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Politik-Putze Irmela entfernt Nazi-Parolen

Aktivistin aus Berlin Politik-Putze Irmela entfernt Nazi-Parolen

Sie putzt Nazi-Schmierereien auf Wänden und in Hausfluren weg und bezeichnet sich selbst als Politik-Putze. Irmela Mensah-Schramm führt auch Workshops mit Jugendlichen durch und wandelt braunes Gedankengut in friedliche Aussagen um.

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Irmela Mensah-Schramm vor einer Ausstellungstafel in Oranienburg in den Büroräumen der Linken.
 

Quelle: Foto: Enrico Kugler

Oranienburg.  Zur Ausstellungseröffnung in den Räumen der Partei „Die Linke“ an der Bernauer Straße 71 in Oranienburg kam Irmela Mensah-Schramm am Montagabend etwas zu spät. Denn auf ihrem Weg mit der S-Bahn hatte sie eine rassistische Parole an einer Wand entdeckt und diese schnell noch entfernt.

Für einige Wochen ist bei den Linken in Oranienburg die Ausstellung „Mit bunten Farben gegen braune Parolen“ zu sehen. Auf Tafeln mit Fotografien wird dokumentiert, was die Aktivistin Irmela Mensah-Schramm im Rahmen dieses Workshops mit Schülern veranstaltet. Sie zeigt ihnen Fotokopien von Hassparolen, die sie im öffentlichen Raum entdeckt hat _ an Wänden von Gebäuden, an Zäunen oder in Hausfluren. Dann bittet sie die Schüler, ihr zu helfen, „den Nazis auf die Sprünge zu helfen“. Nicht mit Gegenhass, sondern mit witzigen Ideen. Mensah-Schramm: „Es geht darum, braunes Gedankengut in friedliche Aussagen umzuwandeln.“ Da wird aus dem Schwarzweiß-Schriftzug „Multikultur, nein Danke“ der in bunten Farben übermalte Text „Multikultur, why not?“ Zu sehen ein lächelndes Frauengesicht und viele bunte Figuren um sie herum. „Ich bin immer wieder überrascht, mit welchem Elan die Schüler mitmachen und welche neuen Antworten sie finden,“ sagt Mensah-Schramm.

Die Berlinerin, die sich selbst als „Politik-Putze“ bezeichnet, entfernt seit 1986 rassistische und antisemitische Aufkleber und Graffiti in Berlin und in der gesamten Bundesrepublik. Sie nimmt in Kauf, dabei wegen Sachbeschädigung angezeigt zu werden. Sie wurde schwer verletzt, als ein Wachschutzmitarbeiter sie schubste, während sie das Graffito „Türken vergasen“ übermalte.

Landtagsabgeordnete Gerrit Große (Linke) erklärte bei der Ausstellungseröffnung, dass sie Schulklassen in diese Ausstellung holen und auch hier in Oberhavel Schulprojekte befördern wolle. Wer Workshops mit Irmela Mensah-Schramm vereinbaren möchte, kann sich an das Bürgerbüro von Gerrit Große wenden,  03301/2 00 99 04.

Von Marion Bergsdorf

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