick, Martina Dahlenburg, Ralf Riesenberg, Eckart Diemke und Angela Kurschus.

Von Cindy Lüderitz

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