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Oberhavel Im Jahr 1969 fuhr der letzte Personenzug
Lokales Oberhavel Im Jahr 1969 fuhr der letzte Personenzug
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19:01 25.06.2014
Manfred Nilsson, Gerhard Göricke, Mario Schrumpf und Gottfried Koch (v.l.n.r.) an der Info-Tafel. Quelle: Jürgen Rammelt
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Menz

Mitgewirkt haben und beteiligt am Projekt waren der Förderverein Naturlandschaft Stechlin und Menzer Heide, der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, die Mittelbrandenburgische Sparkasse sowie Mitglieder der Fotogruppe Neuruppin der Stiftung Bahn-Sozialwerk und die Arbeitsgemeinschaft Rheinsberger Bahnhof.

Wie der Leiter des Naturparkes, Mario Schrumpf, erklärte, werden es am Ende fünf Tafeln sein, auf denen über die ehemalige Stechlinseebahn informiert wird. Standorte sind der ehemalige Bahnhof West in Gransee sowie die einstigen Bahnhöfe oder Haltepunkte in Schulzendorf, Großwoltersdorf, Menz und Neuglobsow.

Das Besondere ist, dass jede Tafel hinsichtlich ihrer Aussage unterschiedlich über den jeweiligen Standort an der Strecke Auskunft gibt. Außerdem wies Schrumpf darauf hin, dass alte Bahndämme auch naturschutzfachlich von großer Bedeutung sind. „Sie bieten wärmeliebenden Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Aber sie sind auch wichtige Elemente im Biotopverbund in strukturarmen Landschaften“, erklärte der Naturparkleiter. So würden zum Beispiel Schlehen und Holunder zu den dominierenden Gewächsen an alten Bahndämmen zählen.

Anwesend zur Eröffnung des Infopunktes war auch Gerhard Göricke aus Gransee. Er hat 1952 den Wiederaufbau der 1945 demontierten Strecke von Gransee bis Großwoltersdorf geleitet. Der ursprüngliche Baubeginn war 1914. Im Februar 1917 war der erste Bauabschnitt von Gransee bis Sonnenberg fertiggestellt. Erst 1928 wurde dann an der Strecke weiter gebaut. Damals gab es sogar einem Abzweig nach Lindow. Im August 1930 wurde dann die gesamte Strecke, die mit dem Bau der Munitionsanstalt Königstädt, dem heutigen Wolfsruh, eine Ladestelle erhielt, eingeweiht. „Nach dem Krieg wurde der Bahnbetrieb eingestellt und im Oktober 1945 die Strecke demontiert“, erinnert sich Gerhard Göricke. „Bis auf den letzten Nagel wurde alles als Reparationsleistung in die Sowjetunion befördert.“

Bedarfshaltestelle

Auf der Infotafel „Bahnhof Menz“ ist nachzulesen, dass es in den 40er-Jahren eine Bedarfshaltestelle Oberförsterei Neuroofen gegeben hatte.
Wegen der Luftangriffe auf Berlin wurde das Reichsforstministerium nach Neuroofen verlegt. Deshalb wurde an der Straßenabzweigung nach Neuroofen eine Bedarfshaltestelle am Eisenbahngleis Menz – Neuglobsow eingerichtet.
Auf dem Bahndamm verläuft heute der Stechlinsee-Radweg mit Anschluss an den Internationalen Radfernweg Berlin – Kopenhagen.
Die Oberförsterei Neuroofen ist im Zuge der Brandenburger Forstreform aufgegeben worden. Es gibt ein Revier Neuroofen, das zur Landeswaldoberförsterei Steinförde gehört. Hoheitlich ist das Gebiet in das Revier Stechlin der Oberförsterei Neuendorf eingeordnet.

Auch an den Wiederaufbau erinnert sich der heute 88-Jährige: „Die Schienen und Schwellen kamen damals aus dem Zonenrandgebiet und waren der größte Plunder“, erzählt Göricke. Bis 1969 gab es dann zwischen Gransee und Großwoltersdorf erneut einen Personenverkehr. Aber auch als Transportweg zur sogenannten Muna nach Wolfsruh wurde die Strecke bis zur endgültigen Stilllegung 2005 benötigt.

Gottfried Koch, der sich als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Rheinsberger Bahnhof bestens mit der Geschichte der Bahn auskennt, wusste aber noch weitere Details zur Geschichte der Bahn. So gab es in den 60er-Jahren zur Bauzeit des Rheinsberger Kernkraftwerkes in Großwoltersdorf eine Anlage, in der der gesamte Beton für den Straßenbau gemischt und von da aus mit Lkws nach Menz und mit der Bahn zum Kernkraftwerk transportiert wurde.

Der Standort für die Informationstafel am Ortsausgang von Menz in Richtung Gransee wurde bewusst gewählt. Dort befindet sich noch das alte Bahnhofsgebäude, das der Berliner Bernd Hessel gekauft und dort eine E-Bike-Station mit Fahrradverleih eröffnet hat. „Das alles macht Sinn“, erklärte Mario Schrumpf, „da ja große Teile der ehemaligen Bahntrasse in den vergangenen Jahren zu Fahrradwegen ausgebaut wurden.“

Das ehemalige Bahnhofsgebäude ist weitgehend im alten Zustand erhalten. Der Anbau einer offenen Wartehalle, wie 1942 geplant und auf der Tafel gezeigt wird, wurde nicht realisiert. Viele der Fotos zeigen, wie die Strecke und die Bahnhöfe früher ausgesehen haben. Großen Anteil daran hat die Fotogruppe Neuruppin der Stiftung des Bahn-Sozialwerkes. Manfred Nilsson, einer der Fotografen, der ebenfalls zur Eröffnung gekommen war, konnte sich noch an etliche Details erinnern.

Von Jürgen Rammelt

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