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Jäger verärgert über hohe Gebühren

Oberhavel Jäger verärgert über hohe Gebühren

5000 Wildschweine wurden im vorigen Jahr in Oberhavel erlegt. Durch neue Regelungen bei der Trichinenuntersuchung fühlen sich die Jäger aber in ihrer Arbeit behindert. Die Proben seien zu teuer, die Wege nach Oranienburg oder Gransee zu weit. Der Kreis behindere damit eine effiziente Bejagung, so der Kreisjagdverband.

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Ärgernis für die Natur oder Teil der Natur? Darüber streiten sich die Gemüter.

Quelle: Fotolia

Oberhavel. Die 800 Jäger in Oberhavel sind verschnupft. Grund sind die seit März geltenden Regelungen für Trichinenuntersuchungen (MAZ berichtete). Trichinen sind Parasiten im Muskelgewebe von unter anderem Wildschweinen. Tiere, die für den Verzehr verwendet werden, müssen im Labor auf Trichinen geprüft werden. Doch die Untersuchung sei teuer im Vergleich zu anderen Landkreisen und die Abgabe der Proben nur noch an zwei Standorten im Kreis (Oranienburg, Gransee) möglich.

Der Kreisjagdverband (KJV) geht in seiner Anklage einen Schritt weiter. „Mit dieser Haltung behindert der Landrat die effiziente Bejagung von Schwarzwild und begünstigt schlussendlich auch Wildschäden auf Feldern und Wiesen sowie die Ausbreitung der Schweinepest“, so Thorsten Fanselow, KJV-Vorsitzender. Die afrikanische Schweinepest rücke näher. Es sei nur eine Frage der Zeit, „bis auch in Oberhavel die ersten infizierten Tiere auftauchen.“ Deshalb sollte der Bejagung von Schwarzwild keine zusätzlichen Steine in den Weg gelegt werden. 2016 „erbeuteten“ die Jäger hier rund 5000 Wildschweine.

Jäger befürchten finanzielle Verluste

9,82 Euro kostet die Probe für Wildschweine. Seit der Gebührenkalkulation 2014 seien die Kosten nicht gestiegen, so der Kreis. Eine vom KJV ins Spiel gebrachte Erlegprämie – in Eberswald winken immerhin 20 Euro pro Schwarzkittel – wird es nicht geben. „Es gibt eine Vereinbarung des Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL) über die Einführung einer Erlegerprämie für Schwarzwild. Diese Vereinbarung wurde unseres Wissens nach nur mit Landkreisen diskutiert, die an der Grenze zu Polen liegen“, so Kreissprecherin Constanze Gatzke.

Was den Grünröcke noch bitter aufstößt: Dass die Proben nur werktags zwischen sieben und neun Uhr abzugeben sind. „Wer arbeiten geht, bekommt aus dem zuständigen Veterinäramt schon mal den Hinweis, doch seine Mutter mit der Probe zu schicken“, so der Kremmener Jäger Axel Schlüter. Die Kreisverwaltung verweist auf zusätzlichen Termin dienstags von 16 bis 18 Uhr in Gransee sowie die Möglichkeit, telefonisch einen Termin zu vereinbaren. Für die Jäger sind die Wege dennoch zu weit. Ein Wildschwein müsse „deutlich mehr als 20 Kilogramm“ wiegen, um kein finanzieller Verlust für den Jäger zu sein. „Die Kosten für Pacht und Wildschäden noch nicht eingerechnet.“

Der KJV will kommunzieren. „Unsere Ersuchen auf ein Gespräch zu dieser Thematik werden seit einem halben Jahr ignoriert“, so Fanselow. Der Kreis widerspricht: Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (VLÜA) habe mehrfach den Dialog angeboten. Für die direkte Anfrage an den Landrat werde ein Termin gesucht. Zudem gab es die Möglichkeit, eine Schulung zu besuchen, die zur selbstständigen Entnahme der Trichinenproben bei Schwarzwild ermächtig. „Weitere Schulungstermine werden nach Bedarf kurzfristig angeboten“, so Constanze Gatzke.

Von Marco Winkler

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