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Oberhavel Ins Berufsleben geschnuppert
Lokales Oberhavel Ins Berufsleben geschnuppert
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00:46 29.04.2018
Auch bei Bombardier schnupperten die Schüler herein. Quelle: Enrico Kugler
Oberhavel

Sie feilt im Akkord, das Stück Metall klemmt fest im Schraubstock. „Ich mache einen Stiftehalter“, sagt Greta Tietze. Die Zehnjährige war am Donnerstag eine von 19 Kindern. Sie lernten das Hennigsdorfer Bombardier-Werk von innen kennen. Jedes Jahr lädt der kanadische Konzern Mädchen und Jungen ein, um sie anlässlich des „Zukunftstages“ in den Berufsalltag schnuppern zu lassen.

Greta und die anderen Schüler bekamen zunächst mal eine Führung über das Firmengelände, bevor sie anschließend Werkstücke bearbeiten durften. „Diese riesigen Hallen und all die Züge, das hat mich schon beeindruckt“, sagt das Mädchen. Viele der jungen Teilnehmer haben außerdem Eltern, die bei Bombardier arbeiten. Und so durften sie Mama oder Papa gestern auch mal an ihrem Arbeitsplatz besuchen. Gretas Vater ist Ingenieur, gesehen hat sie seinen Arbeitsplatz noch nie. Das Mädchen könnte sich durchaus vorstellen, später selbst in einem technischen Beruf zu arbeiten. „Das hat mich schon immer interessiert.“

Hennigsdorfer Rathaus zum ersten Mal dabei

Interessiert haben Leo Georgi dagegen schon immer Computer. Und so war der 15-Jährige auch gespannt, was die Hennigsdorfer Stadtverwaltung in dieser Richtung so zu bieten hat. Nach einem Crashkurs über die Stadt und die Struktur des Hennigsdorfer Rathauses durften die Schüler auch in einige Büros in der Stadtverwaltung. Leo Georgi hat das beeindruckt. „Ich könnte mir vorstellen, einmal eine Ausbildung in der IT-Abteilung zu beginnen“, sagt der Torhorst-Schüler. Interessant fand er auch die Führung durch die Hennigsdorfer Stadtbibliothek. Leiterin Katja Wolf nahm sich Zeit für die Kinder, zeigte ihnen Leseecke, die Belletristikabteilung im ersten Stock oder die Kinderbibliothek. Es war das erste Mal, dass die Hennigsdorfer Stadtverwaltung am Zukunftstag teilgenommen hatte. „Wir wollen natürlich Azubis gewinnen, auch der Fachkräftemangel geht an uns nicht vorbei“, sagt Henke. Es gehe darum, Schülern zu zeigen, welche Berufe innerhalb der Stadtverwaltung erlernt werden könnten. „Vielleicht kann man dem einen oder anderen dabei einen der Jobs näherbringen.“

Viele Jobs in der Kreisverwaltung

20 Ausbildungs- beziehungsweise Studienplätze wird die Kreisverwaltung Oberhavel voraussichtlich in diesem Jahr anbieten: Verwaltungsfachangestellte (10 Plätze), Kauffrau/-mann für Büromanagement (1), Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (1), Fachinformatiker (1), Vermessungstechniker (2), Bachelor of Arts – soziale Dienste (1), Bachelor of Laws – öffentliche Verwaltung und Bachelor of Science – Verwaltungsinformatik (1).

Ob einer der 18 Mädchen und Jungen, die am gestrigen Zukunftstag Gäste der Kreisverwaltung waren, darauf abfahren werden? Schwer zu sagen. Die Zurückhaltung war jedenfalls größer als die Neugier. Dabei haben sich die jungen Frauen und Männer, die bereits Azubis des Landkreises sind, wirklich alle Mühe gegeben, den Schülern die Ausbildungsberufe so anschaulich wie möglich und damit schmackhaft zu machen. „Ich habe hier auf Anhieb meinen Traumberuf gefunden“, beteuerte Jeniffer Eckardt. Die Oranienburgerin lernt im zweiten Lehrjahr Kauffrau für Büromanagement und arbeitet zurzeit im Rahmen der Praxisausbildung im Büro der Kreismusikschule. „Ich lerne hier so viel, es wird nie langweilig“, so Jeniffer Eckardt, der die Freude an der Ausbildung, wie den anderen Azubis übrigens auch, ohne Übertreibung, ins Gesicht geschrieben stand.

Chantal Ohmen (14) von der Albert-Schweitzer-Oberschule Hennigsdorf blieb dennoch skeptisch. Sie möchte lieber Konditorin werden, während ihre Zwillingsschwester Michelle an ihrem Wunsch, Kita-Erzieherin zu werden, festhält. Traumberuf von Laura Michelle Sommerfeld (14), ebenfalls von der Schweitzer-Oberschule, bleibt auch weiterhin Maskenbildnerin und Klassenkameradin Sarah Müller zieht es zunächst als Au-pair-Mädchen in die Ferne. Gefruchtet haben dürfte der Zukunftstag dagegen bei Maximilian Urbicht. Der 15-Jährige aus der Oranienburger Torhorstschule interessiert sich für eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. „Ich habe schon nach Informationen über diesen Beruf gesucht“, sagte er und fügte hinzu: „Jetzt habe ich sie aus erster Hand bekommen.“

Von Marco Paetzel und Bert Wittke

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