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„Jede Bombe hat ihre Komplikationen“

Oranienburg hat zwei Bomben weniger „Jede Bombe hat ihre Komplikationen“

Oranienburg ist um zwei Bombenblindgänger ärmer. Die Männer des KMBD und alle anderen, die heute den Kopf hinhielten, haben eine Superarbeit gemacht. Seit vier Uhr waren sie auf den Beinen. Und wieder wurde klar: Jede Bombe ist einzigartig. Welche Probleme auftauchten, hat uns der Einsatzleiter erklärt.

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Die beiden Ungetüme konnten abtransportiert werden.

Quelle: Foto: Enrico Kugler

Lehnitz. Um 17.30 Uhr hatte es das Team um Sprengmeister André Müller geschafft. Die beiden Blindgänger Am alten Hafen 13 können keinen Schaden mehr anrichten. Komplikationen? „Jede Bombe hat ihre Komplikationen“, sagte Müller, unter dessen Leitung die beiden Entschärferteams mit den Truppführern Heino Borchert und René Benoit gearbeitet hatten.

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Die beiden 500-Kilo-Bomben, gebaut von den Amerikanern, trugen chemische Langzeitzünder, die jederzeit eine Explosion hätte auslösen können. Einer der Blindgänger hatte sich waagerecht in den Boden „gefressen“, der andere lag in leichter Schräglage mit dem Zünder nach unten. Auf fünfeinhalb und sechs Metern Tiefe mussten sich die Munitionsexperten vorarbeiten.

Harte Kruste an den Bomben bringt Probleme

Als problematisch hätten sich die Anbackungen herausgestellt, etwa 20 Zentimer stark. Die harte Kruste ließ sich nur schwer von den wuchtigen Bombenkörpern entfernen. „Bei der ersten Bombe mussten wir mehrmals schneiden“, sagte Müller. Erst dann war der Zünder entfernt. Bis 13.55 Uhr hatten die Männer des ersten Trupps dafür gebraucht. Beim zweiten Blindgänger ging es etwas schneller. „Dafür brauchten wir nur einen Schnitt.“

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Die Sprengmeister des Kampfmittelbeseitigungsdienstes haben schon öfter zwei Blindgänger an einem Tag entschärft. „Aber zwei Bomben dieser Größe – das ist nicht ohne.“ Die Sprengkörper mussten auch deshalb sofort nacheinander unschädlich gemacht werden, weil sie zu nah beieinander lagen, nur wenige Meter trennte die beiden Spundkästen. Hätte eine Bombe gesprengt werden müssen, wäre die andere mit hochgegangen.

Mit trockenen Füßen am Fundort arbeiten

An den beiden Fundorten in der Nähe des Oder-Havel-Kanals hatte den Männern die Wasserhaltung natürlich zu schaffen gemacht. Die riesigen Pumpen mussten Tag und Nacht laufen. „Wir müssen trockenen Fußes arbeiten können“, sagte Müller. Nicht mal 800 Kubikmeter pro Stunde hatten ausgereicht. „Wir mussten die Pumpenleistung auf 1000 Kubikmeter pro Stunde erhöhen.“ Die Männer der Bergungsfirma Lutomsky haben ganze Arbeit geleistet, so wie das ganze Team am gestrigen Tag. Wofür Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke seinen außerordentlichen Dank aussprach. „Gut dass sie entschärfen konnten.“

180 Einsatzkräfte hatten dafür gesorgt, dass alles glatt lief. „Wir mussten keine Wohnung öffnen“, sagte Ordnungsamtsleiterin Sylvia Holm. Die Leute hätten dieses Mal viel Verständnis gezeigt, dafür bedankte sie sich.

Am alten Hafen ist die Bombensuche damit abgeschlossen. Die Arbeit der Fachleute noch nicht. Die Spundkästen müssen wieder verfüllt und alle Anlagen abgebaut werden. Um 19 Uhr, als in Lehnitz schon wieder Leben eingekehrt war, hatte auch Sprengmeister Müller endlich Feierabend. So wie alle seine Kollegen war er seit 4 Uhr morgens auf den Beinen.

Von Andrea Kathert

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