Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel “Jetzt wollen Sie mich wohl veräppeln“
Lokales Oberhavel “Jetzt wollen Sie mich wohl veräppeln“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:48 18.09.2017
Margarete Frick befüllte das Mostmobil, welches anschließend frischen Apfelsaft lieferte. Quelle: Robert Roeske
Anzeige
Oranienburg

Ohne Äpfel geht bei so einem Apfelfest gar nichts. Doch die Anzahl der mit dem Lieblingsobst der Deutschen prall gefüllten Obstkisten im Oranienburger Schlosspark waren am Wochenende beim 7. Historischen Apfelfest überschaubar. Organisator und Obstbauer Dietmar Frick zuckte mit den Schultern: „Das ist alles, was wir zur Zeit da haben“, zeigte er auf seine zwölf mal mehr, mal weniger gut gefüllten Apfelstiegen. „Der Frost hat uns fast die gesamte Ernte vernichtet.“

Überschaubar auch die Apfelausstellung, die Frick für Obstspezialist Hans-Georg Kosel neben seiner Mosterei aufgebaut hatte. Zwar reihten sich dort rund 130 verschiedene Sorten der Kernfrucht nebeneinander. Doch waren manche Schalen nur äußerst spärlich gefüllt: „Liegt nur ein Apfel drin, hing in diesem Jahr auch tatsächlich nur ein Apfel am Baum“, erzählt Frick.

Totalausfall in einzelnen Regionen wahrscheinlich

Pomologe Hans-Georg Kosel bestätigt die mangelhafte Ausbeute. „Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erleben wir das schlimmste Jahr der Obsternte überhaupt.“ Neben den Apfelbäumen seien auch Pflaumen und Kirschen betroffen. Frosteinbrüche im April hätten in Teilen der Region nahezu für einen Totalausfall gesorgt. Angst, in den nächsten Monaten auf das Lieblingsobst verzichten zu müssen, bräuchten die Verbraucher jedoch nicht haben. „Konventionelle Obstzüchter dürften ihre Ernte mittels Frostschutzanlagen bzw. Beregnungsanlagen, die Blüten mit Wasser besprühen und durch einen folgenden Eispanzer als Kälteschutz dienen, gerettet haben. Schwieriger ist es für die Biobauern. Da kann es passieren, dass aus einigen Regionen keinerlei Ware geliefert werden kann.“

„Jetzt wollen Sie mich wohl veräppeln“

Mit den Gästen des Apfelfestes meint es das Wetter am Wochenende bei strahlendem Sonnenschein im Schlosspark indes gut. Die Besucher ließen sich ihre Laune am Spektakel von den schlechten Apfelnachrichten auch nicht vermiesen. So hatten sich Lutz und Andrea Gröschke aus Oranienburg die Enkel Lea (3) und Ben (3) geschnappt, um vorbeizuschauen: „Wir wollen uns hier einen schönen Tag machen. Es findet ja nicht jedes Wochenende so ein Fest statt, also nutzen wir die Gelegenheit“, meinte Lutz Gröschke.

Die Bergfelderin Monika Wilke mit ihrem selbst geernteten Auralia, den sie von Pomologe Hans-Georg Kosel bestimmen ließ. Quelle: Nadine Bieneck

Monika Wilke indes steuerte zielstrebig auf Hans-Georg Kosel zu. Die 68-Jährige war aus Bergfelde gekommen, um sich zwei Äpfel aus ihrem Garten bestimmen zu lassen. „Der Baum trägt zwei verschiedene Sorten. Ich möchte jetzt endlich mal wissen, um welche beiden Sorten es sich dabei handelt“, berichtet die begeisterte Hobby-Obstzüchterin. Kosel musste die Bergfelderin allerdings enttäuschen. „Jetzt wollen sie mich wohl veräppeln“, schmunzelte er. Sie habe sich wohl verpflückt – beide Äpfel seien ein Auralia. „Eine süßsäuerliche, Brandenburger Sorte“, so der Fachmann. Monika Wilke nahm’s mit Humor. Immerhin hat die Bergfelderin Glück: Im Gegensatz zu vielen anderen trägt ihr Apfelbaum reichlich.

Nicht nur Äpfel, auch Mittelalterspektakel wurde geboten

Wenngleich das Apfelfest unter den Folgen des schlechten Erntejahres litt, wurde den Besuchern dennoch eine Menge geboten. So hatte neben den Obstbauern das Wandertheater „Cocolorus Diaboli“ seine Zelte im Schlosspark aufgeschlagen und bot ein mittelalterliches Spektakel für Groß und Klein. Gauklertruppe, Theateraufführungen, Wikingerboote, Wasserrad, Bogenschießen – rund um den Schlossteich waren mittelalterliche Zelte aufgeschlagen und luden zum Verweilen und Mitmachen ein.

Zufrieden mit der Veranstaltung zeigte sich daher am Sonntag auch die Stadt Oranienburg. „Das Wetter hat mitgespielt und mehr als 5000 Besucher haben das Fest besucht“, freute sich Pressesprecherin Mona Schröder.

Der Apfel ist des Deutschen Lieblingsobst. Mehr als 5000 Besucher besuchten dann auch am 16. September (Sonnabend) das 7. Historische Apfelfest im Schlosspark Oranienburg. Wenngleich die Apfelstiegen vor Ort aufgrund der Negativ-Rekordernte teils nur spärlich gefüllt waren, wurde den Gästen doch so einiges geboten.

Von Nadine Bieneck

Zum 1. Ostalgietreffen der Simson Freunde Eastbirds Oberhavel strömen 1800 Besucher, darunter mehrere hundert auf ostalgischen Zwei- und Vierrädern.

21.09.2017

Herbstfest am Sonnabend an der Historischen Mönchmühle in Mühlenbeck. Als Mönch verkleidet empfing der Vorsitzende des Mühlenvereins Claus Schwartzer die Gäste. Kinder hatten einen Riesenspaß auf dem Wasserspielplatz. Aus dem Steinbackofen gab es frisch gebackenes Brot und Brötchen.

17.09.2017

In Gransee wurden am Sonntag gleich drei Sieger gekürt. Die haben ein altes Haus wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt, einen Hof, der kurz vorm völligen Zerfall stand, „gerettet“, und ein Haus erschaffen, das sich ziemlich prägnant in die Natur einpasst.

17.09.2017
Anzeige