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In Lehnitz liegt kein Blindgänger

Bomben-Entwarnung in Oranienburg In Lehnitz liegt kein Blindgänger

In Lehnitz bei Oranienburg können die Menschen am Alten Hafen aufatmen. Der vermutete Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war nur der Rest einer 500-Kilo-Bombe ohne Zünder. 4000 Oranienburgern bleibt die Evakuierung erspart. Gibt es auch bald eine Entwarnung im Kostenstreit mit dem Bund?

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Die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes gaben am Mittwochmittag Entwarnung, Es liegt kein gefährlicher Blindgänger am Alten Hafen.

Quelle: ENRICO KUGLER

Oranienburg. Am Alten Hafen in Lehnitz bei Oranienburg ist kein gefährlicher Blindgänger gefunden worden. Die Experten des Kamfmittelbeseitigungsdienstes gaben am Mittwoch Entwarnung. Wie die Stadtverwaltung Oranienburg am Mittwoch mitteilt, ist eine teildetonierte 500-Kilo-Bombe gefunden worden, die nur noch Sprengstoffreste enthält und vor allem keinen Zünder mehr trägt. Eine Entschärfung oder gar Sprengung des Fundes ist nicht erforderlich. Die Reste der Weltkriegsbombe können einfach abtransportiert werden.

Damit bleibt etwa 4000 Oranienburgern eine Evakuierung am Donnerstag erspart. Auch die unmittelbaren Anlieger dürften aufatmen. Die beiden Eigenheimbesitzer, die nur wenige Meter vom Fundort entfernt wohnen, hatten bereits ihre Häuser mit großen Holzwänden geschützt.

Die Öffnung der Anomalie war mit großem Aufwand betrieben worden. Die Grundwasserabsenkung hatte den Munitionsräumern lange Probleme bereitet. Denn der Vermutungspunkt liegt nur wenige Meter vom Oder-Havel-Kanal entfernt. Der erste Versuch war gescheitert. Erst im zweiten Anlauf waren die Sprengmeister nach tagelangem Abpumpen des Grundwassers am Mittwoch überhaupt bis zum Fundort vorgedrungen und konnten die Anomalie abklären.

Sobald die Sprengstoffreste geborgen und abtransportiert sind, können die Grube und die technischen Anlagen wieder zurückgebaut werden.

Bereits im März hatten Kampfmittelräumer Verdacht geschöpft. Allerdings fehlte ihnen damals Spezialtechnik, um den Untergrund absuchen zu können. Eine Brunnenbaufirma senkte dann den Grundwasserspiegel im Bereich des Alten Hafens ab, so dass Sprengmeister die beiden verdächtigen Stellen näher untersuchen konnten.

Landtagsabgeordneter Björn Lüttmann.

Landtagsabgeordneter Björn Lüttmann.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburgs SPD-Landtagsabgeordneter Björn Lüttmann reagiert erleichtert. Er hofft, dass es bald auch eine Entwarnung beim Streit um die Finanzierung der Kampfmittelbeseitigung mit Bund gibt und der Bund sich an den Kosten beteiligt. „13 weitere, noch in diesem Jahr zu klärende, Verdachtspunkte verdeutlichen die anhaltende Dramatik in der Stadt. Die besondere Belastung Oranienburgs mit Langzeitzünderbomben stellt in erster Linie eine Lebensgefahr und große psychische Belastung für die Bewohnerinnen und Bewohner Oranienburgs dar. Hinzu kommen die ebenfalls nicht zu vernachlässigenden Kosten für den kommunalen Haushalt sowie den Etat des Landes Brandenburg.“ Deshalb sei es gut, dass sich Abgeordnete beider Koalitionsfraktionen im Bund jetzt geeinigt haben und gemeinsam einen Fonds von Bund und Ländern zur Entlastung besonders von Blindgängern betroffener Gebiete fordern.

Björn Lüttmann: „In den Beratungen des Haushaltsausschusses des Landes Brandenburg habe ich mich jetzt bei Innenminister Karl-Heinz Schröter nach dem aktuellen Stand der Verhandlungen im Bund erkundigt. Sinngemäß erklärte der Minister, dass die Verhandlungen zu einer Unterstützung von Bundesebene soweit fortgeschritten seien wie noch nie. Das macht Hoffnung, doch nach den Enttäuschungen der Vergangenheit ist es wichtig, dass Landesregierung und Bundespolitiker jetzt hartnäckig an dem Thema dran bleiben.“

Soll der Bund für Bombenentschärfung in Oranienburg zahlen?

Wie sehr soll der Bund sich bei der Bombensuche engagieren?

 

Von Andrea Kathert

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