Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Jugendschiff „Oranje“ wird verkauft

Hennigsdorf Jugendschiff „Oranje“ wird verkauft

Das beliebte Schiff des Jugendklubs Conny Island, Baujahr 1913, wird dem Träger Pur zu teuer und soll unter den Hammer kommen. Von dem Erlös sollen Kajaks für die Jugendlichen angeschafft werden. Doch der Verkauf des Schiffes dürfte dennoch ein Verlust für die Jugendarbeit sein.

Voriger Artikel
Oranienburg: Brandstifter gesucht
Nächster Artikel
Taucher bergen Totholz aus dem Langen Trödel

Die „Oranje“ wird nicht mehr über die Flüsse schippern.

Quelle: Foto: PRivat

Hennigsdorf. In den Ferien waren die tagelangen Touren mit dem Jugendschiff „Oranje“ für die Besucher des Klubs Conny Island stets ein Highlight. Im vergangenen Jahr fanden drei Fahrten mit 22 Jugendlichen statt. Doch Conny-Mitarbeiter Michael Rieck, seit 2001 Kapitän des Schiffes, hat Anfang des Jahres gekündigt. Und auch die „Oranje“ soll nicht mehr über die Flüsse schippern. „Das Schiff steht zum Verkauf“, erklärt Dietmar Pustai, Leiter des Jugendklubs.

Rund 2000 Euro Unterhalt kostet das mehr als 100 Jahre alte Schiff den Träger Pur jedes Jahr, unter anderem sind Versicherungs- und Wartungskosten enthalten. Zudem hätte die Ölwanne in diesem Jahr für viel Geld erneuert werden müssen. Dazu kommt laut Pur, dass pro Fahrt zwei Betreuer, inklusive Kapitän, und nur acht Jugendliche auf dem Schiff mitfahren können. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt damit aus Sicht der Pur nicht mehr. Zudem sei aufgrund des hohen Alters ständig damit zu rechnen, dass teure Reparaturen anstehen.

Wenn das Schiff verkauft ist, sollen die Einnahmen in den Kauf von Kajaks investiert werden. Diese können flexibler in Bezug auf Gruppendynamiken und –größen eingesetzt werden, heißt es von der Pur. Darüber hinaus könnten die sportlichen Aktivitäten der Teilnehmenden, das Umweltbewusstseins sowie unmittelbare Selbstwirksamkeitserfahrungen gefördert werden.

Doch der Verkauf der „Oranje“, Baujahr 1913, dürfte dennoch ein Verlust für die Erlebnispädagogik der Einrichtung sein. Der ehemalige Kapitän Michael Rieck hatte stets von dem alten Schiff geschwärmt. Die Touren seien immer eine wichtige Erfahrung für die Jugendlichen gewesen. Vor allem, was Teamfähigkeit und Pflichtbewusstsein angeht. Jeder Jugendliche bekam an Bord eine Aufgabe, vom Kochen übers Abwaschen bis zum Saubermachen. Strom gab es auf der Oranje keinen. Also waren auch MP3-Player und Handys irgendwann alle. Eine gute Gelegenheit für Spiele und Gespräche.

Auch bei Reparaturen am Schiff engagierten sich die Jugendlichen, das Sonnendeck lackierten sie etwa 2013 selbst, um die Ausgaben für die „Oranje“ im Rahmen zu halten. Dennoch wurden in den vergangenen Jahren rund 33 000 Euro in das Schiff investiert. Allein 18000 Euro kostete die Reparatur des Schiffes in der Malzer Werft 2013. Die „Oranje“ bekam einen neuen Anstrich, eine neue Wellenanlage fürs Getriebe und ein leichtes Alu-Schiebedach als Kajüten-Eingang.

Zuvor hatte das Schiff ein Jahr lang ungenutzt im Hennigsdorfer Hafen gelegen und Rost angesetzt. Mitte März 2012 war die Ino-Bildungsakademie, der bisherige Besitzer, zahlungsunfähig. Die „Oranje” gehörte zur Konkursmasse. Im Mai 2012 entschieden die Stadtverordneten, dass die Stadt das Schiff kauft und der Pur zur Verfügung stellt. Rund 7000 Euro flossen an den Konkursverwalter.

Von Marco Paetzel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg