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Oberhavel Immer wieder donnerstags
Lokales Oberhavel Immer wieder donnerstags
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00:20 14.12.2017
Die Chemie stimmte von Anfang an zwischen Gerburg Tornow (r.) und Ruth und Georg Steffan aus Schmachtenhagen. Quelle: Enrico Kugler
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Schmachtenhagen

Gerburg Tornow schließt die Tür auf. Stellt ihren Korb mit frisch gebackenem Kuchen ab, zieht ihre Schuhe aus und steigt hinauf in die Wohnung von Ruth und Georg Steffan. Die Eheleute wohnen unterm Dach bei den Kindern in Schmachtenhagen. Seit inzwischen 21 Jahren. Sie haben drei Kinder groß gezogen, der Ingenieur und die Verkäuferin aus Berlin. Ein Sohn lebt in der Schweiz, die Tochter in Hamburg, der zweite Sohn mit Familien im Bäkeweg, hat hier gebaut. Jetzt, bei miesem Wetter, kommen die Eltern nicht in den Garten. Und überhaupt: die Beine machen bei Ruth Steffan nicht mehr so recht mit. Georg Steffan sieht inzwischen sehr schlecht. Beide freuen sich auf den Donnerstag, wenn Gerburg Tornow für zwei bis drei Stunden vorbei kommt.

Seit Februar gehört die 63-jährige Oranienburgerin zum ehrenamtlichen Helferkreis von Medikus. 41 Berufsjahre hat sie hinter sich, davon 37 in verantwortungsvollen Positionen bei der Post in Hennigsdorf, Oranienburg, Börnicke. Bei der Tourenplanung und Controlling. Seit September ist sie in Rente und wusste sofort: „Von 100 auf null, das geht nicht. Ich brauche Struktur, ich muss was tun.“ Auch ihr Mann arbeite noch einen Tag die Woche in einer Firma. Einen Hund haben sie sich aus dem Tierheim geholt. Die 40-jährige Tochter sei auch ein unruhiger Geist. „Zudem habe ich neben meiner Berufstätigkeit zehn Jahre meine demente Mutter begleitet, dabei gelernt, mit älteren Menschen umzugehen. Nicht diskutieren, was sie falsch machen, machen, was ihnen Spaß macht, was sie noch können“, so ihre Philosophie.

Bei den Steffans ist das Ballspielen, Kreuzworträtsel lösen oder Stadt-Namen-Land spielen. Ruth Steffan bastelt unheimlich gern. Herbstfiguren aus Kastanien und viele weiße Sterne schmücken das Wohnzimmer. Der Pflegedienst kommt zum Waschen, für das Mittagessen sorgt die Schwiegertochter, die derzeit allerdings selbst nicht gesundheitlich auf dem Posten ist, jeden Mittwoch geht die 89-Jährige zum Kartenspiel in den Seniorenklub. Und der Donnerstag ist Gerburg Tornow vorbehalten. Von 14 bis 17 Uhr.

Die Chemie stimmte von Anfang an. Gerburg Tornow reist gern. Mit der Tochter war sie vor Jahren auf eigene Faust unterwegs durch Russland nach China. Die aufregende Reise war mit vielen Erlebnissen abseits der Touristenströme verbunden. „Beim ersten Treff im Februar haben wir uns das große China-Album angesehen“, erinnert sie sich. Denn auch Steffans kennen sich im Reich der Mitte aus: Georg Steffan hat beim Kraftwerksbau gearbeitet, und Kraftwerke in Peking errichtet, wo seine Tochter das Licht der Welt erblickte. Aber auch in der Sowjetunion und in Ungarn war er beruflich unterwegs.Viele Souvenirs stehen als Zeitzeugen im Wohnzimmer.

Am Donnerstag wurde Ball gespielt. „Wir spielen auch mal mit Luftballons und Fliegenklatsche“, es geht hoch her und lustig zu. Um 15.30 Uhr setzt Gerburg Tornow Kaffee auf. Ruth Steffan stammt aus Sachsen-Anhalt. Und wenn eines sein muss, „dann ein guter Kaffee auf die Minute auf dem Tisch“. Den Kuchen hat Gerburg Tornow mitgebracht. Sicher hat sie auch montags etwas dabei, wenn sie einen älteren Herrn in Schmachtenhagen besucht. Ihr zweites „Pflegekind“.

Die Pflegeberatung Medikus hat ihrer Sitz in der Bernauer Straße 102 in Oranienburg.

Leiterin ist Doreen Stauske.

Öffnungszeiten: dienstags und donnerstags jeweils in der Zeit von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr, mittwochs von 10 bis 13 Uhr.

Inzwischen gibt es ein gutes Dutzend von ehrenamtlichen Frauen und Männern, die dem „Ehrenamtlichen Helferkreis“ angehören und Senioren rund um Oraneinburg betreuen _ wie Gerburg Tornow.

Doreen Stauske baut die Gruppe seit Mitte 2015 auf. Und es werden mehr gebraucht.


Auch Menschen, die solch ein Angebot nutzen möchten, können sich bei Doreen Stauske melden unter 03301/70 19 92.

Pro Stunde gibt es für die Ehrenamtler eine Aufwandsentschädigung in Höhe von sechs Euro. Es gibt zudem regelmäßige Treffs für die Ausbildung.

Von Heike Bergt

Norbert Garbas wohnt seit 25 Jahren in Oranienburg-Süd. Statt jedes Jahr viel Geld aus dem Haushalt fürs Glattschieben der größten Buckelpisten auszugeben, schlägt er am Lesertelefon vor, lieber wenige Straßen Jahr für Jahr mit einer Asphaltdecke zu versehen.

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