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18:39 13.08.2014
230 Trinkwasseranschlüsse werden in Bernöwe verlegt. Das Projekt kostet 400.000 Euro. Quelle: Enrico Kugler
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Zehlendorf/Bernöwe

Manchmal wenden sich auch schwierige Entscheidungen zum Guten. Das kann Matthias Kunde über die Trinkwassererschließung von Bernöwe sagen. Der Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverband (NWA), dem Kunde vorsteht, hatte lange überlegt, ob er den kleinen Ortsteil von Schmachtenhagen tatsächlich an die zentrale Trinkwasserversorgung anschließen soll. Vieles sprach dagegen. Allein fünf Kilometer Überleitungen mussten von Zehlendorf her verlegt werden. Fördermittel wollte das Land dafür schon gar nicht bewilligen. „Das konnte sich alles nicht rechnen“, sagt Matthias Kunde.

Doch der Verband hatte eine Verantwortung. Das Grundwasser in Bernöwe war bakteriell verunreinigt. „Manche Hausbrunnen durften nur noch mit Ausnahmegenehmigung betrieben werden“, schildert der Verbandsvorsteher. Schließlich traf die Verbandsversammlung eine klare Entscheidung: „Wir stemmen das alleine.“ Und heute kann Kunde sagen: „Fakt ist, wir haben einen ganz ordentlichen Durchsatz und Umsatz.“ Die Mindesterwartungen hätten sich verdoppelt. Das kann sich nur positiv auf die Stabilität der Trinkwassergebühren auswirken.

„Wir haben einen ordentlichen Durchsatz.“ Matthias Kunde, Verbandsvorsteher des NW. Quelle: Enrico Kugler

230 Grundstücke in Bernöwe sollen ans zentrale Trinkwassernetz angeschlossen werden. Nur noch 20 Hausanschlüsse fehlen. Die erforderlichen Anträge lägen aber schon vor, meint Kunde. Bis zur Herbstmitte sollen auch die restliche Anschlüsse erledigt sein.

Das Beispiel Bernöwe soll trotzdem keine Hoffnungen bei anderen Bewohnern von Splittersiedlungen wecken. Zum Beispiel werden die Anlieger in Schmachtenhagen-Ost weiterhin auf ihre Brunnen setzen müssen. Dort leben hauptsächlich Wochenendnutzer. Schon deshalb wäre eine Erschließung nicht lukrativ. Hinzu kommt, dass die Siedlung im Außenbereich liegt.

Die saisonalen Schwankungen beim Trinkwasserverbrauch sind ein grundsätzliches Problem im Verbandsgebiet. In allen Mitgliedsgemeinden gibt es Wochenendsiedlungen mit vielen Nutzern. Im Sommer schnellen die Trinkwasserverbräuche in die Höhe. Statt 28.000 Menschen drehen plötzlich etwa 40.000 Leute den Wasserhahn auf. Zu Ostern ist es besonders extrem. Auf diese Spitzenwerte muss sich der Verband einstellen. Für etwa 12.000 Hausanschlüsse ist der NWA zuständig. 312 Kilometer Rohrleitungen liegen in der Erde. Mehr als eine Million Kubikmeter Trinkwasser liefert der Verband jährlich.

Trinkwasserversorgung

Zuständig für die Trinkwasserversorgung in Schmachtenhagen, Wensickendorf, Zehlendorf, Zühlsdorf sowie für Wandlitz und seine Ortsteile ist der Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverband.
Das Grundwasser kommt aus dem Wasserwerk in Prenden, wo ein 90<TH>Meter unter der Erde liegender gedeckter Leiter angezapft wird. Wegen der Mergelschicht darüber hat das Wasser eine besonders gute Qualität und weist keine Verunreinigungen auf.
Der Trinkwasserpreis im Verbandsgebiet liegt seit 2008 bei 1,12 Euro/m3. Die Grundgebühr beläuft sich auf sechs<TH>Euro pro Monat.
Der jährliche Durchschnittsverbrauch im Verbandsgebiet liegt bei 20 bis 25 Kubikmeter je Abnehmer.

Nur zweieinhalb Arbeitskräfte sind für die Wartung zuständig. „Alles andere haben wir an Dienstleister vergeben“, sagt Matthias Kunde.

Ein Glücksfall für den Verband ist das Wasserwerk in Prenden, mitten im Wald. „Das war das Werk für den Honecker-Bunker“, erzählt Kunde. Nach der Wende brauchte es keiner mehr. Der NWA konnte es von der Treuhand kaufen und modernisieren. Das Wasser hat eine ausgezeichnete Qualität. Da das Werk in 80 Metern Höhe liegt, kommt das Wasser mit einem ordentlichen Vordruck in die Leitungen. „Das Werk werden wir noch viele Jahre zu günstigen Kosten nutzen können“, sagt der Verbandsvorsteher.

Von Andrea Kathert

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