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Liebenwalder Jagdhornbläsergruppe feiert zehnjähriges Bestehen und hat ein neues Mitglied Jetzt auch mit Falkner

Öffnet Tilla, geboren 1994 und heute knapp fünf Kilo schwer, ihre Flügel, nimmt sie mit einer Spannweite von zwei Metern das Doppelte an Raum ein. Und wenn sie mal muss, dann macht der schwarze Steinadler notfalls auch auf den nächstbesten Tisch.

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Quelle: Michaela Grimm

LIEBENWALDE. Wie beim Fototermin mit der MAZ zum zehnjährigen Jubiläum der Jagdhornbläsergruppe Liebenwalde/ Neuholland im Wirtshaus am Sportplatz.

Tilla aber verzeiht man das. „Greifvögel folgen ihren Instinkten“, sagt Falkner Marko Loerke. Tillas weißer Flatschen lässt kein Auge trocken. Die Jäger nehmen mit Humor, dass das Tier der Natur freien Lauf lässt. Und wischen’s weg.

Überhaupt darf am Jägerstammtisch ein Scherz auch gern mal deftig sein. „Der flinke Rammler kreuz und quer, lief er mir gerade ins Gewehr“, so ist beispielsweise das Signal „Kaninchen tot“ im Nachhinein mit Merkversen betextet worden. Beim Blasen hört man davon jedoch nichts, da hat die Jagdmannschaft alle Backen voll zu tun.

Jägersignale dienen der Kommunikation, erklärt Steve Hoffmann. „Heute haben wir dafür Handys“, sagt der Fürst-Pless-Horn-Bläser. Mit anderen Blechbläsern lässt sich das Jagdhornblasen nur schwer vergleichen. Statt Lieder wie etwa beim Posaunenchor gibt es die Signale. Auf der Pirsch, vor allem zur Gesellschaftsjagd, werden die Naturhörner bis heute geblasen. Für alle wichtigen Situationen gibt es Tonfolgen, die Morsezeichen aus Atemluft ähneln und das Treiben eröffnen, das Schießen einstellen oder die Jagd mit „Halali“ beenden.

„Wild ist herrenlos. Erst das zur Strecke gebrachte Tier gehört dem Jäger“, erklären die Jagdhornbläser. Ob Hirsch, Hase, Sau oder Fuchs: Jedes getötete Tier wird mit einem Signal geehrt, sagen sie.

Um aber erst einmal alle sieben Töne aus den Hörnern herauszubekommen, braucht es Lippenübung und Zwerchfelltraining. Mittlerweile blasen die Waidmänner neben Jagdsignalen von wenigen Sekunden Länge auch Jägermärsche und kleine Musikstücke. Parforce-Horn-Bläser Bernd Karwinkel ist von Anfang an dabei. Wie seine Gefährten war er über das Jagen zum Jagdhorn gekommen. Er besuchte damals einen Kurs beim Kreisjagdverband. Marko Loerke ist das jüngste Mitglied, seit vier Monaten harmoniert der Zehdenicker mit den Bläsern, deren Wohnsitze sich bis nach Sachsenhausen und Gransee verteilen. Sie üben darum jede Woche woanders.

Auftritte haben sie bei Geburtstagen, Festen, Beerdigungen und Hochzeiten – meist von Jägern. Mit ihren archaischen Instrumenten gestalten sie „das kulturelle Rahmenprogramm“, sagt Gruppensprecher Steve Hoffmann, der zu den Gründungsmitgliedern zählt und auch in der Liebenwalder Jägerschaft aktiv ist.

Das Jagdhorn gehört für ihn als Kulturgut zum Jagdbrauchtum. Genauso wie Jagdhunde, Jägerkleidung und die Waidmannsprache. Für Hoffmann zählt die Brauchtumspflege zur Öffentlichkeitsarbeit. Die sei nötig, weil Jäger heutzutage ein schlechtes Image hätten. Leute aus der Stadt würden die Jahrhunderte alten Traditionen gar nicht kennen.

Dem beizukommen, soll auch der jährliche „Grüne Abend“ helfen, den Jagdhornbläser und Jägerschaft diesmal am 20. April ausrichten. „Andere Jäger machen so was unter sich“, sagt Hoffmann. „Unser Abend ist offen für alle, egal ob Jäger oder nicht.“

Zwanglos handhaben die befreundeten Jäger auch ihre regelmäßigen Treffen. In einem Verein organisiert sind sie nicht. „Wir sind ein freiwilliger Zusammenschluss aus Jägern“, so der Gruppensprecher. Zehnjähriges Bestehen feiert die Jagdhornbläsergruppe in diesem Jahr. Die Besetzung hat sich in den Jahren durchmischt, Nachwuchs steht sie offen. Heute gehören dazu: Steve Hoffmann, Bernd Karwinkel, Marko Loerke, Roy Zahn, Heinrich Plass, Rüdiger Kersten, Sven Arno Caspar und Ursula Rau, die beim Fototermin fehlte. (Von Michaela Grimm)

Interessierte können Steve Hoffmann kontaktieren unter 01 75 / 234 14 77

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