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Oberhavel In der Haut eines 80-Jährigen
Lokales Oberhavel In der Haut eines 80-Jährigen
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18:50 23.06.2017
Benjamin Grimm schlüpft in den Altersanzug. Quelle: Robert Roeske
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Oranienburg

„Ich habe mich auf Muskelkater eingestellt“, sagte Benjamin Grimm vor der Agus Altenpflegeschule Oranienburg. Der SPD-Bundestagskandidat für den Wahlkreis 58 schlüpfte am Freitag für wenige Stunden in einen Anzug, der ihn um fast 50 Jahre altern ließ.

Bürgermeister- und Bundestagskandidaten lassen sich derzeit eine Menge einfallen, um Präsenz zu zeigen. Die erfahrbare Darstellung des Alterns – auf die originelle Idee kam Andrea Suhr, Grimms Wahlkampfleiterin und SPD-Unterbezirksvorsitzende. Eigentlich sollte die Aktion zur Seniorenwoche stattfinden. „Benjamin hat viele Termine mit Senioren“, sagte sie. „Es ist für ihn wichtig, zu sehen, wie sich die Menschen fühlen. Auch das Thema Barrierefreiheit spielt dabei eine Rolle.“

Hier konnte der mit Altersanzug 70- bis 80-jährige Grimm seine Erfahrung sammeln. Zuerst musste er aber realistisch altern. „Wir nehmen unseren Altersanzug, den wir im Unterricht für verschiedene Lernsituationen verwenden“, so Schulleiterin Bianca Rehse. Heißt: Mehr als 35 Kilogramm Gewicht belasten den Körper, das Sichtfeld ist eingeschränkt, das Hören wird reduziert.

Schon das Essen fällt sichtbar schwer. Quelle: Robert Roeske

Bei einem Frühstück wurde mittels Elektrostößen in den Handschuhen ein Tremor simuliert. Benjamin Grimm merkte gleich: „Zuvor ging alles noch leichter.“ Er musste Kaffee mit zittrigen Fingern einschütten, eine Toastscheibe belegen, Tabletten stellen. Gar nicht so einfach, wenn die Bewegungen sich der Kontrolle entziehen und die Sehstärke nachlässt.

„Mit einer Brille simulieren wir Grauen Star, er kann also nur einen fingerkuppengroßen Punkt sehen“, erklärte Bianca Rehse. Eine zweite Brille stellte die Situation nach, wie es sich mit Diabetes sieht – trübe Punkte behindern die Sicht. Die Auszubildenden Andrea Ziemann und Nastasja Kuntsche assistierten Grimm, mussten lauter reden, ihm zur Seite stehen – gerade auf der Straße.

Schon kleine Bordsteinkante werden zur Hürde. Quelle: Robert Roeske

Nach dem beschwerlichen Frühstück ging es zu einem Schreibwarenladen, Briefmarken kaufen, Kleingeld aus dem Portemonnaie fischen. „Viele Läden haben Stufen oder Schwellen, das ist schon ein ernstes Problem für ältere Menschen“, so Bianca Rehse. Nicht so bei Manuela Menzel. Seit Oktober 2015 leitet sie den Laden „Schreibwaren am Bahnhof“. Stufen gibt es zwar. „Aber wir haben eine Klingel für Rollstuhlfahrer, Senioren oder Mütter mit Kinderwagen.“

Benjamin Grimm beschreibt die Erfahrung mit Altersanzug als „eindrücklich“. Die Aktion ist natürlich Wahlkampf, aber mit ernstem Hintergrund. „2030 wird jeder dritte Brandenburger älter als 65 Jahre sein. Wir müssen die Demografie in allen Belangen mitdenken und schon jetzt umstellen.“ Heißt für den promovierten Juristen aus Schönfließ: „Pflegeberufe müssen attraktiver werden, sowohl das gesellschaftliche Bild als auch die Bezahlung. Auf Bundeseben muss mehr passieren.“

Von Marco Winkler

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