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Die Lebenshilfe in Oberhavel Süd Jetzt kann es auf Tour gehen

Die Spendenbereitschaft der Menschen ist auch im Kreis Oberhavel in den letzten fünf Jahren zurückgegangen. Das bekommen besonders Behinderteneinrichtungen zu spüren. Deshalb war die Freude bei der Lebenshilfe groß, als über die „Aktion Mensch“ ein Auto für die Bewohner der „Villa Sonnenschein“ gesponsert wurde.

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Andreas Kriese, Bewohner der Villa Sonnenschein, hat sich für das Foto gleich den Fahrersitz reserviert. Bereichsleiterin Anja Kunert (2. v. r.) und Teamleiterin Doreen Heise (l.) können nun Ausflüge mit den Bewohnern unternehmen.

Quelle: Foto: enrico Kugler

Oranienburg. Wenn er könnte, würde er sofort losfahren. Andreas Kriese ist ein Autonarr, aber er hat gar keinen Führerschein, er wohnt in der „Villa Sonnenschein“ in Lehnitz, eine Einrichtung des Vereins Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Oberhavel-Süd. Trotzdem werden Andreas Kriese und andere Bewohner der Lehnitzer Villa sicher bald einen Ausflug zu einem kleinen Weihnachtsmarkt machen. Und zwar mit dem niegelnagelneuen VW Caddy, der seit kurzem auf dem Hof steht.

„Bisher war es eher schwierig mit der Freizeitgestaltung“, sagt Uta Gerber, die Geschäftsführerin der Lebenshilfe. „Ein ganzes Jahr haben wir auf dieses Auto gewartet.“ Dann kam die Nachricht von der „Aktion Mensch“, dass das Fahrzeug in Hannover abgeholt werden kann. 80 Prozent der Kosten bekommt die Lebenshilfe gesponsert. 20 Prozent muss der Verein selbst aufbringen. Sieben Autos hat der Verein innerhalb seiner 25-jährigen Tätigkeit über Spendengelder bekommen. Das sind nicht übermäßig viele. „Aber über den Kostenträger bekommen nur ein Auto finanziert“, erklärt die Geschäftsführerin.

Mit dem Caddy können die Bewohner nun Ausflüge unternehmen und in den Urlaub fahren. Mit dem Fahrzeug, das die Einrichtung bisher nutzt, durften immer nur fünf Leute mitfahren, mit Gepäck ging es gar nicht. Und der alte Bus für Rollstuhlfahrer wird inzwischen in einer anderen Einrichtung der Lebenshilfe gebraucht. Deshalb wurde so sehnsüchtig auf das neue Auto gewartet.

Der Verein Lebenshilfe ist besonders bei der Freizeitgestaltung der Bewohner auf Spenden angewiesen. Und mit der Spendenbereitschaft sieht es gar nicht mehr so gut aus. „Die ist enorm zurückgegangen“, sagt Geschäftsführerin Uta Gerber. Den Leuten sitze das Geld nicht mehr so locker, sie müssten schauen, wofür sie es ausgeben. „Das kann man niemanden verdenken.“ Deshalb freut sich Uta Gerber umso mehr, wenn es zu Aktionen wie beim Weihnachtsmarkt in Friedrichsthal kommt. Auf dem Markt am zweiten Advent hatte es eine Bilderversteigerung gegeben. Den Erlös von 725 Euro sponsorte der Maler Olaf Werner für ein Projekt der Lebenshilfe. Dabei geht es um die Begegnung von Menschen mit Behinderung mit Menschen, die einen Migrationshintergrund haben. „Der Maler hat die Summe spontan auf 1000 Euro erhöht“, erzählt Uta Gerber. Friedrichsthals Ortsvorsteher Jens Pamperin war stolz angesichts solcher Aktionen.

Auch bei der großen Feier der Lebenshilfe zu ihrem 25-jährigen Bestehen wurde von den Gästen gespendet. „Wir haben 1350 Euro bekommen“, sagt die Geschäftsführerin. Dieses Geld möchte der Verein für sein neues Wohnprojekt in der Lehnitzstraße 30 in Oranienburg einsetzen, wo derzeit Wohnungen für behinderte Menschen entstehen. Hinter dem Haus soll auf dem Grundstück ein Therapie- und Sinnesgarten entstehen.

Die Lebenshilfe versucht auch aus dem Spendentopf der MBS etwas zu bekommen. Im letzten Jahr konnten damit Küchen eingerichtet werden.

Die Villa Sonnenschein

Die „Villa Sonnenschein“ in der Dianastraße 25 in Lehnitz ist eine Wohneinrichtung des Vereins Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung.

Dort leben zurzeit 25 Bewohner in drei Wohngruppen. Sie werden von 17 Mitarbeitern betreut.

Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer, in der Regel zwölf bis 14 Quadratmeter groß. Jeder Wohngruppe steht eine Wohnküche und ein Gemeinschaftsraum zur Verfügung.

Im Souterrain des Altbaus ist ein großer Raum eingerichtet, der für Geburtstage, Feiern oder zum Tanzen genutzt wird.

Zu dem Grundstück gehört ein Garten, in dem in diesem Jahr viele Obstbäume angepflanzt wurden.

Wer sich die Einrichtung probehalber anschauen möchte, kann beispielsweise für ein Wochenende in einem Gästezimmer mit Pflegebett übernachten, um mehr über das Zusammenleben in Behinderteneinrichtung zu erfahren.

Von Andrea Kathert

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