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Jetzt lenkte der Nachbar ein

Liebenwalde Jetzt lenkte der Nachbar ein

In der Bahnhofstraße 14 liegt seit einem Jahr das Sanierungsprojekt auf Eis, weil der Nachbar zur Linken sein Einverständnis für die Baumaßnahmen nicht geben wollte. Stattdessen lagen Forderungen auf dem Rathaustisch, die mit der Sanierung gar nichts zu tun hatten. Nach langen Gesprächen lenkte der Nachbar nun ein.

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Giebel an Giebel: die Häuser in der Bahnhofstraße Nummer 12 (links) und 14.

Quelle: Andrea Kathert

Liebenwalde. Eigentlich sollten sich in der Bahnhofstraße 14 die Handwerker schon seit September vorigen Jahres die Klinke in die Hand geben. Das Mehrfamilienhaus muss von Grund auf saniert werden. Ofenheizungen und winzige Bäder sind längst nicht mehr zumutbar. Seit Januar vorigen Jahres ist das Haus komplett leergezogen. In diesem Sommer, so der ursprüngliche Plan im Liebenwalder Bauamt, sollten sich neue Mieter über moderne, schöne Wohnungen freuen.

Stattdessen steht die städtische Immobilie seit mehr als einem Jahr unberührt da. Das einzige, was sich bisher entwickelt hat, ist eine Ausein­andersetzung mit dem Nachbarn zur Linken. Weil die Häuser direkt Giebel an Giebel gebaut sind, wurden die Eigentümer in der Bahnhofstraße 12, die Familie Klücksmann, vor einem Jahr über das Ausbau- und Sanierungsprojekt in der Nummer 14 informiert. Die nachbarliche Zustimmung ist erforderlich, um überhaupt in der Bahnhofstraße 14 umbauen zu können.

Natürlich hatte die Stadt die Absicht, die Beeinträchtigungen für alle Nachbarn so gering wie möglich zu halten. Und natürlich wäre die Stadt für alle Schäden aufgekommen, die eventuell durch die Bauarbeiten entstanden wären.

Ofenheizungen und kleine Bäder, so möchte man nicht mehr zur Miete wohnen

Ofenheizungen und kleine Bäder, so möchte man nicht mehr zur Miete wohnen. Nach der Sanierung sollen moderne Wohnungen entstehen.

Quelle: Andrea Kathert

Nachdem Architekt Steffen Weber alle Pläne vorgestellt hatte, wurde im März vorigen Jahres eine Vereinbarung zwischen der Stadt und der Eigentümerin, Regina Klückmann, aufgesetzt. Darin wurde unter anderem ausdrücklich noch mal festgehalten, dass die SAT-Schüssel wieder montiert wird, ein Sichtschutz an die neuen Balkone angebracht wird, der Dachanschluss fachgerecht ausgeführt wird und dass nur montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr gebaut werden darf. Die Vereinbarung schien in Sack und Tüten. Doch dann hatte Familie Klückmann weitere Forderungen, die gar nicht alle mit der Baumaßnahme im Zusammenhang standen und die der Bürgermeister kaum öffentlich hätte vertreten können. Zum Beispiel eine Anlage für Solarthermie.

Die Verhandlungen steckten fest. Schließlich schaltete sich der Landkreis ein und versuchte, die Sache weiterzubringen. Was aber auch nicht klappte.

Doch nun kommt endlich die gute Nachricht. Die Eigentümer des Hauses lenkten vor kurzem ein, sie wollen dem städtischen Vorhaben nicht mehr im Wege stehen.

Der alte Bauantrag ist allerdings inzwischen hinfällig. „Nun haben wir einen neuen Bauantrag gestellt“, sagt Liebenwaldes Bauamtsleiter Hartmut Bein. Er trägt das Datum 21. Februar 2017. Jetzt wird die Ausführungsplanung vorbereitet, um für die Ausschreibungen Gewehr bei Fuß zu stehen, sobald die Baugenehmigung erteilt ist.

So sieht es bis jetzt noch im Treppenhaus aus

So sieht es bis jetzt noch im Treppenhaus aus.

Quelle: Andrea Kathert

In der Bahnhofstraße 14 sollen sechs Wohnungen über drei Etagen entstehen. Bisher waren nur das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss bewohnt. Der Dachboden wurde hauptsächlich zum Wäschetrocknen benutzt. Doch wegen der schlechten Bausubstanz müssen ohnehin neue Decken eingezogen und das Dach komplett erneuert werden. Deshalb hatte Architekt Steffen Weber die Idee, das Dachgeschoss mit auszubauen. Weber denkt an ein Berliner Dach mit Oberlichtern und einer kleinen Solaranlage. In Richtung Süden werden sechs Dachgauben für einen wunderbaren Ausblick sorgen.

Bisher wurde auf dem Dachboden nur Wäsche getrocknet

Bisher wurde auf dem Dachboden nur Wäsche getrocknet.

Quelle: Andrea Kathert

Zum Hof hin bekommen alle Wohnungen einen Balkon oder eine Terrasse. Die beiden Wohnungen im Erdgeschoss werden barrierefrei umgebaut und sind von der Hofseite her zu erreichen. Das Grundstück der Nummer 14 reicht von der Bahnhofstraße bis zur Hammerallee, so dass die künftigen Mieter auch ein wenig Grün, Spielmöglichkeiten mit Schaukel und Sandkasten, Sitzgelegenheiten, einen Wäscheplatz und sechs Stellplätze nutzen können. Die gesamte Sanierung wird mehr als eine Million Euro kosten.

Die barrierefreien Wohnungen im Erdgeschoss werden ihren Zugang vom Hof aus haben

Die barrierefreien Wohnungen im Erdgeschoss werden ihren Zugang vom Hof aus haben.

Quelle: Andrea Kathert

Die Frage, wann er denn mit der Baugenehmigung rechne, kann Hartmut Bein nicht beantworten. Der Bauamtsleiter hat schon die unterschiedlichsten Erfahrungen mit der Bauaufsicht im Landkreis gemacht. Die Genehmigung für eine Nutzungsänderung in der alten Poliklinik beispielsweise hatte mehr als elf Monate gedauert. Für die neue Rettungswache in Neuholland lag die Baugenehmigung nach 14 Tagen auf dem Tisch. Aber entscheidend ist, das Projekt in der Bahnhofstraße 14 geht weiter.

Von Andrea Kathert

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