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Jäger nach Pfefferspray-Attacke außer Dienst

Vorfall im Wald in Borgsdorf Jäger nach Pfefferspray-Attacke außer Dienst

Der langjährige Jäger Klaus-Dieter Gramenz ist auf der Pirsch von einem 46-Jährigen mit Reizgas angegriffen worden, ohne dass er vorher noch sagen konnte, er sei Jäger. Pikanterweise handelten Jäger und Angreifer im Auftrag ein- und desselben Mannes. Der Wiesenpächter wollte Wildschweine geschossen haben und mögliche Einbrecher abwehren.

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Klaus-Dieter Gramenz vor der Wiese, auf der er Wildschweine schießen wollte. Er stand auf dem Weg (r.).
 

Quelle: Marion Bergsdorf

Borgsdorf.  So etwas hat Klaus-Dieter Gramenz (65) in seiner fast 20-jährigen Zeit als Jäger noch nicht erlebt. Dass ihn ein Mensch im Wald ohne Vorwarnung angreift.

Doch der Reihe nach. Gramenz war von Thilo Hirdina, dem Pächter der Wiesen an der Anglersiedlung in Richtung der Häuser „Zum Weißen Haus“ in Borgsdorf an der Stadtgrenze zu Oranienburg, beauftragt worden, Jagd auf Wildschweine zu machen. Denn diese hatten die Wiesen und Weiden, auf denen Hirdina Kühe und Pferde hält, schon zerwühlt. Also machte sich der Jäger am Sonnabend gegen 21.30 Uhr auf den Weg, fuhr erst mit Standlicht auf dem Waldweg bis zur Siedlung „Zum Weißen Haus“, wendete dort und hielt dann 500 Meter weiter auf dem Weg in Höhe der ersten mit Wildwuchs bestückten Wiese. Er stieg aus seinem Auto aus und wunderte sich nicht, als ein Mann ihm auf dem Weg entgegenkam. Denn dort seien oft Jogger und Geocacher unterwegs, berichtet der Jäger. Seiner Darstellung nach kam der Mann näher und blendete ihn mit einer grellen Lampe, die dieser an der Stirn trug. Gramenz sagte: „Machen Sie die Lampe aus!“ Daraufhin habe ihn der Mann mit dem Arm vor die Brust geschlagen und ihm Pfefferspray in die Augen gesprüht. „Ich wollte noch sagen, ich bin Jäger, aber ich kam nicht mehr dazu.“ Gramenz flüchtete in sein Auto und brachte sich und seine Waffe in Sicherheit, berichtet er weiter. Dann rief er die Polizei an und erstattete Anzeige gegen den Angreifer. Die Beamten kamen mit drei Streifenwagen und fassten den Mann unweit des Tatortes. Es handelte sich um einen 46-Jährigen, der „Zum weißen Haus“ wohne, hieß es am Montag bei der Polizei. Wie diese am Sonntag berichtet hatte, sei der Jäger vom Anwohner für einen Einbrecher gehalten worden, der Grundstücke für mögliche Diebstähle ausspioniere.

Bei der Recherche zu diesem Zwischenfall stellte sich am Montag heraus, dass Jäger und Angreifer für ein und denselben Auftraggeber handelten. Denn der 46-jährige Anwohner war ebenfalls vom Wiesenpächter Thilo Hirdina gebeten worden, abends die Augen offenzuhalten. „In meine Betriebsstätte Zum weißen Haus ist schon häufig eingebrochen worden. Da ist man für jede helfende Hand und jeden Nachbar, der die Augen offenhält, dankbar.“ Auf den Vorwurf, den Zwischenfall damit verursacht zu haben, meint Hirdina: „Wenn einer ohne Licht am Auto da herumschleicht, da wird man doch misstrauisch.“

Dieser Darstellung widerspricht der Jäger: „Wenn ich ohne Licht gefahren wäre, hätte der Anwohner mich gar nicht bemerkt.“ Gramenz wundert sich trotzdem über die hohe Aggressivität des Anwohners. „Er hätte mich ansprechen und fragen können, was ich da mache.“

Weil man für das Verwenden von Reizgasspray einen kleinen Waffenschein benötige, ermittle die Kripo gegen den Anwohner wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, informierte Polizeisprecher Toralf Reinhardt.

Jäger Gramenz, der leicht am Auge verletzt wurde, hat die Jagdpächtergemeinschaft und über diese auch die Untere Jagdbehörde informiert, dass er die Jagd auf seinen Pachtflächen einstelle, „solange dieser Vorfall nicht geklärt ist“. Solange kann der Jäger auch nicht für Schäden zur Kasse gebeten werden, die Wildschweine oder andere Tiere in seinem Jagdrevier verursachen.

Von Marion Bergsdorf

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