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Oberhavel Ins Reich der Mythen entführt
Lokales Oberhavel Ins Reich der Mythen entführt
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11:38 01.08.2016
Sie singt und spielt unter anderem den Dudelsack: die Sängerin der Band Fiona Rüggeberg. Fritz Hermann Köser
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Oranienburg

Globalisierung, Kriege, Krisen, sie haben an diesem Abend keinen Zutritt im sehr gut besuchten Oranienburger Schlosshof. Für sie galt vergangenen Sonnabend, was für die vierbeinigen Freunde vor manchem Lebensmittelgeschäft die Regel ist: Wir müssen leider draußen bleiben.

Denn hier spielen Faun und entführen ins Reich der Mythen, Sagen und Legenden, verwandeln das Areal mal eben in einen akustischen Mittelaltermarkt. Pagan-Folk nennt die sechsköpfige Band aus Bayern ihre Fusion aus elektronischen Klängen und dem Sound von Folkinstrumenten wie Drehleier, Flöte und Dudelsack. Mal fetzig, mal balladesk, mal nahezu kitschig.

üdiger Maul ist gestandener Percussionist und Trommellehrer. Quelle: Fritz Hermann Köser

Vor der Bühne stehen Stuhlreihen, doch Frontmann Oliver S Tyr, alias Oliver Pade, lädt die Anwesenden zum Tanzen ein. Vor der Bühne ist Platz genug, verspricht er. Und zerstreut so die Bedenken einiger Fans. Konzert im Sitzen, geht ja gar nicht, hatte etwa Conny aus Fürstenwalde vor dem Konzert befunden. Klatschen oder Schulterzucken, da kommt doch keine Stimmung auf, befürchtete die Frau mit dem feuerroten Haarschopf.

Doch die Zuhörer, ob sitzend oder tanzend, ziehen voll mit, spätestens bei dem rasanten „Durch die kalte Nacht“ springt der Funke sofort über. Und, weil es so schön war, gleich noch eine Nacht. Stellt euch einen lichten Birkenwald vor, sagt Sänger Oliver, in einer lauen Mittsommernacht, wo man einem zauberhaften Wesen begegnen könnte. So geschieht es dann in dem Song „Die Nacht des Nordens“.

Ja, die Nacht, sie scheint die Band zu faszinieren. Sie wird erneut thematisiert, in dem Song, den nun Katja Moslehner, eine der beiden Damen im Bunde, ankündigt. „Frau Erde“, haucht sie. Und singt mit glockenheller Stimme vom „Mond, der sein silbern Gewand trägt“. Und wünscht: Schlaf gut, mein liebliches Kind.

Pia und Mario aus Gräbendorf hatten sich standesgemäß gekleidet. Quelle: Fritz Hermann Köser

Die Fans bleiben lieber wach. Die Lieder geben mir sehr viel, sagt Pia aus Gräbendorf (Brandenburg). Ihr Freund Mario lobt die Naturverbundenheit, den Bezug zur nordischen und auch heidnischen Kultur. Dass manche Band wie Anhänger in der rechten Ecke verorten, ärgert ihn. Wer das behauptet, sollte sich mit der Szene etwas intensiver auseinandersetzen, findet er.

Beide haben sich für das Konzert in Schale geworfen, Pia trägt ein mittelalterlich wirkendes Kleid, Mario setzt, ganz in schwarz, auf den Gothic Look. Auch andere Besucher haben sich verkleidet,

Ob Freizeit-Germane, Teilzeit-Wikinger, oder einfach frei nach Schnauze, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die überwiegende Mehrheit erscheint jedoch in Jeans und T-Shirt, sehr zum Leidwesen von Michaela aus Oranienburg. Zu viele bunte Leute, unpassend, einfach nicht standesgemäß, tadelt die Frau in dem langen schwarzen Gewand. Natürlich wirkt auch die Band, als hätte sie gerade das Filmset von „Der Herr der Ringe“ verlassen.

Bei so vielen Normalos kam auch Sänger Oliver ins Grübeln. Wer war denn noch nie auf einem Faun-Konzert, hatte er vorsichtshalber zu Beginn gefragt. Verdammt viele. Macht Euch auf etwas gefasst, warnt er. Und tröstet: Trefft Euch nach dem Konzert einfach zu gruppentherapeutischen Gesprächen.

Von Fritz Hermann Köser

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