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Oberhavel Job-Rekord im Juni in Oberhavel
Lokales Oberhavel Job-Rekord im Juni in Oberhavel
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00:35 04.07.2015
Die aktuellen Zahlen auf einen Blick.   Quelle: Bundesagentur für Arbeit
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Oberhavel/ Havelland

 Der Arbeitsmarkt in Oberhavel hat sich im Juli weiter positiv entwickelt. „Wir haben einen robusten Arbeitsmarkt, der vor allem für Fachkräfte noch aufnahmefähig ist“, erklärt Daniela Kusch, Teamleiterin bei der Agentur für Arbeit in Oranienburg. Im Juni gab es im Kreis eine Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent, rund 8250 Menschen waren in Oberhavel ohne Job. Das sind etwa 750 weniger als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Mai hatten etwa 260 Leute mehr einen Job. Das ist ein Rekord: Noch nie hatten seit 1990 in einem Juni so viele Menschen einen Job.

Daniela Kusch freut es auch, dass es in der Geschäftsstelle Gransee aufwärts geht. Hier betrug die Arbeitslosenquote im Juni zwar noch immer 11,2 Prozent, das ist ein Prozent weniger als vor einem Jahr – und 0,5 Prozent weniger als noch im Mai. Damit hat Gransee nicht mehr die „rote Laterne“ im Agenturbezirk inne, Rathenow (11,3 Prozent) und Perleberg (11,5 Prozent). Die positive Entwicklung in Gransee sei nicht nur saisonbedingt, es würden dort auch zunehmend Fachkräfte gesucht, erklärt Daniela Kusch.

Eingestellt wurde in Oberhavel in Juni vor allem in Kaufmännischen Bereich, in Verkaufberufen, in der Sparte Verkehr und Logistik sowie saisonbedingt bei den Bauberufen. Hier spielt der Mindestlohn bislang kaum eine Rolle. „Wir beobachten das aber weiter“, sagt Daniela Kusch. Für den kommenden Monaten erwartet sie leicht steigende Arbeitslosenzahlen, weil Lehrstellen auslaufen und dann junge Leute auf dem Arbeitsmarkt sind. Für das weitere Jahr geht Kusch dagegen von einer stabilen Entwicklung aus.

Auch die Arbeitslosigkeit im Havelland geht weiter zurück. „Wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wende in einem Juni“, erklärt Simone Hirschmann, die Bereichsleiterin Havelland in der Agentur für Arbeit Neuruppin. Im Juni waren in Oberhavels Nachbarkreis rund 6250 Menschen – also 7,3 Prozent – ohne Job, das sind etwa 780 weniger als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Mai waren 185 Menschen (0,3 Prozent) weniger arbeitslos. Im Agenturbezirk Neuruppin liegt das Havelland weiter auf dem ersten Platz, Oberhavel rangiert auf dem zweiten Rang.

 Eingestellt wurde saisonbedingt vor allem im Bereich Verkehr und Logistik, Verkauf, Hoch- und Tiefbau sowie in kaufmännischen Berufen. Die Nachfrage nach Fachkräften sei groß, erklärt Simone Hirschmann. „Wir haben schon Probleme, etwa Stellen für Berufskraftfahrer zu besetzen.“ Deshalb gebe es verstärkt Fördermaßnahmen, um Quereinsteiger für den neuen Job fitzumachen. Die Agentur arbeite in dieser Frage eng mit den Unternehmen zusammen.

Entlassungen wegen des Mindestlohns von 8,50 Euro habe es auch im Juni kaum gegeben. „Bisher hat das Gesetz kaum einen Effekt auf den Arbeitsmarkt“, sagt Simone Hirschmann. Ob sich das in den kommenden Monaten noch ändert, können sie aktuell nicht absehen.

Auch die Folgen eines möglichen Austritts Griechenlands aus der EU für den Arbeitsmarkt, dem sogenannten „Grexit“, seien schwer vorherzusagen. „Mit Griechenland gibt es aber nicht die stärksten Handelbeziehungen“, so Hirschmann. Für den Juni rechnet sie mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit, vor allem weil auch hier viele Ausbildungen enden. Allerdings könnten die meisten von ihnen vermittelt werden, so Hirschmann.

Von Marco Paetzel

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