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In Velten steht jetzt ein ausgefallener Grill-Bus

Burger im Bus In Velten steht jetzt ein ausgefallener Grill-Bus

Anfang Dezember hat der Veltener Karl Simmat seinen Grillbus im Gewerbegebiet eröffnet. Im völlig umgebauten Gefährt mit 14 Plätzen gibt es Hausmannskost, schon rund 20 Stammkunden hat Karl Simmat. Im neuen Jahr soll auf dem Gelände an der Berliner Straße noch mehr los sein, dann zieht der Werkzeughändler Deeg in den ehemaligen Götzenbaumarkt.

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Der alte Braunschweiger Linienbus wurde nach einer Million Kilometern ausgemustert und steht nun im Veltener Gewerbegebiet.

Quelle: Fotos: E. KUGLER (2)

Velten. Und dann wagt er es doch. „Verrätst du mir, wie du die Soßen machst?“, sagt Steven Nürnberg. Küchenchef Karl Simmat lacht und reicht seinem Kunden zwei bestellte Burger in der Tüte. „In der einen Soße ist Curry, in der anderen Chili. Der Rest ist geheim.“ Simmat brutzelt seine Burger dort, wo früher Fahrgäste saßen. Seit Anfang Dezember hat der 54-Jährige seinen „Grillbus“ eröffnet, das pechschwarze 370-PS-Gefährt auf dem Parkplatz des ehemaligen Götzenbaumarktes fällt ins Auge. Spätestens nach dem zehnten Mal, sagt Simmat, fahren die Leute nicht mehr daran vorbei. Es gibt schon etwa zwanzig Stammkunden, die sich fast jeden Tag in den stilvoll umgebauten Bus setzen. „Döner gibt es überall, aber für gute Burger muss man herkommen“, sagt Kunde Steven Nürnberg.

Karl Simmat in seinem Grillbus

Karl Simmat in seinem Grillbus.

Quelle: ENRICO KUGLER

„08/15 kann ja jeder“

Einen Imbiss wollte Karl Simmat, 2000 aus Hamburg nach Velten gezogen, schon immer aufmachen. „Aber so 08/15 kann ja jeder“, sagte sich der gelernte Maschinenbauer. Im Internet fand er den Linienbus aus Braunschweig, der nach einer Million Kilometern auf dem Tacho ausgemustert wurde. Für 18.000 Euro bekam Simmat im Juli 2015 den Zuschlag, nochmal rund 32.000 Euro investierte er in den dreimonatigen Umbau. Die Sitze rissen er und ein Kumpel raus, dafür kamen Küche, Sitzgruppen und Tische in den Bus. Die Flächen sind mit Kaffeesäcken aus Lateinamerika überspannt, der Boden ist im Holzlook gehalten. 14 Plätze gibt es im Bus, der auch frischen Lack bekommen hat.

Die Karte ist rustikal, die Renner sind Burger in drei Varianten und die Hackfleischpizza. „Da ist das Fleisch aber nicht auf der Pizza, sondern der Boden besteht daraus.“ Zum Frühstück gibt es belegte Brötchen, Bratkartoffeln oder Leberkäse mit Spiegelei. Gekocht hat Karl Simmat zuhause schon immer gerne, seine Frau ist quasi Testesserin für den Bus. Bezahlbare Hausmannskost will Simmat den Veltenern in seinem Bus servieren. Kreative Rezeptideen sind auch willkommen, sagt der Bräter.

Die Speisekarte zeigt die „Fahrpreise“ an

Die Speisekarte zeigt die „Fahrpreise“ an.

Quelle: ENRICO KUGLER

Mietvertrag läuft erst einmal bis Mai

Im Sommer will Simmat Tische, Bänke und Sonnenschirme auf dem Asphalt vor dem Bus aufbauen, dann will er auch draußen grillen. Bis dahin dürfte auch deutlich mehr auf dem Gelände los sein. In den ehemaligen Götzenbaumarkt, der seit Jahren leersteht, soll in diesem Jahr der Werkzeughandel Deeg ziehen, dem das Gelände gehört. „Im hinteren Teil des Geländes sitzen ja schon Firmen, wir wollen bis Mitte des Jahres dort eröffnen“, erklärt Dana Bosse von Deeg. Die Filiale in Hennigsdorf soll dann geschlossen werden.

Karl Simmat glaubt, dass sein Grillbus in Zukunft noch mehr Gäste ziehen wird. Bis Ende Mai läuft sein Mietvertrag für das Gelände, danach könnte er verlängern. Sollte das doch nicht klappen, könnte Simmat sich auch einfach hinters Lenkrad setzen und weiterziehen. „Der Bus“, sagt Simmat, „war gerade erst beim TÜV.“

Von Marco Paetzel

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