Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Investoren stellen Plan B vor
Lokales Oberhavel Investoren stellen Plan B vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:34 27.02.2018
Dirk Stettner und Burkhard Kreisel mit dem Plan für eine alternative Nutzung: Lagerfläche und Parkplätze für den Autobahnausbau. Quelle: Robert Roeske
Birkenwerder

Mit gleich sechs Anträgen zum geplanten Wohngebiet auf dem ehemaligen Haas-Hoco-Gelände an der Havelstraße und Industriestraße überraschte die Fraktion IOB/B.i.F. in dieser Woche. Zuvor war massive Kritik am Bebauungsplanentwurf geäußert worden. Es geht zum Beispiel darum, den bebaubaren Anteil der jeweiligen Grundstücksfläche von 25 auf 20 Prozent abzusenken (GRZ 0,2). Mit dem nächsten Antrag soll das Beurteilen einer Teilfläche des Bebauungsplans 37/2, die an das benachbarte Landschaftsschutzgebiet angrenzt, wegen ihrer Böschungslage zurückgestellt werden. So lange, bis die Geländeaufarbeitung und die Ausformung des Böschungsverlaufs längs des Schutzgebietes abgeschlossen sind. Zwei weitere Anträge sehen vor, in dieser Randlage ausschließlich Einzelhäuser zuzulassen und diese auf eine Firsthöhe von acht Metern zu begrenzen.

Überdies soll die Verwaltung beauftragt werden, die gültige Stellplatzsatzung für den Bebauungsplan anzupassen. Dazu soll der Bedarf an Pkw-Stellplätzen für Wohnungsgrößen unter 100 Quadratmeter untersucht werden. Laut einem sechsten Antrag soll der Anteil der Einfamilien- und Doppelhäuser mit einem dritten Staffelgeschoss auf 20 Prozent begrenzt werden. Das oberste Geschoss sei um mindestens 1,8 Meter zurückzusetzen, also 60 Zentimeter weiter als im aktuellen Entwurf vorgesehen.

Die Besitzer dieser Industriebrache planen Wohnungsbau. Werden die Einschränkungen zu groß, setzen sie für eine unbestimmte Zeit auf Gewerbe. Das Gelände könnte so zum Baustellenstützpunkt für den Autobahnausbau werden. Quelle: Robert Roeske

Alle sechs Anträge stehen auf der Tagesordnung der nächsten Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, 1. März (Beginn: 18.30 Uhr im Ratssaal). Und jeder sei für sich ein K.O.-Antrag für das Projekt, sagt Investor Dirk Stettner unmissverständlich. Denn die Einschränkungen liefen darauf hinaus, statt eines sozial durchmischten Wohngebietes ein reines „Villenviertel“ entstehen zu lassen. „Das widerspricht dem ursprünglich beschlossenen Planungsziel und unserer Intention“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter der Havelaue Birkenwerder GmbH und unterstreicht: „Wir bauen hier definitiv kein Villenviertel!“ Einerseits sei an anderer Stelle bereits höher und dichter gebaut worden. Andererseits wolle der Investor ein energetisches Vorzeigeprojekt realisieren. „Dafür aber brauchen wir eine Gesamtgestaltung“, sagt Stettner.

Planerin Anke Ludewig schreibt in einer Stellungnahme, dass der Antrag hinsichtlich einer Zurückstellung „nicht umsetzbar“ sei. Der Rückbau der vorhandenen Bebauung und ein Beseitigen der schadstoffbelasteten Auffüllungen könne erst erfolgen, wenn ein rechtskräftiger Bebauungsplan besteht: „Bis dahin ist von einer weiteren gewerblichen Nutzung des Plangebietes auszugehen.“

Die Haupthalle im Bebauungsplangebiet. Quelle: Robert Roeske

Auch dafür haben die Investoren ein Konzept: Großflächig würden auf unbestimmte Zeit Fahrzeugstellplätze geschaffen und Lagerflächen zur Verfügung gestellt. Eine Anfrage gebe es von dem Unternehmen, das den sechsstreifigen Ausbau der Autobahn realisiert.

Eine geringere Grundstücksausnutzung stünde der Umsetzung des städtebaulichen Konzeptes für das Plangebiet zur Verfügung, schreibt Anke Ludewig. Auch wenn ein Viertel der Flächen bebaut würde, fiele die künftige Flächenversiegelung um 10.200 Quadratmeter geringer aus als die bestehende. Und die beiden Beschlussanträge hinsichtlich zusätzlicher Einschränkungen in der Grenzlage zum Schutzgebiet hält die Planerin in einem Fall für schlicht „nicht erforderlich“ und im anderen für „städtebaulich nicht begründet“. Letzteres gelte ebenso für die Stellplatzfrage. Nicht nachzuvollziehen seien die Beschränkungen für Einfamilien- und Doppelhäuser.

Eine Notwendigkeit für die Anträge wird auch in der Verwaltung nicht gesehen. „Die Gemeinde steht zu dem Vorhaben“, sagt Stadtplaner Dandy Schliefke auf Nachfrage. Er sehe Klärungsbedarf zu einigen Anträgen und folgt bei den anderen der Stellungnahme der Planerin. Schliefke und Bürgermeister Stephan Zimniok (B.i.F.) nahmen am Freitagabend an einem Treffen mit den Fraktionschefs teil. „Wir wollen verhindern, dass die Investoren verprellt werden“, so Zimniok.

Wohnungsbau in der Havelaue

Im November 2016 stellten die drei Gesellschafter der Havelaue Birkenwerder GmbH ihr Vorhaben vor, auf der ehemaligen Industriebrache der Firma Haas/Hoco ein Wohnungsbauvorhaben zu realisieren.

Die Investoren planen eine „sozial ausgewogene, energetisch autarke und städtebaulich sowie architektonisch anspruchsvolle Bebauung dieses letzten großen Gebietes in Birkenwerder“.

Auf der sieben Hektar großen Fläche sollen rund 150 Wohneinheiten entstehen.

Am 1. März beschließt die Gemeindevertretung über die Abwägung der frühzeitigen Stellungnahmen sowie über die Billigung des B-Plan-Entwurfs.

Von Helge Treichel

Im Herbst feiert die Vehlefanzer Nashorn-Grundschule das 25. Jubiläum. Aus diesem Anlass soll es einen Kalender geben – mit Motiven, die die Kinder der Schule gemalt haben. Deshalb war die Illustratorin Anke Am Berg zu Gast.

27.02.2018

Zuletzt gab es auf dem Veltener Rathausplatz mehrmals Fälle von Vandalismus. Städtische Briefkästen flogen in die Luft, Bänke wurden beschädigt. Die Stadt reagierte auf ihre ganz eigene Weise. Nur war die offenbar nicht ganz legal, wie MAZ-Redakteur Marco Paetzel berichtet.

27.02.2018

Im Korruptionsprozess gegen Ex-Bürgermeister Norbert Hagen soll nun Mitte April am Landgericht Neuruppin die Hauptverhandlung beginnen. Zwischen April und Juli sind dafür zehn Termine angesetzt. Darüber informierte Gerichtssprecherin Iris le Claire auf Nachfrage.

27.02.2018